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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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17. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

| 17. Bericht (als PDF - 2.293KB) |

Viertes Kapitel
Bestandsbedarf

2. Personalaufwendungen

2.1 Personalaufwendungen ohne Altersversorgung und Vorruhestand

  • Bei der ARD sollen sich die Personalaufwendungen im Betrachtungszeitraum 2009-2012 um durchschnittlich 2,0 % p.a. erhöhen. Das ZDF plant eine Steigerung von durchschnittlich 0,1 % p.a. Das Deutschlandradio hat eine Erhöhung von durchschnittlich 4,3 % p.a. (ohne DRadio Wissen 3,5 % p.a.) angemeldet.
  • Beim ZDF ist der von der KEF im 16. Bericht angesetzte pauschale Wirtschaftlichkeitsabschlag von 18 Mio. € (entsprechend rd. 100 Stellen) aufwandsmindernd berücksichtigt. Die ARD hat bisher nur das Ziel bestätigt, den Wirtschaftlichkeitsabschlag von 50 Mio. € (rechnerisch rd. 300 Stellen) durch eine Reduzierung im "erweiterten Personalaufwand" (einschließlich personalrelevantem Sachaufwand und Einsatz von Fremdfirmen) sowie weiterer Maßnahmen (Reduzierung von Aushilfskräften u.ä.) umzusetzen. ZDF und ARD haben keine konkrete Darstellung der Einzelmaßnahmen vorgelegt. Damit ist auch nicht nachvollziehbar, ob — wie von der Kommission erwartet — die größeren Anstalten der ARD einen relativ höheren Beitrag zu diesen Einsparungen leisten werden.
  • Reduzierungen der Zahl der besetzten Stellen sind bei der ARD mit durchschnittlich 0,2 % p.a., beim ZDF mit durchschnittlich 1,0 % (Funktionen) p.a. vorgesehen. Das Deutschlandradio plant demgegenüber eine Erhöhung der Zahl der besetzten Stellen um durchschnittlich 0,9 % p.a.
  • Das Deutschlandradio veranschlagt für 2009 und 2010 eine Tarifsteigerungsrate von 3 % p.a. sowie für die Folgejahre von unverändert 2 %. Der hohe Wert der Gesamtsteigerung beim Deutschlandradio erklärt sich durch die zusätzlichen 28 Planstellen für das Entwicklungsprojekt DRadio Wissen ab 2009 und eine deutliche Planunterschreitung im Jahr 2008, die durch Sparmaßnahmen zur Zwischenfinanzierung von DRadio Wissen vorgenommen wurde.
  • Gegenüber den zum 16. Bericht angemeldeten Beträgen werden von ARD und Deutschlandradio um 1,8 % bzw. 3,5 % (ohne DRadio Wissen 0,8 %) höhere Personalaufwendungen, vom ZDF um 1,2 % geringere Personalaufwendungen angemeldet.
  • Die Anstalten hatten im 16. Bericht der Prognose der Personalkostensteigerungen für die Jahre 2009-2012 eine Tarifsteigerung von grundsätzlich 2 % jährlich zugrunde gelegt. Abweichend davon schreibt die ARD die Personalkosten für 2009 und 2010 jetzt nicht mit einer einheitlichen Tarifsteigerungsrate fort, sondern berücksichtigt bereits die erwarteten Tarifabschlüsse.
  • Die Kommission erwartet von der ARD für den 18. Bericht in den Finanzbedarfsanmeldungen einen kostenartengerechten Ausweis der Aufwendungen der drei großen GSEA (Phoenix, ARDHauptstadtstudio und ARD-aktuell) mit entsprechenden Korrekturen auch bei den Programmund Sachaufwendungen, um die erforderliche Vergleichbarkeit herzustellen.

Tz. 122
Die Rundfunkanstalten setzen zur Erbringung ihrer jeweiligen Leistungen Personengruppen mit unterschiedlichem arbeitsrechtlichen Status in abweichender Zusammensetzung ein — u.a. abhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell. Die dadurch verursachten Aufwendungen werden teilweise unterschiedlichen Aufwandsarten (Personal-, Programm- und/oder Sachaufwand) zugeordnet. Die Kommission hat die Fülle von Kriterien und Einflussfaktoren in die Gesamtdarstellung Personal einfließen lassen, die zuletzt im 15. Bericht, Tzn. 432 ff., ausführlich dargestellt wurde, und die Gesamtdarstellung im 17. Bericht weitergeführt (vgl. Tzn. 183 ff.).

Tz. 123
In diesem Abschnitt "Personalaufwendungen" werden — der Systematik der Berichterstattung folgend — ausschließlich die Personalaufwendungen für fest angestellte Mitarbeiter und eigene Mitarbeiter mit Zeitverträgen und Aushilfen bei ARD, ZDF und Deutschlandradio für Bestand und Entwicklung (anerkannte Projekte) sowie die entsprechende Stellenentwicklung dargestellt. Mitarbeiter bei GSEA sind berücksichtigt, wenn sie im Personalaufwand ausgewiesen werden (ZDF vollständig, ARD teilweise — ohne z.B. Hauptstadtstudio, ARD-aktuell und Phoenix).

Auf die Mitarbeiter bei GSEA, deren Kosten von der ARD im Programm- bzw. Sachaufwand erfasst werden, sowie die Mitarbeiter bei Beteiligungsunternehmen und freie Mitarbeiter wird in den Kapiteln "Beteiligungen an Unternehmen" (Tzn. 560 ff.) und "Gesamtdarstellung Personal" (Tzn. 183 ff.) eingegangen.

Dieser Darstellung schließt sich ein Vergleich der Anmeldungen zum 17. Bericht gegenüber denen zum 16. Bericht an.

In Abschnitt 2.1.3 werden die Aufwendungen für ARTE dargestellt; die Angaben in den Abschnitten 2.1.1 und 2.1.2. enthalten ARTE daher nicht.

Über die Altersversorgung wird gesondert in Abschnitt 2.2. berichtet, da die Besonderheiten der betrieblichen Altersversorgung einen Vergleich und eine einheitliche Bewertung der Planzahlen erschweren.

Die Kommission erwartet von der ARD für den 18. Bericht in den Finanzbedarfsanmeldungen einen kostenartengerechten Ausweis der Aufwendungen der drei großen GSEA (Phoenix, ARD-Hauptstadtstudio und ARD-aktuell) mit entsprechenden Korrekturen auch bei den Programm- und Sachaufwendungen, um die erforderliche Vergleichbarkeit herzustellen.

2.1.1 Anmeldungen der Anstalten

Tz. 124
In der folgenden Tabelle wird die Entwicklung der Personalaufwendungen von 2005-2012 dargestellt. Die Darstellung der Entwicklung vom 16. zum 17. Bericht von 2009-2012 folgt im Anschluss an die Erläuterungen.

Tab. 21 Personalaufwendungen von ARD, ZDF und Deutschlandradio 2005-2012
(Bestands- und Entwicklungsbedarf ohne Altersversorgung und ohne Rückstellungen für Altersteilzeit)
  ARD ZDF Deutschlandradio
  Aufwendungen (in Mio. EUR) Veränderung (in %) Aufwendungen (in Mio. EUR) Veränderung (in %) Aufwendungen (in Mio. EUR) Veränderung (in %)
2004 Ist 1.403,2  263,9  47,9 
2005 Ist 1.400,5 -0,2 265,1 0,5 49,1 2,6
2006 Ist 1.402,9 0,2 266,0 0,4 48,5 -1,2
2007 Ist 1.400,8 -0,1 267,9 0,7 48,1 -0,8
2008 Ist 1.421,1 1,4 274,0 2,3 48,2 0,2
Summe 2005-2008 5.625,4  1.073,0  193,8 
Durchschnitt  0,3 1,0 0,2
 
2009 Plan1 1.459,4 2,7 267,2 -2,5 52,3 8,6
2010 Vorschau 1.482,2 1,6 266,4 -0,3 55,0 5,1
2011 Vorschau 1.512,3 2,0 270,9 1,7 55,8 1,6
2012 Vorschau 1.538,9 1,8 275,5 1,7 56,9 2,0
Summe 2009-2012 5.992,8  1.080,0  220,0 
Durchschnitt  2,0  0,1  4,3
 
Summe 2005-2012 11.618,2  2.153,0  413,9 
Durchschnitt  1,2  0,6  2,2

1) Deutschlandradio Hochrechnung

Tz. 125
Bei der ARD sollen sich die Personalaufwendungen im Betrachtungszeitraum 2009- 2012 um durchschnittlich 2,0 % p.a. erhöhen.

Die ARD hat bisher nur das Ziel bestätigt, den Wirtschaftlichkeitsabschlag von 50 Mio. € (rechnerisch rd. 300 Stellen) durch eine Reduzierung im "erweiterten Personalaufwand" (einschließlich personalrelevantem Sachaufwand und Einsatz von Fremdfirmen) sowie weiterer Maßnahmen (Reduzierung von Aushilfskräften u.ä.) umzusetzen. Die ARD hat keine konkrete Darstellung der Einzelmaßnahmen vorgelegt. Damit ist auch nicht nachvollziehbar, ob — wie von der Kommission erwartet — die größeren Anstalten einen relativ höheren Beitrag zu diesen Einsparungen leisten werden (vgl. Tz. 491).

Tz. 126
Das ZDF plant im Zeitraum 2009-2012 unter Berücksichtigung des von der KEF im 16. Bericht angesetzten pauschalen Wirtschaftlichkeitsabschlags von 18 Mio. € (entsprechend rd. 100 Stellen) eine Erhöhung der Personalaufwendungen um durchschnittlich 0,1 % p.a. Auch das ZDF hat keine konkrete Darstellung der Einzelmaßnahmen vorgelegt.

Tz. 127
Das Deutschlandradio hat eine Erhöhung der Personalaufwendungen im Zeitraum 2009-2012 um durchschnittlich 4,3 % p.a. angemeldet.

Die relativ hohe Gesamtsteigerung beim Deutschlandradio erklärt sich im Wesentlichen durch die zusätzlichen 28 Planstellen für das Entwicklungsprojekt DRadio Wissen ab 2009 (Steigerungsanteil: durchschnittlich 0,8 % p.a.) und eine Planunterschreitung im Jahr 2008, die durch Sparmaßnahmen zur Zwischenfinanzierung von DRadio Wissen vorgenommen wurde.

Tab. 22 Anmeldungen der Anstalten zum 17. Bericht im Vergleich zu den angemeldeten Beträgen im 16. Bericht (in Mio. €)
  ARD ZDF Deutschlandradio
  16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung
2009 1.434,2 1.459,4 25,2 266,4 267,2 0,8 51,8 52,3 0,5
2010 1.457,8 1.482,2 24,4 270,9 266,4 -4,5 52,7 55,0 2,3
2011 1.484,7 1.512,3 27,6 275,4 270,9 -4,5 53,6 55,8 2,2
2012 1.512,3 1.538,9 26,6 280,0 275,5 -4,5 54,5 56,9 2,4
Summe 5.889,0 5.992,8 103,8 1.092,7 1.080,0 -12,7 212,6 220,0 7,4
Abweichung in %   1,8   -1,2   3,5

Tz. 128
Gegenüber den angemeldeten Beträgen zum 16. Bericht werden von der ARD und Deutschlandradio um 1,8 % bzw. 3,5 % höhere Aufwendungen, vom ZDF um 1,2 % verringerte Aufwendungen angemeldet.

Die Erhöhung von 103,8 Mio. € gegenüber dem 16. Bericht fällt bei der ARD vor allem beim BR (+ 40,1 Mio. €), beim SWR (+ 35,1 Mio. €) und beim MDR (+ 23,8 Mio. €) an. Die Ursachen sind vielfältig und beruhen im Wesentlichen auf der Konkretisierung und Aktualisierung der Planung (BR: tatsächlicher Tarifabschluss, höhere Anzahl Planstellen, Integration von Stellen, die bisher außerhalb des Stellenplans geführt wurden; MDR: vorgesehene Absenkung des Personalaufwands aufgehoben, Steigerung der Stellen vorgezogen; Ausgleich durch Absenkung Sachaufwand, Honorare und Fremdleistungen; SWR: tatsächlicher Tarifabschluss, Reduzierung der Zahl der freien Mitarbeiter durch Überführung in Festanstellungen, Ausgleich durch Reduzierung des Honorar-/Programmaufwands).

Die Steigerung beim Deutschlandradio erklärt sich im Wesentlichen durch Einstellung von Mitteln für das Entwicklungsprojekt DRadio Wissen. Bezogen auf den Bestandsbedarf läge lediglich eine Abweichung um 1,7 Mio. € bzw. 0,8 % vor. Gründe hierfür sind die von der KEF zusätzlich anerkannten Mittel für fünf befristete Stellen für Frequenzmarketing in den Jahren 2009 und 2010 sowie eine höhere unterstellte Tarifsteigerung für die Jahre 2009 und 2010.

Tz. 129
Die Anstalten hatten im 16. Bericht der Prognose der Personalkostensteigerungen für die Jahre 2009-2012 eine Tarifsteigerung von grundsätzlich 2,0 % jährlich zugrunde gelegt. Abweichend davon berücksichtigt die ARD für die Personalkosten 2009 und 2010 in ihrer Anmeldung zum 17. Bericht bereits die erwarteten Tarifabschlüsse. Aktuelle Verträge liegen bisher für alle ARD-Anstalten mit Ausnahme von MDR, RBB und RB vor. Sie sehen neben Sockelbeträgen u.a. Erhöhungen im Laufe des Jahres 2009 zwischen 1,7 % und 2,3 % sowie im Laufe des Jahres 2010 zwischen 2,0 % und 2,5 % vor. Nach Auslaufen dieser Verträge wird für 2011 und 2012 von einer Tarifsteigerungsrate von 2 % p.a. ausgegangen.

Das ZDF sieht für den Zeitraum 2009-2012 unverändert eine allgemeine Personalkostensteigerungsrate von 2 % p.a. (Tarifsteigerung, turnusmäßige Steigerungen und Stellenanhebungen) vor, auch wenn der aktuelle Tarifvertrag des ZDF (Laufzeit: 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2010) u.a. Erhöhungen um 2,9 % ab 1. April 2009 sowie um 1,3 % ab 1. Januar 2010 vorsieht.

Das Deutschlandradio veranschlagt für die Zeit ab April 2009 und das Jahr 2010 eine Tarifsteigerungsrate von 3,0 % p.a. sowie für die Folgejahre von unverändert 2,0 % p.a. Die Laufzeit des bisherigen Tarifvertrags des Deutschlandradios endete am 31. März 2009. Der inzwischen abgeschlossene neue Tarifvertrag entspricht im Wesentlichen den Abschlüssen der ARD-Anstalten.

2.1.2 Stellenentwicklung und Entwicklung der Stellenbesetzung

Tz. 130
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der Stellen von 2005-2012 sowie die Entwicklung vom 16. zum 17. Bericht von 2009-2012 dargestellt. Die Stellen umfassen Planstellen für fest angestellte Mitarbeiter und Sonstige Stellen für Mitarbeiter mit Zeitverträgen bei den Anstalten.

Tab. 23 Entwicklung der Stellen und der besetzten Stellen 2005-2012
  ARD ZDF Deutschlandradio
  Stellen Verän-
derung
(in %)
Besetzte
Stellen
Verän-
derung
(in %)
Stellen Verän-
derung
(in %)
Besetzte
Stellen
Verän-
derung
(in %)
Stellen Verän-
derung
(in %)
Besetzte
Stellen
Verän-
derung
(in %)
2004 Ist 22.054 20.996 3.916 3.852 731 666
2005 Ist 21.826 -1,0 20.777 -1,0 3.859 -1,5 3.806 -1,2 736 0,7 657 -1,4
2006 Ist 21.533 -1,3 20.561 -1,0 3.779 -2,1 3.647 -4,2 736 0,0 655 0,3
2007 Ist 21.499 -0,2 20.284 -1,3 3.699 -2,1 3.579 -1,9 732 -0,5 653 -0,3
2008 Ist 21.273 -1,1 20.267 -0,1 3.556 -3,9 3.456 -3,4 702 -4,1 662 1,4
Veränderung 2008
gegenüber 2004
-781 -3,5 -729 -3,5 -360 -9,2 -396 -10,3 -29 -4,0 -4 -0,6
2009 Plan1 21.204 -0,3 20.246 -0,1 3.516 -1,1 3.445 -0,3 728 3,7 692 4,5
2010 Vorschau 21.109 -0,5 20.165 -0,4 3.476 -1,1 3.406 -1,1 728 0,0 690 -0,3
2011 Vorschau 21.069 -0,2 20.132 -0,2 3.436 -1,2 3.367 -1,2 723 -0,7 688 -0,3
2012 Vorschau 21.046 -0,1 20.107 -0,1 3.396 -1,2 3.328 -1,2 723 0,0 686 -0,3
Veränderung 2012
gegenüber 2008
-227 -1,1 -160 -0,8 -160 -4,5 -128 -3,7 21 3,0 24 3,6
Veränderung 2012
gegenüber 2004
-1.008 -4,6 -889 -4,2 -520 -13,3 -524 -13,6 -8 -1,1 20 3,0
Durchschnitt
2009-2012 (in %)
 - 0,3  - 0,2  - 1,2  - 1,0   0,7   0,9

1 Deutschlandradio: Hochrechnung

Tz. 131
Die ARD plant im Betrachtungszeitraum 2009-2012 eine Reduzierung der besetzten Stellen um durchschnittlich 0,2 % p.a.

Tz. 132
Die Zahl der besetzten Stellen (Planstellen und Sonstige Stellen) des ZDF soll im Betrachtungszeitraum um durchschnittlich 1,0 % p.a. reduziert werden. In der Reduzierung ist die Auslagerung des Bereichs Werbevermarktung zum 1. Januar 2009 in die ZDF Werbefernsehen GmbH nicht berücksichtigt; eine Reduzierung um die bisher der Abteilung Werbefernsehen zugeordneten 16 Mitarbeiter (Personalaufwand ca. 1,5 Mio. € p.a.) wurde nicht vorgenommen. Als Grund gibt das ZDF an, dass mit einem zusätzlichen Personalaufwand in gleicher Höhe für die Durchführung der aufgrund des Zwölften Rundfunkänderungsstaatsvertrags vorgesehen Drei-Stufen-Tests der Internetinhalte gerechnet wird (ARD und Deutschlandradio haben dafür keinen Zusatzbedarf benannt).

In der Finanzvorschau wurde der von der KEF angesetzte pauschale Wirtschaftlichkeitsabschlag von 18 Mio. € (entsprechend rd. 100 Stellen) aufwandsmindernd und bei der Stellenentwicklung berücksichtigt. Dabei wurde die Vorgabe der KEF auf Stellen und Funktionen bezogen. Allerdings kann das ZDF derzeit noch nicht exakt sagen, welche Funktionen und Stellen reduziert werden können und wie im Einzelnen der Personalaufwand hierfür abgesenkt werden kann. Eine Konkretisierung soll sich im Laufe der Gebührenperiode ergeben (Möglichkeiten: Absenkung des Stellenplans, Sperre von Stellen im Stellenplan, Reduktion bei kurzfristigem Bedarf — z.B. bei kurzfristigen Zeitverträgen oder bei Übergangszeitverträgen nach Ausbildungsverhältnissen u.a.).

Tz. 133
Das Deutschlandradio plant im Betrachtungszeitraum eine Erhöhung der besetzten Stellen um durchschnittlich 0,9 % p.a.

Der hohe Steigerungswert ist vor allem durch die zusätzlichen 28 Planstellen für das Entwicklungsprojekt DRadio Wissen ab 2009 verursacht.

Tab. 24 Stellenentwicklung im 17. Bericht im Vergleich zum 16. Bericht
  ARD ZDF Deutschlandradio
  16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung
2008 21.311 21.273 -38 3.556 3.556 0 702 702 0
2009 21.203 21.204 1 3.541 3.516 -25 697 728 31
2010 21.161 21.109 -52 3.526 3.476 -50 696 728 32
2011 21.142 21.069 -73 3.511 3.436 -75 695 723 28
2012 21.118 21.046 -72 3.496 3.396 -100 695 723 28
Veränderung 2012
gegenüber 2008
-193 -227 -34 -60 -160 -100 -7 21 28


Tab. 25 Entwicklung der besetzten Stellen im 17. Bericht im Vergleich zum 16. Bericht
  ARD ZDF Deutschlandradio
  16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung
2008 20.391 20.267 -124 3.485 3.456 -29 677 662 -15
2009 20.295 20.246 -49 3.470 3.445 -25 670 692 22
2010 20.255 20.165 -90 3.455 3.406 -49 668 690 22
2011 20.237 20.132 -105 3.441 3.367 -74 666 688 22
2012 20.215 20.107 -108 3.426 3.328 -98 664 686 22
Veränderung 2012
gegenüber 2008
-176 -160 16 -59 -128 -69 -13 24 37

Tz. 134
Entgegen den Anmeldungen zum 16. Bericht hat die ARD die Zahl der besetzten Stellen nicht um 176, sondern nur um 160 reduziert. Für den zusätzlichen von der Kommission im 16. Bericht angesetzte pauschalen Wirtschaftlichkeitsabschlag von 50 Mio. €, entsprechend rd. 300 besetzte Stellen, sind beim Personalaufwand im engeren Sinne und den besetzten Stellen derzeit keine Einsparungen ausgewiesen. Allerdings hat die ARD ihre ursprünglichen Ziele für 2008 übererfüllt.

Die Entwicklung bei den einzelnen ARD-Anstalten stellt die folgende Tabelle dar:

Tab. 26 Entwicklung der besetzten Stellen der ARD-Anstalten 2012 gegenüber 2008 im 17. Bericht im Vergleich zum 16. Bericht
  16. Bericht Anmeldung zum 17. Bericht Abweichung
  Stellen in % Stellen in % Stellen in %
BR -9 -0,3 9 0,3 18
HR -10 -0,6 -12 -0,7 -2
MDR -12 -0,6 4 0,2 16
NDR -28 -0,8 -69 -2,0 -41
RB -9 -3,1 19 8,3 28
RBB -1 -0,1 -28 -1,8 -27
SR -44 -7,6 -40 -6,7 4
SWR 0 0,0 5 0,1 5
WDR -63 -1,5 -48 -1,2
Summe -176 -0,9 -160 -0,8 16


Die Anstalten der ARD haben nach ihren Anmeldungen zum 17. Bericht für den Zeitraum 2009-2012 eine Reduzierung ihrer besetzten Stellen von insgesamt 0,8 % geplant. Zwar sparen absolut NDR und WDR am meisten, relativ bezogen auf alle Stellen weist der SR die größte Reduzierung aus.

Gegenüber dem 16. Bericht haben NDR, RBB und HR weitere Stellenreduzierungen geplant. Bei den größeren Anstalten bleiben BR, WDR und SWR mit ihren Stellenreduzierungen hinter den Anmeldungen zum 16. Bericht zurück. Auch MDR und RB erreichen die ursprüngliche Zielstellung nicht.

Tz. 135
Das ZDF hat für den von der Kommission im 16. Bericht angesetzten pauschalen Wirtschaftlichkeitsabschlag von 100 besetzten Stellen eine Reduzierung von 69 besetzten Stellen ausgewiesen.

Tz. 136
Beim Deutschlandradio lag der Ist-Wert der besetzten Stellen aufgrund von Sparmaßnahmen zur Zwischenfinanzierung von DRadio Wissen um 15 Stellen unter dem Planwert im 16. Bericht. Der Planwert 2012 liegt um 24 Stellen über dem Ist-Wert für 2008 (+ 28 Stellen für DRadio Wissen, - 4 zusätzliche Stelleneinsparung).

2.1.3 Personalaufwendungen und Planstellenentwicklung bei ARTE

Tz. 137
Tab. 27 Entwicklung der Personalaufwendungen ohne Altersversorgung 2005-2012
  ARTE Deutschland TV GmbH ARTE G.E.I.E. (50 % Anteil ARTE Deutschland TV GmbH)
  Aufwendungen
(in Mio. Euro)
Veränderung
gegenüber Vorjahr (in %)
Aufwendungen
(in Mio. Euro)
Veränderung
gegenüber Vorjahr (in %)
2004 Ist 2,5 - 12,2 -
2005 Ist 2,5 - 1,2 13,5 10,5
2006 Ist 2,5 3,8 13,3 - 1,2
2007 Ist 2,5 0,0 14,2 6,5
2008 Plan 2,6 2,3 15,3 7,9
Summe 2005-2008 10,1   56,3  
Durschnitt  1,2  5,8
2009 Plan 2,8 5,8 15,6 2,1
2010 Vorschau 2,8 1,9 16,0 2,4
2011 Vorschau 2,9 2,0 16,4 2,4
2012 Vorschau 2,9 1,9 16,8 2,4
Summe 2009-2012 11,3 64,8 
Durschnitt  2,9  2,3
Summe 2005-2012 21,4   121,1  
Durschnitt  2,0  4,0


Tab. 28 Anmeldungen zum 17. Bericht gegenüber dem 16. Bericht (in Mio. €)
  ARTE Deutschland TV GmbH ARTE G.E.I.E. (50 % Anteil ARTE Deutschland TV GmbH)
  16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung 16. Bericht Anmeldung 17. Bericht Abweichung
2009 2,7 2,8 0,1 14,1 15,6 1,5
2010 2,8 2,8 0,0 14,5 16,0 1,5
2011 2,9 2,9 0,0 14,8 16,4 1,6
2012 2,9 2,9 0,0 15,2 16,8 1,6
Summe 11,3 11,3 0,0 58,6 64,8 6,2
Abweichung in %   0,0  1,5

Tz. 138
Bei ARTE Deutschland TV GmbH erhöhen sich die Personalaufwendungen im Gebührenzeitraum um durchschnittlich 2,9 % p.a. Gegenüber den Anmeldungen zum 16. Bericht gibt es keine Abweichungen.

ARTE G.E.I.E. plant für den Gebührenzeitraum eine Steigerung der Personalaufwendungen um durchschnittlich 2,3 % p.a. Gegenüber dem 16. Bericht wird eine Aufwandserhöhung von 10,5 % erwartet.

Tz. 139
Die ARTE Deutschland TV GmbH geht im Zeitraum 2005-2012 von einer gegenüber dem Jahr 2004 unveränderten Planstellenzahl von 39,3 aus.

ARTE G.E.I.E. plant im Zeitraum 2009-2012 eine Planstellenzahl von 416,5 (16. Bericht: 383).

ARTE G.E.I.E. hat den Streit über die Beendigung des Dienstleistungsverhältnisses mit der Firma STRATUS S.A.R.L. (Produktion, Technik) nach mehreren gerichtlichen Auseinandersetzungen am 9. August 2007 beigelegt. Der Vergleich umfasst u.a. eine Vereinbarung zur Übernahme von 27 ehemaligen STRATUS-Mitarbeitern.

Daneben hat ARTE G.E.I.E. 2007 und 2009 weitere Stellen in den Bereichen Internalisierung der Produktion sowie Internet als zusätzlicher Verbreitungsweg geschaffen.

Tz. 140
Den Steigerungen der Personalaufwendungen liegen bei ARTE Deutschland TV GmbH angenommene jährliche Tarifsteigerungen von 2,0 % zugrunde.

Tz. 141
Die Aufwendungen für Altersversorgung liegen bei der ARTE Deutschland TV GmbH im Betrachtungszeitraum 2009-2012 bei 0,4 Mio. € p.a. und bei ARTE G.E.I.E. bei jährlich 1,0 Mio. € (2009-11) bzw. 1,1 Mio. € (2012) als 50-%-Anteil der ARTE Deutschland TV GmbH.


Letzte Aktualisierung 25.01.2010