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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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19. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

| 19. Bericht (als PDF) |

Zwölftes Kapitel
Kostentransparenz

5. Kosten und Leistungen der Produktionsbetriebe Fernsehen

Die Gesamtkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen betragen 2011 845,5 Mio. €. Davon entfallen 646,5 Mio. € auf die Anstalten der ARD und 199 Mio. € auf das ZDF.

Die durchschnittlichen Produktionskosten je hergestellter Sendeminute bei der ARD betragen 2011 für Das Erste 848 €. Damit sind die Kosten seit 2005 um 72 € (- 7,8 %) zurückgegangen. Würde dieser Durchschnittswert als Benchmark herangezogen, ergäben sich beim HR und WDR Einsparpotenziale von 15,2 Mio. €.

Beim ZDF steigen die durchschnittlichen Produktionskosten je hergestellter Sendeminute des Hauptprogramms im selben Zeitraum von 806 € auf 895 € (+ 11 %). Würde der ARD-Durchschnittswert für das Erste als Benchmark berücksichtigt, bestünde ein Einsparpotenzial von 8,9 Mio. €. Allerdings erschweren unterschiedliche Strukturen und Kostenrechnungssysteme einen Vergleich mit der ARD.

Die durchschnittlichen Produktionskosten je hergestellter Sendeminute für die Dritten Programme betragen 476 €. BR, HR und NDR haben in diesem Sektor um bis zu 35 % höhere Kosten. Durch Verringerung dieser Kosten auf den Durchschnittswert ließen sich bis zu 49 Mio. € einsparen.

Bei der ARD ist die Zahl der Festangestellten in den Produktionsbetrieben von 1997 bis 2011 um 18 % zurückgegangen. Die Personalkosten stiegen dennoch um 1 %.

Die Zahl der Festangestellten in der Produktion des ZDF hat sich um 14 % auf 1.167 Personen vermindert. Es weist seit 1997 im Durchschnitt die höchsten Personalkosten pro Festangestelltem auf. Insgesamt sind die Personalkosten um 5 % gestiegen.

Beim BR führt der seit 1997 nahezu konstante Personalbestand bei den Festangestellten (- 2 %) zu einem Anstieg der Personalkosten um 14 %. Die produzierten Sendeminuten sind im Vergleich 1997 zu 2011 um 17,2 % gestiegen. Dagegen ist seit 2003 die Produktionseffizienz des BR gesunken. Bei leicht gestiegener Mitarbeiterzahl ist der Output in Sendeminuten rückläufig.

Die Kommission hebt positiv hervor, dass bei den meisten Landesrundfunkanstalten und beim ZDF Effizienzsteigerungen zu erkennen sind: Sie produzieren höhere Volumina bei verringertem Einsatz von freien und festen Mitarbeitern. Besonders deutlich konnten seit 1997 der SWR (+ 25,8 %) und das ZDF (+ 24,1 %) ihr Produktionsvolumen steigern, bei gleichzeitiger Reduzierung der Zahl der Mitarbeiter um 22,8 % bzw. 8,8 %.

Die Kommission erwartet, dass die Anstalten mittelfristig die Effizienz bei ihren Produktionsbetrieben steigern.

5.1 Gesamtkosten und Aufgliederung nach Kostenarten

Tz. 511
Die Anstalten halten zur Produktion von Fernsehsendungen eigene Produktionsbetriebe vor. Die Kommission führt über diese Produktionsbetriebe Zeitreihenvergleiche zu den Kosten, Kapazitäten und Leistungen durch. Die Anstalten melden die hierzu erforderlichen Daten und Informationen jeweils für die ungeraden Jahre. Der Fokus der Untersuchung liegt auf Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Die folgende Analyse der Personal- und Sachkosten soll den Anstalten Anreize zur Optimierung ihrer Wirtschaftlichkeit im Produktionsbereich geben. Die angeglichenen Gesamtkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen lagen 2011 bei 845,5 Mio. €. Dabei wurden die Kosten der betrieblichen Altersversorgung aufgrund unterschiedlicher Versorgungsregelungen sowie die Kosten, denen keine Sendezeit gegenübersteht, nicht berücksichtigt. Zusätzlich blieben die anteiligen Betriebskosten für halbfertige Produktionen außer Betracht.

Tz. 512
Die Entwicklung der Gesamtkosten in den ungeraden Jahren seit 1997 ist aus folgender Tabelle ersichtlich:

Tab. 174 Gesamtkosten Fernsehproduktionsbetriebe (in Mio. €)
  1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011
ARD 574,0 642,8 664,0 655,7 635,2 648,5 652,1 646,5
ZDF 170,0 189,2 184,5 186,2 189,4 192,3 197,2 199,0


2011 sinken die Gesamtkosten der ARD-Anstalten gegenüber 2009 um 5,6 Mio. € (- 0,8 %). Beim ZDF steigen sie um 1,8 Mio. € bzw. 0,9 %.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht, wie sich die Kosten der Produktionsbetriebe seit 1997 entwickelt haben.

Abbildung 25: Angeglichene Gesamtkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen
Abbildung 25: Angeglichene Gesamtkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen

Tz. 513
Bei RB und SR betragen die jährlichen Gesamtkosten für ihren Produktionsbetrieb bis zu 14 Mio. €. RBB, HR, MDR, NDR, SWR und BR bewegen sich in einer Bandbreite zwischen 50 Mio. € und 100 Mio. €. Beim WDR sind es 150 Mio. € und beim ZDF 200 Mio. €. Die Spanne zwischen dem kleinsten und dem größten Produktionsbetrieb beträgt über 175 Mio. €. Der WDR-Etat liegt 2011 mehr als 100 % über dem ARD-Durchschnitt.

Tz. 514
Die Kommission hat zuletzt im 17. Bericht die Kostendaten bis 2007 erhoben. Im Folgenden wird deshalb die Entwicklung seither analysiert. Im Zeitraum 2007 bis 2011 fielen bei den Landesrundfunkanstalten die Gesamtkosten um 2 Mio. € (- 0,3 %). Beim ZDF wuchsen die Kosten im selben Zeitraum um 6,7 Mio. €. (+ 3,5 %).

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Anteil der einzelnen Kostenarten an den Gesamtkosten für 2009 und 2011.

Tab. 175 Anteil der einzelnen Kostenarten an den Gesamtkosten (in %)
  2009 2011
  ARD ZDF ARD ZDF
Abschreibung auf Sachanlagen 13,8 14,3 13,9 13,5
Gebäude und Bewirtschaftungskosten 6,1 6,5 5,6 5,8
Personalkosten feste und freie Mitarbeiter 54,6 58,5 56,3 61,7
Sonstige Kosten 25,5 20,7 24,2 19,0
Summe der Gesamtkosten 100 100 100 100

Tz. 515
Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten sind Personalkosten (vgl. Tabelle 175). Sie haben sich seit 2007 wie folgt entwickelt:

Tab. 176 Entwicklung der Personalkosten (in %)
  von 2007 auf 2009 von 2009 auf 2011
  ARD ZDF ARD ZDF
Personalkosten feste und freie Mitarbeiter 1,7 4,8 2,8 6,6
Zahl feste und freie Mitarbeiter -1,6 -1,9 -3,1 1,0


Bei der ARD geht die Zahl der Mitarbeiter in beiden Vergleichszeiträumen zurück. Die Kosten steigen dennoch um 1,7 % bzw. 2,8 % an.

Beim ZDF sinkt die Zahl der Mitarbeiter von 2007 auf 2009, steigt aber bis 2011 wieder an. Die Kosten steigen in der Folge um 4,8 % bzw. 6,6 % an.

In der Regel beruhen die Steigerungen der Personalkosten auf den tarifvertraglichen Anpassungen.

5.2 Produktionsvolumina von 1997 bis 2011

Tz. 516
Ein Vergleich der Produktionsvolumina für den Zeitraum 1997 bis 2011 ergibt folgendes Bild (vgl. Abbildung 26):

Abbildung 26: Entwicklung des Produkionsvolumens von ARD und ZDF | Produzierte Erstsendeminuten in Mio. Minuten
Abbildung 26: Entwicklung des Produkionsvolumens von ARD und ZDF | Produzierte Erstsendeminuten in Mio. Minuten

Die produzierten Erstsendeminuten sind in den einzelnen Jahren recht unterschiedlich hoch. Seit 1997 sind sie bei der ARD um 8 % und beim ZDF um 24 % gestiegen.

5.3 Durchschnittliche Produktionskosten je Sendeminute

Tz. 517
Die Meldungen von ARD und ZDF ermöglichen einen Vergleich der durchschnittlichen Produktionskosten je Sendeminute für die Hauptprogramme, die Dritten Programme und die Spartenprogramme. Aufgrund von anstaltsindividuellen Aufteilungsrechnungen kann bei der ARD seit 2001 zwischen dem Ersten Programm und den übrigen Programmen unterschieden werden. Ab 2005 ist eine zusätzliche Unterteilung in Dritte Programme und Spartenprogramme möglich. Bei den Spartenprogrammen handelt es sich um die Zulieferungen zu 3sat, Kinderkanal, Phoenix und ARTE1. Das ZDF hat zusätzlich die Erstsendeminuten und Kosten für seine drei Spartenkanäle ZDFkultur, ZDFinfo und ZDFneo gemeldet. Beim BR ist die Programmproduktion für BR-alpha erfasst.

Die durchschnittlichen Produktionskosten beziehen sich auf die selbstproduzierten Minuten der Anstalten. Unberücksichtigt bleiben die Kosten für Auftrags-, Kauf- und Ko-Kaufproduktionen sowie Leistungen an Dritte.

Tab. 177 Durchschnittliche Kosten je hergestellter Sendeminute (in €)
  Hauptprogramme Dritte Programme Spartenprogramme
  2005 2007 2009 2011 2005 2007 2009 2011 2005 2007 2009 2011
BR 602 327 290 502 523 642 751 737 233 125 106 127
HR 954 1156 1027 1122 462 454 468 484 621 367 224 348
MDR 878 822 651 827 373 403 429 395 298 416 492 381
NDR 515 685 628 625 511 557 611 555 203 51 37 632
RB 498 309 510 492 465 289 262 286 366 227 139 86
RBB 714 853 948 731 465 399 422 470 977 1034 680 592
SR 439 339 512 570 254 282 298 302 491 319 545 207
SWR 821 846 743 677 419 405 429 444 245 197 278 233
WDR 1.359 1.048 1.179 1.104 364 429 382 426 425 331 353 148
ARD 920 847 869 848 429 456 470 476 287 215 184 189
ZDF 806 833 861 895 - - - - 335 461 412 313


1) Die Programme EinsExtra (jetzt Tagesschau24), EinsPlus und Einfestival wurden nicht separat erfasst.

Tz. 518
Es zeigt sich eine deutliche Spreizung bei den Kosten pro Sendeminute der ARD-Anstalten für Das Erste.

Die Spanne zwischen den höchsten und niedrigsten Minutenkosten 2011 für das Erste verringern sich im Vergleich zu 2007 um 25 % € auf 630 €. Eine ähnliche Entwicklung ist bei den Spartenprogrammen erkennbar (vgl. Tab. 177). Die Spanne reduziert sich um 44 %. Bei den Dritten zeigt sich eine spiegelbildliche Entwicklung zum Ersten. Die Spanne nimmt von 360 € auf 451 € um + 25 % zu (vgl. Tab. 177).

Für das Erste Programm wendet der BR seit 2007 deutlich weniger je hergestellter Sendeminute auf als für sein Drittes Programm. Ähnlich, wenn auch weniger auffällig, ist die Entwicklung beim NDR. Der NDR reiht sich im Vergleich der Minutenkosten für das Erste nach dem HR, MDR, RBB, SWR und WDR erst an sechster Stelle ein. WDR und HR erbringen den größten finanziellen Aufwand zur Herstellung der Sendeminuten für Das Erste.

Tz. 519
Die Kosten je Sendeminute bei den Dritten Programmen sind beim BR und NDR über den gesamten Betrachtungszeitraum deutlich höher als bei den anderen Anstalten.

Tz. 520
Die durchschnittlichen Kosten je hergestellter Sendeminute werden in den folgenden Abbildungen nochmals wiedergegeben.

Abbildung 27: Entwicklung Durchschnittskosten Das Erste und ZDF | Durchschnittlicher Kosten je produzierter Sendeminute in €
Abbildung 27: Entwicklung Durchschnittskosten Das Erste und ZDF | Durchschnittlicher Kosten je produzierter Sendeminute in €

Die Durchschnittskosten für Das Erste Programm sanken von 2005 auf 2011 um 7,8 % auf 848 € pro Minute.

Beim ZDF zeigt sich die entgegengesetzte Entwicklung. Die Durchschnittskosten für das ZDF-Hauptprogramm stiegen von 2005 bis 2011 um 11 % auf 895 € pro Minute.

Nachfolgende Grafiken verdeutlichen nochmals die durchschnittlichen Kosten für Das Erste und die Dritten Programme pro Sendeminute bei den ARD-Anstalten.

Abbildung 28: Entwicklung der durchschnittlichen Kosten pro hergestellter Sendeminute 2005-2011
Abbildung 28: Entwicklung der durchschnittlichen Kosten pro hergestellter Sendeminute 2005-2011

Abbildung 29: Durchschnittliche Kosten pro hergestellter Sendeminute 2005-2011
Abbildung 29: Durchschnittliche Kosten pro hergestellter Sendeminute 2005-2011

Tz. 521
Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht das Einsparpotenzial unter Heranziehung des ARD-Durchschnittswerts von 848 € je Minute als Benchmark. Der Durchschnittswert der Landesrundfunkanstalten wird 2011 vom HR, WDR und auch vom ZDF überschritten (vgl. auch Tabelle 177).

Tab. 178 Einsparpotenziale 2011 für das Erste und für das ZDF-Hauptprogramm
  Eigenproduktionen Erstsendungen (Minuten) Durchschnittliche Produktionskosten (€ je Minute) Ist-Kosten (T€) Benchmark 848 € je Sendeminute (T€) Einsparpotenzial
T€ %
HR 8.379 1.122 9.401 7.105 2.296 24,4
WDR 50.630 1.104 55.896 42.934 12.961 23,2
Summe   65.297 50.040 15.257 15,1
ZDF 190.473 895 170.499 161.521 8.978 5,3
Einsparpotenziale gesamt 24.235  

Tz. 522
Die Durchschnittskosten für die Dritten Programme betragen 476 € pro Minute. Sie stellen für den nachfolgenden Vergleich die Benchmark dar (vgl. Tabelle 179). BR, HR und NDR überschreiten diesen Wert. Würden sie diesen Durchschnittswert zur Zielmarke ihrer Effizienzsteigerung machen, so betrüge das ermittelte Einsparpotenzial 49 Mio. €.

Tab. 179 Einsparpotenziale nach Benchmark-Berechnung 2011 für Dritte Programme
  Eigenproduktionen Erstsendungen (Minuten) Durchschnittliche Produktionskosten (€ je Minute) Ist-Kosten (T€) Benchmark 476 € je Sendeminute (T€) Einsparpotenzial
T€ %
BR 139.655 737 102.926 66.476 36.450 35,0
HR 77.088 484 37.311 36.694 617 2,0
NDR 151.283 555 83.962 72.011 11.951 14,0
Summe   224.198 175.180 49.018 28,0
Summe   224.198 175.180 49.018 28,0

Tz. 523
Nach Auffassung der Kommission kann der ARD-Durchschnitt für das Erste Programm bzw. der Durchschnittswert für die Dritten Programme als Benchmark für die einzelnen Produktionsbetriebe der Anstalten herangezogen werden. Diejenigen Anstalten, die über der Benchmark liegen, sollten die Kosten an den ARD-Durchschnittswert in dem Maße angleichen, wie es angesichts der senderspezifischen Besonderheiten (anspruchsvolle Produktionen für den Senderverbund, spezielle Standortfaktoren) möglich erscheint. Dadurch könnten Einsparungen von bis zu 73 Mio. € erzielt werden. Das entspricht 8,6 % der Gesamtkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen im Jahr 2011.

5.4 Durchschnittliche Produktionsstunden je Sendeminute

Tz. 524
Das Produktionspersonal setzt sich zusammen aus den Festangestellten und den auf Honorarbasis beschäftigten freien Mitarbeitern. Im Jahr 2011 waren in den Produktionsbetrieben für Fernsehen bei ARD und ZDF 7.549 Mitarbeiter beschäftigt (ein Viertel der Festangestellten). Davon sind 4.857 Festangestellte bei der ARD und 1.167 Festangestellte beim ZDF. Daneben beschäftigen die Anstalten freie Mitarbeiter mit einer Kapazität von 1.525 Vollzeitkräften. Diese Zahl der freien Mitarbeiter wird pauschal errechnet. Die Berechnung erfolgt durch eine Umrechnung der Honorare in Sollstunden.

Tz. 525
Die Kommission errechnet aus den Sollstunden des Produktionspersonals sowie dem Umfang an Eigenproduktionsminuten die durchschnittlichen Produktionsstunden je Sendeminute (vgl. Tabelle 179). Um die mittelfristigen Veränderungen aufzuzeigen, stellt sie auch die Ergebnisse der früheren Untersuchungen ab 2005 dar.

Tab. 180 Durchschnittliche Produktionsstunden je hergestellter Sendeminute
  Produktionspersonal gesamt Sollstunden des Produktionspersonals Hergestelltes Programm ohne Überleitungen Durchschnittliche Produktionsstunden je hergestellter Sendeminute
2011
Anzahl
2011
Stunden
2011
Minuten
2011
Stunden
2009
Stunden
Abweichung
Stunden
Abweichung
%
2007
Stunden
2005
Stunden
BR 1.041 1.707.240 194.574 8,8 8,7 0,0 0,4 8,7 7,9
HR 464 760.960 84.714 9,0 8,9 0,1 0,9 7,9 8,3
MDR 520 852.800 189.967 4,5 4,9 -0,4 -7,5 5,1 5,5
NDR 869 1.425.160 164.398 8,7 9,0 -0,3 -3,7 8,7 8,2
RB 113 185.320 29.582 6,3 5,6 0,6 11,2 5,3 9,3
RBB 437 716.680 92.893 7,7 7,8 -0,1 -0,9 7,7 8,6
SR 144 236.160 45.842 5,2 5,3 -0,1 -2,1 4,7 5,0
SWR 913 1.497.320 209.365 7,2 7,5 -0,4 -4,9 7,1 7,4
WDR 1.357 2.225.480 304.295 7,3 7,4 -0,1 -0,8 7,9 8,3
ARD 5.858 9.607.120 1.315.630 7,3 7,5 -0,2 -2,6 7,5 7,6
ZDF 1.691 2.773.240 281.712 9,8 10,3 -0,5 -4,5 10,9 10,3

Tz. 526
Bei der Mehrheit der Landesrundfunkanstalten und beim ZDF gehen die durchschnittlichen Produktionsstunden je hergestellter Sendeminute seit 2005 zurück. Die Ausnahmen bilden BR (+ 11,3 %), HR (+ 8,4 %), NDR (+ 6,0 %) und SR (+ 4,0 %).

Das ZDF bewältigte das gestiegene Produktionsvolumen trotz reduzierter Beschäftigtenzahl durch effizienteren Personaleinsatz.

Tz. 527
Die folgende Grafik zeigt einen Langzeitvergleich der jeweiligen Jahresproduktion in Minuten und des eingesetzten Personals in den ungeraden Jahren von 1997 bis 2011. Daraus ist zu erkennen, wie sich die Effizienz der Produktionsbetriebe entwickelt.

Abbildung 30: Output in Minuten in Relation zum eingesetzten Personal 1997-2011
Abbildung 30: Output in Minuten in Relation zum eingesetzten Personal 1997-2011

Tz. 528
Bis auf wenige Ausnahmen sind im Zeitraum 1997 bis 2011 bei den ARD-Anstalten und beim ZDF Effizienzsteigerungen erkennbar. Die Anstalten erstellten höhere Produktionsvolumina bei verringertem Personaleinsatz.

Eine der Ausnahmen ist der BR. Zwar konnte der BR von 1997 bis 2011 seinen Output an Minuten um 18,8 % steigern. Seit 2003 sind aber die produzierten Erstsendeminuten um 31.049 Minuten auf 194.574 Minuten (- 13,7 %) zurückgegangen. Die Zahl der eingesetzten Mitarbeiter ist gleichzeitig leicht gestiegen. Im Ergebnis ist die Produktionseffizienz beim BR seit 2003 gesunken.

Der MDR hat seit 1997 einen nahezu unveränderten Personalbestand. Im Gegensatz zum BR steigerte er allerdings seine Minutenleistung seit Beginn des Betrachtungszeitraums deutlicher um 47 % (128.788 auf 189.469 Minuten).

Unter Effizienzgesichtspunkten bemerkenswert sind die Entwicklungen bei SWR und ZDF. Beide steigerten ihre Produktionsvolumina überproportional und reduzierten zeitgleich den Personalbestand. Der Produktionsanstieg beim SWR beträgt 25,4 %. Die Beschäftigtenzahl verringerte der SWR signifikant um 22,8 % auf 913. Das ZDF hat die produzierten Minuten ähnlich (+ 24,1 %) gesteigert. Gleichzeitig ging die Zahl der Festen und Freien Mitarbeiter um 8,8 % auf 1.691 zurück.

RB und SR sind ebenfalls effizienter geworden.

Im Gegensatz hierzu verringerten HR und WDR das Produktionsvolumen in etwa parallel zum Rückgang des Personals.

Tz. 529
Die Kommission erwartet, dass vor allem der BR seinen Produktionsbetrieb Fernsehen mittelfristig effizienter nutzt.

2) Für die Meldung der „Kosten der Produktionsbetriebe“ fließen die Kosten der Bremedia Produktion GmbH bei RB ein. Dies betrifft sowohl die Personalkosten als auch die Anzahl der Mitarbeiter

5.5 Entwicklung der Personalkosten für Festangestellte

Tz. 530
Im Folgenden wird gezeigt, wie sich die Personalkosten und das eingesetzte Personal im Zeitraum 1997 bis 2011 entwickelt haben.

Alle Anstalten haben im Vergleich zu 1997 die Zahl der Beschäftigten verringert, einige erheblich. Die Spanne liegt zwischen 2 % (BR) und 41 % (RB)1. Unterschiedlich gestaltet sich die Entwicklung der Personalkosten. Die ARD reduziert die Beschäftigtenzahl im Durchschnitt um 18 %. Dies reicht nahezu, um einen Anstieg der Personalkosten zu vermeiden (+ 1 %). Dagegen reduziert das ZDF die Beschäftigtentenzahl nur um 14 %. Die Personalkosten steigen entsprechend um 5 %.

Am stärksten gestiegen sind die Personalkosten beim BR (+ 14 %), der zugleich den geringsten Rückgang bei den Festangestellten ausweist. Gestiegen sind die Personalkosten auch beim MDR (+ 4 %), NDR (+ 8 %) und WDR (+ 9 %).

1) Für die Meldung der „Kosten der Produktionsbetriebe“ fließen die Kosten der Bremedia Produktion GmbH bei RB ein. Dies betrifft sowohl die Personalkosten als auch die Anzahl der Mitarbeiter.

Tab. 181 Personalkosten und Zahl Festangestellter
  Personalkosten Festangestellte ohne betriebliche Altersvorsorge in T€ Differenz Anzahl Festangestellter Differenz
1997 2011 T€ % 1997 2011 absolut %
BR 45.740 52.092 6.352 14 841 822 -19 -2
HR 29.484 27.661 -1.823 -6 550 435 -115 -21
MDR 22.038 22.940 902 4 432 370 -62 -14
NDR 47.240 51.130 3.890 8 865 769 -96 -11
RB 8.972 5.986 -2.986 -33 156 92 -64 -41
RBB 23.795 21.650 -2.145 -9 460 321 -139 -30
SR 10.639 8.495 -2.144 -20 189 136 -53 -28
SWR 58.190 52.727 -5.463 -9 1.056 752 -304 -29
WDR 77.827 84.906 7.079 9 1.342 1160 -182 -14
ARD 323.925 327.587 3.662 1 5.891 4.857 1.034 -18
ZDF 83.168 87.407 4.239 5 1.361 1167 -194 -14


Abbildung 31: Personalkosten und Zahl der Festangestellten 1997-2011
Abbildung 31: Personalkosten und Zahl der Festangestellten 1997-2011

Tz. 531
Die Kommission fordert die Anstalten auf, den Ursachen der teilweise widersprüchlichen Entwicklungen auf den Grund zu gehen und steuernd einzugreifen.

5.6 Zahl der Festangestellten und durchschnittliche Personalkosten

Tz. 532
Die folgende Grafik zeigt die Zahl Festangestellter und die Personalkosten je Festangestelltem in den Produktionsbetrieben. Dabei wird jeweils der Durchschnitt der ungeraden Jahre von 1997 bis 2011 dargestellt.

Abbildung 32: Durchschnittliche Anzahl Festangestellter und Personalkosten 1997-2011
Abbildung 32: Durchschnittliche Anzahl Festangestellter und Personalkosten 1997-2011

Tz. 533
Der WDR und das ZDF haben in ihren Produktionsbetrieben mit durchschnittlich 1.278 bzw. 1.271 die meisten Festangestellten.

Die durchschnittlichen Personalkosten betragen bei der ARD 60.200 € pro Festangestelltem. Den Durchschnittswert überschreiten NDR (+ 0,5 %), RB (+ 3,2 %), SWR (+ 1,1 %), WDR (+ 6,6 %) und das ZDF (+ 9 %). Im Vergleich der Anstalten hat das ZDF die durchschnittlich höchsten Personalkosten je Festangestellten.

Der WDR hat mit 64.200 € die durchschnittlich höchsten Personalkosten innerhalb der ARD. Das ZDF liegt mit 65.700 € noch darüber. Bemerkenswert erscheint, dass RB mit dem kleinsten Personalkörper (durchschnittlich 118 Festangestellte) bei den durchschnittlichen Personalkosten je Festangestellten nur knapp hinter dem WDR liegt (62.200 €).

Der MDR hat hingegen deutlich günstigere durchschnittliche Kosten von 54.000 €. Der WDR liegt um 18,9 % und RB um 15,1 % über den Durchschnittskosten des MDR.

Tz. 534
Die Kommission sieht insbesondere Handlungsbedarf beim WDR, RB und dem ZDF. Sie erwartet, dass diese Anstalten den Gründen für die hohen Kosten nachgehen und die Kosten mittelfristig reduzieren.

5.7 Stellungnahme der Anstalten und abschließende Bewertung der Kommission

Tz. 535
Die ARD-Anstalten und das ZDF weisen darauf hin, dass bei der Durchschnittsbetrachtung leistungsund anstaltsbezogene Kostenfaktoren unberücksichtigt bleiben. Die Durchschnittsbetrachtung sei aus Sicht der ARD zu pauschal und daher als Benchmark nicht geeignet. Das ZDF wertet den Vergleich mit der ARD aufgrund unterschiedlicher Zuordnung und Verrechnung in den Kostenrechnungen als problematisch. Ursächlich hierfür seien die von den ARD-Anstalten angewandten Gemeinkostenschlüsselungen. Diese führten zu Verzerrungen bei der Kostenverteilung zwischen Erstem, Dritten und Spartenprogrammen.

Tz. 536
Die Kommission hält an den in allen Wirtschaftszweigen anerkannten und auch international angewendeten Grundsätzen des Benchmarking-Ansatzes fest. Die Untersuchung regt dazu an, Kostenstrukturen zu hinterfragen und zu optimieren. Dabei sollten auch die Gremien der Anstalten einbezogen werden. Die Kommission erwartet, dass die Anstalten mittelfristig weitere Einsparungen bei ihren Produktionsbetrieben erzielen.


Letzte Aktualisierung 26.02.2014