17. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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Drittes Kapitel
Leistungsdaten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
- Die Gesamtsendeleistung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist seit 2002 auf unverändert hohem Niveau und beläuft sich für das Jahr 2008 auf 9,962 Mio. Sendeminuten. Der Anteil der Erstsendeminuten im Kernbereich (ARD, ZDF und Dritte Programme) liegt bei rd. 40 % und hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht wesentlich verändert.
- Die ARD weist für das Erste Fernsehprogramm eine Gesamtsendeleistung von 498.238 Sendeminuten aus. Darin enthalten sind 325.111 Erstsendeminuten. Das entspricht einem Anteil von 65,3 %. Im Wesentlichen ist die Sendeleistung im Vergleich zu den Vorjahren konstant geblieben. Nach Selbstkosten ist "Sport" das wichtigste Ressort, nach Sendeminuten "Politik und Gesellschaft".
- Das ZDF zeigt für sein Hauptprogramm ein ähnliches Bild. Die Gesamtsendezeit ist im Wesentlichen konstant und beträgt 488.524 Sendeminuten einschließlich 337.124 Erstsendeminuten. Das ZDF-Hauptprogramm verzeichnet 2008 mit 69,0 % einen neuen Höchststand bei den Erstsendeanteilen. Auch beim ZDF ist "Sport" nach Selbstkosten das wichtigste Ressort, nach Sendeminuten sind es "Aktuelles" und "Politik".
- Bei den Dritten Programmen beträgt die kumulierte Sendeleistung 4,099 Mio. Sendeminuten. Darin enthalten sind rd. 1,396 Mio. Erstsendeminuten. Der Anteil der Erstsendeminuten liegt bei 34,1 %. Sowohl die Gesamt- als auch die Erstsendeleistung zeigen mittelfristig keine nennenswerten Veränderungen (d.h. nach dem Zeitpunkt der Fusion von ORB und SFB). Sowohl nach Selbstkosten wie nach Sendeminuten ist "Politik und Gesellschaft" das wichtigste Ressort.
- Für die analogen Spartenkanäle zeigen sich seit 2004 geringe Wachstumstendenzen, die für 2007 und 2008 im Wesentlichen auf den Programmausbau von ARTE zurückzuführen sind. Die Sendezeit beträgt für das Jahr 2008 rd. 1,869 Mio. Sendeminuten.
- Auch die digitalen Spartenkanäle weisen zwischen 2004 und 2008 ein geringes Wachstum auf. Für 2008 lag die Sendeleistung der digitalen Spartenkanäle bei 3,006 Mio. Sendeminuten.
- Im Bereich Hörfunk zeigt die Sendeleistung ein leichtes Wachstum und liegt derzeit bei 32,186 Mio. Sendeminuten, davon entfallen rd. 1,118 Mio. Sendeminuten auf das Deutschlandradio. Die Entwicklung der Wortangebote erweist sich als stabil und liegt bei 38,1 % (2008).
- Das Online-Angebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist der Bereich, in dem ein Ausbau des Angebots stattfindet (Richmedia, regelmäßig begleitete Sendeformate etc.). Darüber hinaus passen die Rundfunkanstalten ihre Angebote immer stärker an die Gewohnheiten der Nutzer an (etwa Blogs, "user-generated content" etc.).
Vorbemerkung
Tz. 47
Die nachstehende Darstellung über die Leistungsdaten der Rundfunkanstalten dokumentiert
Struktur und Entwicklung des vielfältigen Leistungsangebots des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
in Deutschland. Dabei ist es nicht die Aufgabe der Kommission, die Programmangebote zu kommentieren.
Die Kommission fordert jedoch die verantwortlichen Gremien auf, die hier aufgezeigten
Ergebnisse und Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen und bei zukünftigen Entscheidungen zu
berücksichtigen.
Tz. 48
Die folgende Leistungsdarstellung stützt sich auf Daten, die der Kommission von den Rundfunkanstalten
zur Verfügung gestellt worden sind. Der überwiegende Teil dieser Daten, einschließlich
der Kostendaten, wird auch in den Jahrbüchern der Rundfunkanstalten ausgewiesen und ist somit
öffentlich zugänglich. Allerdings sind die Abgrenzungen und Erhebungsweisen der Anstalten nicht
notwendig identisch, so dass ein Vergleich der Ergebnisse insoweit eingeschränkt sein kann.
Die Struktur des vorliegenden Leistungsberichts folgt weitgehend der Darstellung des 16. Berichts
(vgl. 16. Bericht, Tz. 27 zu den methodischen Problemen). Für die Zehn-Jahres-Zeitreihen ist i.d.R.
das Jahr 1999 der Ausgangspunkt und für die mittelfristigen Zeitreihen das Jahr 2004 die Vergleichsbasis.
Erstmalig dokumentiert die Kommission in diesem Bericht auch die Bemühungen der Anstalten im
Bereich der Ermittlung und Dokumentation der Programmqualität (Tzn. 101 ff.).
1. Fernsehen
Abbildung 7|1: Das Leistungsangebot des öffentlich-rechtlichen Fernsehens / Gesamtsendeminutenentwicklung
Abbildung 7|2: Das Leistungsangebot des öffentlich-rechtlichen Fernsehens / Zusammensetzung 2008
Tz. 49
Das Gesamtangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zeigt für die Periode bis 2008 keine
nennenswerten Schwankungen. Die Gesamtsendeleistung aller 21 Programme hat sich leicht erhöht
und beläuft sich auf 9,962 Mio. Sendeminuten. Eine leichte Erhöhung der Gesamtsendeleistung ist
in allen drei Programmgattungen, d.h. Kernbereich, analoge und digitale Spartenprogramme, zu
verzeichnen. Die Gesamtsendeleistung für 2008 liegt damit aber 0,04 % unter der Sendeleistung
aus dem Jahre 2002, als fast alle Programme zu 24-Stunden-Programmen ausgebaut worden sind.
Trotz der Fusion von SFB und ORB ist die Gesamtsendeleistung nahezu konstant geblieben. Der
Ausbau der digitalen Spartenkanäle folgte 2003. Dieser Ausbau überlagert auch die Fusion von SFB
und ORB im Jahr 2004. Die damit verbundene Programmreduktion ist in den aggregierten Daten
nicht erkennbar. Die Gesamtsendeleistung ist vielmehr seit 2001 annähernd konstant.
Tz. 50
Die Gesamtsendeleistung im Kernbereich ist im Vergleich zu 2004 konstant. Dies gilt entsprechend
für das Erste, das Zweite und die Dritten Programme. Die auffällige Erhöhung der Gesamtsendeleistung
für das Erste Programm im Jahr 2003 lässt sich durch einen Wechsel der Erhebungsmethode
erklären. Der Rückgang der Sendeleistung im Jahr 2004 ist eine Folge der Fusion von SFB und ORB.
Abbildung 8: Entwicklung der Sendeleistung im "Kernbereich"
Tz. 51
ARD und ZDF veranstalten fünf analoge Spartenkanäle. Dazu gehören: 3sat (seit 1984), ARTE (seit
1992), Kinderkanal und Phoenix (beide seit 1997) sowie BR-alpha (seit 1998). Nur bei dem Bildungskanal
BR-alpha handelt es sich um ein anstaltsindividuelles Programm des Bayerischen Rundfunks,
alle anderen Spartenkanäle werden von ARD und ZDF gemeinsam betrieben. Die Erfassung von
Kostendaten im Bereich der analogen Spartenkanäle stellt sich nach wie vor problematisch dar.
Die Kostendaten werden jeweils von den federführenden Anstalten in eigener Systematik erfasst,
erlauben aber keine Aggregation der Werte. Somit können auch in diesem Bericht keine Selbstkosten
je Sendeminute ausgewiesen werden (vgl. 16. Bericht, Tz. 29; 15. Bericht, Tz. 356). Die Gesamtsendeleistung
der analogen Spartenkanäle beträgt 1,869 Mio. Sendeminuten. Gegenüber dem
Vergleichsjahr 2004 ergibt sich damit ein Wachstum von 1,3 %. Dieser Anstieg ist vor allem auf den
Programmausbau von ARTE zurückzuführen, das im Vergleich zu 2004 eine Erhöhung der Sendeleistung
um 39,5 % verzeichnet hat.
Tz. 52
ARD und ZDF betreiben jeweils drei digitale Spartenprogramme (ARD: EinsPlus, EinsExtra und Eins
Festival; ZDF: ZDFinfokanal, ZDFdokukanal und ZDFtheaterkanal). Mit Ausnahme des ZDFtheaterkanals
handelt es sich inzwischen bei allen Programmen um 24-Stunden-Programme. Für die digitalen Spartenprogramme
zeigt sich von 2004-2008 ein leichter Anstieg von 3,5 %. Seit 2005 weist die
Gesamtsendeleistung der digitalen Spartenprogramme nur noch ein schwaches Wachstum auf. Die
Gesamtsendeleistung beträgt 3,006 Mio. Sendeminuten. Auch bei den digitalen Spartenprogrammen
erweist sich die Kostendarstellung als schwierig. Während das ZDF die Selbstkosten für die
digitalen Spartenprogramme beziffert, verweist die ARD erneut nur auf verschiedene Aufwandsgruppen.
Dies ist, ähnlich wie bei den analogen Spartenprogrammen, der Tatsache geschuldet, dass
die Kosten bei unterschiedlichen federführenden und zuliefernden Anstalten anfallen und verbucht
werden. Die Bemühungen um eine kohärente Selbstkostendarstellung sind nach Auffassung der
Kommission zu intensivieren. In Zukunft sollten Kosten und Leistungen für sämtliche Programme
identisch dargestellt werden.
Abbildung 9|1: Entwicklung der Sendeleistung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach Angebotsformen (1999 = 100) / Gesamtsendeminuten in %
Abbildung 9|2: Entwicklung der Sendeleistung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach Angebotsformen (1999 = 100) / Gesamtsendeminuten in %
Tz. 53
Hinsichtlich der Erstsendeanteile im gesamten Kernbereich zeigen sich seit 2004 keine nennenswerten
Schwankungen. Die Werte liegen zwischen 40 % und 41 %.
Abbildung 10: Entwicklung der Sendeleistung im Kernbereich
Tz. 54
Die Entwicklung der Erstsendeminuten zeigt für den Erhebungszeitraum 1999-2008 gewisse
Schwankungen. Dieses Ergebnis lässt sich vor allem durch einen Rückgang der Erstsendeminuten
beim Ersten Programm und bei den Dritten Programmen der ARD erklären, der durch eine Zunahme
der Erstsendeleistung beim ZDF (in den Jahren 2006-2008) kompensiert wurde. Darüber hinaus
deuten die jährlichen Veränderungsraten darauf hin, dass nach den zum Teil erheblichen Schwankungen
in den Jahren 2000-2003 eine gewisse Konstanz in der Entwicklung der Erstsendeminuten
festzustellen ist.
Tz. 55
Eine nähere Betrachtung der Anteile der Erstsendeminuten von ARD und ZDF bestätigt diese Entwicklungstendenzen.
Es zeigt sich, dass die Erstsendeanteile der ARD insbesondere 2003 gefallen
sind (dies ist vermutlich auch eine Folge der Neuorganisation des Vorabendprogramms und der
veränderten Erhebungsmethode) und seitdem weitgehend konstant sind. Die Erstsendeleistung des
ZDF entwickelte sich in entgegengesetzter Richtung. Hier ist gegenüber 2004 ein Wachstum von
5,8 % zu verzeichnen. Dabei scheinen sich die Anteile der Erstsendeminuten in den letzten Jahren
auf den erreichten Niveaus zu stabilisieren.
Abbildung 11: Entwicklung der Sendeleistung im Kernbereich (1999 = 100) / Erstsendeminuten in %
Tz. 56
Die gesonderte Berücksichtigung der Anteile der Erstsendeminuten in der Prime-Time (siehe auch
die Anmerkung zu Abb. 12) gibt ein nahezu identisches Bild. Für das Erste Programm zeigt sich eine
Differenz des Erstsendeanteils Prime-Time von rd. 6,9 %-Punkten gegenüber dem Jahr 2004, das mit
94,6 % allerdings einen besonders hohen Wert aufwies. Auch hier sind für die letzten Jahre kaum
nennenswerte Schwankungen zu erkennen. Das ZDF hingegen weist für 2008 ähnliche Erstsendeanteile
in der Prime-Time aus wie im Bezugsjahr 2004 (86,5 %). Der Anteil der Erstsendungen in der
Prime-Time hat sich gegenüber 2004 nur um 0,4 %-Punkte erhöht.
Abbildung 12: Entwicklung der Anteile der Erstsendeminuten
Tz. 57
Darüber hinaus wird für den 17. Bericht erstmals die Erstsendeleistung der digitalen Spartenkanäle
näher dokumentiert. Die Anteile der Erstsendeminuten der digitalen Spartenprogramme zeigen für
die ARD und für das ZDF unterschiedliche Ergebnisse, die auf die abweichende Datenbasis zurückzuführen
sind. Während das ZDF die Erstsendeleistung direkt ausweist, enthalten die Daten der
ARD auch die sog. "Übernahmen".
Für die ARD-Programme lässt sich eine gewisse Konstanz feststellen. So bleibt die Erstsendeleistung
(inkl. Übernahmen) von EinsExtra weitgehend unverändert, während sich die Erstsendeleistung von
EinsPlus im Erhebungszeitraum nahezu halbiert und die von EinsFestival um mehr als die Hälfte zunimmt.
Demgegenüber zeigen beim ZDF alle digitalen Programme ein deutliches Wachstum — auch
wenn sich die Anteile der Erstsendeminuten auf vergleichsweise niedrigem Niveau befinden. Während
der ZDFtheaterkanal und der ZDFdokukanal ihre Erstsendeleistung fast verdoppeln, versiebenfacht
sich die Erstsendeleistung des ZDFinfokanals. Insofern lässt sich für das ZDF ein deutlicher
Ausbau der Erstsendeleistung feststellen.
Tz. 58
Die Prioritätensetzung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf der Basis der Erstsendeminuten
und der von den Anstalten gelieferten Kostendaten soll im Sinne der vorangegangenen Berichte
fortgeführt werden, auch wenn diese Darstellungen die reale Ressourcenwidmung aufgrund der
unterschiedlichen Kostenrechnungssysteme der Anstalten nicht adäquat wiedergeben (vgl. 14. Bericht,
Tzn. 455 ff.). Ziel ist, die Prioritätensetzung als Zusammenhang von Kosten und Sendeleistung
zu begreifen. So gibt es Ressorts, die aufgrund des finanziellen Volumens, der Sendezeit oder aber
der Relation aus beiden als besonders wichtig eingeschätzt werden können. Die folgenden Abbildungen
versuchen, diese Informationen jeweils wiederzugeben, wobei die beiden Dimensionen auf
der x- und y-Achse abzulesen sind. Die Relationen aus Kosten und Sendezeit lassen sich hingegen
anhand der "Kreisgröße" feststellen. Große Kreise deuten dabei auf hohe Kosten je Sendeminute
hin und kleine Kreise auf geringe Kosten je Sendeminute.
Tz. 59
Zu den nach Kostengesichtspunkten zentralen Ressorts des Ersten Fernsehprogramms der ARD gehören
insbesondere "Sport" und mit einigem Abstand "Spielfilm", "Fernsehspiel", "Unterhaltung" sowie "Politik und Gesellschaft". Auffällig ist, dass für das Ressort "Fernsehspiel" mit Abstand die
höchsten Kosten pro Sendeminute ausgewiesen werden. Die Relation ist damit noch stärker ausgeprägt
als im Ressort "Sport", wenngleich hier die absolut höchsten Kosten aufgebracht werden.
Darüber hinaus fällt die hohe Anzahl an Erstsendeminuten im Ressort "Politik und Gesellschaft"
auf, die mit ähnlichen absoluten Kosten bereitgestellt werden wie in den Ressorts "Unterhaltung",
"Spielfilm" und "Fernsehspiel". Unter Berücksichtigung der Relation von Kosten je Sendeminute
entspricht das Ressort "Politik und Gesellschaft" eher den Programmbereichen "Familie", "Kultur
und Wissenschaft", "Religion" und "Musik".
Abbildung 13|1: Prioritätensetzung beim Ersten Fernsehprogramm der ARD 2008
Tz. 60
Neben der Prioritätensetzung wird auch die Veränderung des Ressourceneinsatzes dokumentiert.
Diese Form der Darstellung wurde mit einer langfristig angelegten Perspektive bereits in vergangenen
Berichten verwendet (vgl. 14. Bericht, Tzn. 572, 576, 581 sowie 593). Bei der vorliegenden
Darstellung handelt es sich um einen mittelfristigen Vergleich (von 2008 gegenüber 2004), der Hinweise
auf die wesentlichen Veränderungen bei den Erstsendeminuten und den Selbstkosten geben
soll. Im ersten Quadranten (in der Abbildung oben rechts) befinden sich dabei jene Ressorts bzw.
Programmgattungen, die sowohl bei den Erstsendeminuten als auch bei den Selbstkosten Zuwächse
gegenüber dem Referenzjahr zeigen. Der zweite Quadrant beinhaltet alle Fälle mit geringerer
Sendezeit bei Erhöhung der Selbstkosten. Dies gilt mit umgekehrten Vorzeichen für den vierten
Quadranten (mehr Sendezeit bei geringeren Kosten). Der dritte Quadrant umfasst alle Fälle mit
negativer Sendezeit- und Kostenveränderung.
Abbildung 13|2: Veränderung des Ressourceneinsatzes im Ersten Fernsehprogramm
Tz. 61
Die Veränderung des Ressourceneinsatzes im Ersten Programm der ARD lässt keine eindeutige Tendenz
erkennen. Es gibt Ressorts, die sich durch eine Erhöhung der Erstsendeminuten sowie durch
eine Ausweitung der Selbstkosten auszeichnen. Dazu gehören, auf geringem Niveau, beispielsweise
"Religion", "Kultur und Wissenschaft" sowie "Familie". "Politik und Gesellschaft" weist eine
geringe Abnahme der Erstsendeminuten bei gleichbleibenden Kosten auf, während "Sport" und
"Unterhaltung" und in geringerem Umfang auch "Fernsehspiel" sowohl bei den Erstsendeminuten
als auch auf der Kostenseite negative Veränderungsraten gegenüber dem Referenzjahr 2004 aufweisen.
Nur ein Ressort ("Spielfilm") weist eine Reduktion der Kosten bei identischer Erstsendezeit
auf. Insgesamt haben sich im Ersten Programm sowohl die Anzahl der Erstsendeminuten als auch
das Volumen der Selbstkosten gegenüber 2004 sehr leicht verringert.
Tz. 62
Für das ZDF-Hauptprogramm ist unter Berücksichtigung der Selbstkosten zu erkennen, dass den
Programmbereichen "Sport" und "Unterhaltung" die weitaus größte Bedeutung zukommt. Im Gegensatz
zur ARD liegen die Programmbereiche "Fernsehspiel", "Aktuelles", "Politik", "Kultur" und "Film" bei der Betrachtung der Selbstkosten vergleichsweise dicht beieinander. Es zeigen sich unter
zusätzlicher Berücksichtigung der Anzahl der Erstsendeminuten ebenfalls deutliche Unterschiede.
So zeichnen sich die Programmbereiche "Aktuelles", "Politik" und "Kultur" durch sehr geringe
Selbstkosten je Erstsendeminute aus. Die höchsten Selbstkosten je Erstsendeminute entfallen auch
beim ZDF auf das "Fernsehspiel", gefolgt von "Sport" und "Film".
Abbildung 14|1: Prioritätensetzung beim ZDF-Hauptprogramm 2008
Tz. 63
Für das ZDF zeigt sich im Hinblick auf den Ressourceneinsatz gegenüber 2004 ein etwas anderer
Befund als bei der ARD. Hier haben insbesondere die Programmbereiche "Unterhaltung", "Reihen
und Serien" sowie "Film" positive Veränderungsraten bei den Erstsendeminuten und den Selbstkosten.
Nur die Bereiche "Kinder, Jugend und Familie" und "Musik" weisen gegenüber 2004 negative
Veränderungsraten auf, d.h. hier reduzierten sich sowohl die Anzahl der Erstsendeminuten als
auch die Selbstkosten. Die verbleibenden Programmbereiche, insbesondere "Aktuelles", "Kultur
und Wissenschaft", "Sport" und"Politik", zeigen nur sehr geringe Veränderungen, nur im Bereich
"Fernsehspiel" gibt es eine Erhöhung der Selbstkosten bei gleichzeitig sinkender Erstsendezeit. Insgesamt
lässt sich im Vergleich zu 2004 ein geringer Ausbau der Erstsendeleistung dokumentieren,
der mit einer Erhöhung der Selbstkosten einhergeht.
Abbildung 14|2: Veränderung des Ressourceneinsatzes im ZDF-Hauptprogramm
Tz. 64
Bei den Dritten Fernsehprogrammen erweist sich wie in den bisherigen Berichten das Ressort "Politik
und Gesellschaft" als besonders wichtig. Sowohl unter Betrachtung der absoluten Selbstkosten
als auch unter Berücksichtung der Erstsendeminuten hebt sich dieses Ressort in seiner Bedeutung deutlich von den anderen ab. Die Relation von Selbstkosten je Erstsendeminute liegt allerdings unter
denen einiger anderer Ressorts (wie etwa "Fernsehspiel" oder "Kultur und Wissenschaft" etc.).
In der Detailbetrachtung erweisen sich auch die Ressorts "Unterhaltung" und "Kultur und Wissenschaft"
als besonders wichtig, obgleich der Abstand zu "Politik und Gesellschaft" beträchtlich ist.
Mit deutlich geringeren absoluten Selbstkosten folgen dann die anderen Ressorts, wobei der Programmbereich
"Familie" eine vergleichsweise hohe Sendezeit aufweist. Besonders bemerkenswert
ist auch hier die hohe Selbstkosten-Erstsendeminuten-Relation des Ressorts "Fernsehspiel".
Abbildung 15|1: Prioritätensetzung bei den Dritten Programmen der ARD
Tz. 65
Bei den Dritten Programmen liegen die einzelnen Veränderungsraten vergleichsweise dicht
beieinander. Eine Erhöhung der Erstsendeleistung und der Selbstkosten lässt sich für die Ressorts
"Familie" und "Religion" dokumentieren. Für "Kultur und Wissenschaft", "Musik" und "Politik und
Gesellschaft" erhöht sich die Erstsendeleistung bei fast gleichbleibenden Kosten. Demgegenüber
verzeichnen die Ressorts "Sport" sowie "Bildung und Beratung" eine Reduktion der Erstsendeleistung
bei nahezu gleichbleibenden Selbstkosten. Nur für das Ressort "Spielfilm" haben sich sowohl
Sendeleistung und Selbstkosten verringert. Insgesamt gibt es nur eine sehr geringe Veränderung
der gesamten Erstsendeleistung und der Selbstkosten gegenüber 2004.
Abbildung 15|2: Detailübersicht zu Abbildung 15|1 (Rahmen)
Abbildung 15|3: Veränderung des Ressourceneinsatzes bei den Dritten Programmen der ARD
