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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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15. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

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Zwölftes Kapitel
Produktionsbetriebe Fernsehen und Hörfunk

  • Die Produktionskosten pro Sendeminute Fernsehen konnten seit 1993 sowohl im ARD-Durchschnitt als auch beim ZDF um mehr als 30 % gesenkt werden. Dies ist insbesondere auf eine Verbesserung des Verhältnisses Personaleinsatz zu erstellter Leistung zurückzuführen. Die Kommission geht davon aus, dass diese Entwicklungen durch ihre Erhebungen angestoßen und gefördert wurden.
  • Bei Betrachtung der Kosten für das Erste/Hauptprogramm zeigen sich allerdings nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anstalten. Die Anstalten sind deshalb und auch in Hinblick auf die aktuelle Gebührensituation gefordert, eine weitere Optimierung der wirtschaftlichen Abläufe anzustreben.

1. Darstellung

Tz. 453
Die Kommission hat die seit dem Erhebungsjahr 1979 durchgeführte Untersuchung der Auslastung, Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Produktionsbetriebe Fernsehen und Hörfunk weitergeführt. Anhand der Zahlen des Jahres 2003 hat sie hierbei die Kosten und Leistungen der Produktionsbetriebe bei den ARD-Anstalten, beim ZDF und beim Deutschlandradio unter Berücksichtigung der Veränderungen gegenüber früheren Ergebnissen einem kritischen Vergleich unterzogen.

Die seit 1987 angestellten Zeitreihenvergleiche wurden fortgeführt. Aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen Veränderungen wurden die bisher auf Basis des Jahres 1983 ermittelten Indexwerte auf das Basisjahr 1993 umgestellt. Die Übersicht über die Indexwerte 2003 für den Fernsehbereich findet sich unter Tz. 464. Den Werten der aus Fusionen hervorgegangenen Anstalten wurden dabei die zusammengefassten Zahlen der Vorgängeranstalten gegenübergestellt.

Auf die detaillierte Darstellung der Ergebnisse der Untersuchung des Produktionsbetriebs Hörfunk wird hier verzichtet. Sie ist den Anstalten mit einem ausführlichen Bericht über die Untersuchung 2003 zu den Produktionsbetrieben Fernsehen und Hörfunk zugegangen, der den Anstalten Kennzahlen und Anstöße zu ihren weiteren Bemühungen um eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit im Produktionsbereich geben soll.

Tz. 454
Bei den in die Untersuchung einbezogenen Kosten handelt es sich ausschließlich um die Personal- und Sachkosten der eigenen Produktionsbetriebe der Anstalten, also um indirekte Programmkosten (inkl. der damit zusammenhängenden Kosten für Fremdleistungen), die durch die Bereitstellung eines bestimmten Produktionspotenzials bedingt sind. Die anteiligen Kosten der betrieblichen Altersversorgung wurden nicht in den Vergleich einbezogen, da die Versorgungsregelungen und deren kostenwirksame Behandlung bei den einzelnen Anstalten voneinander abweichen.

Tz. 455
Im Jahre 2003 waren in den Produktionsbetrieben für Fernsehen und Hörfunk bei den ARD-Anstalten 7.151, in der Fernsehproduktion des ZDF 1.344 und in der Hörfunkproduktion des Deutschlandradios 150 fest angestellte Mitarbeiter tätig. Dazu kamen bei der ARD weitere 1.098, beim ZDF 491 und beim Deutschlandradio 14 Mannjahre von Freien Mitarbeitern. Die untersuchten indirekten Kosten betrugen bei den ARD-Anstalten 923,3 Mio. Euro, von denen 716,8 Mio. Euro auf den Fernsehbereich und 206,5 Mio. Euro auf den Hörfunkbereich entfielen. Beim ZDF beliefen sie sich auf 206,1 Mio. Euro, beim Deutschlandradio auf 18,4 Mio. Euro. Das entspricht 15,5 % des Gesamtaufwands der ARD, 12,2 % des Gesamtaufwands des ZDF und 9,4 % des Gesamtaufwands des Deutschlandradios, also einem durchaus bedeutsamen Bereich im Etat der Rundfunkanstalten.

Tz. 456
Die folgenden Ausführungen stellen das zusammengefasste Ergebnis zu den Produktionsbetrieben Fernsehen dar.

Tz. 457
Die Aufgliederung der o.g. Personal- und Sachkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen im Jahre 2003 ergibt sich aus folgender Tabelle:

Tab. 74 Personal- und Sachkosten der Produktionsbetriebe Fernsehen 2003 (in Mio. Euro)
Anstalt Angeglichene Gesamtkosten ohne betriebliche Altersversorgung darin enthalten:
Abschreibungen auf Sachanlagen einschließlich Gebäude Gebäude- und Bewirtschaftungskosten (ohne Abschreibungen auf Gebäude) und Kosten für gemietete Räume Personalkosten für Festangestellte (ohne betriebliche Altersversorgung) und Kosten für freies Produktionspersonal Sonstige Kosten
BR 104,6 12,3 6,3 63,1 22,9
HR 53,9 7,7 2,1 29,1 15,0
MDR 94,8 11,0 3,4 31,7 48,7
NDR 100,7 18,3 5,2 57,8 19,5
RB 14,1 1,6 1,1 9,3 2,1
RBB 55,8 6,8 3,3 31,0 14,8
SR 15,9 1,7 1,2 10,6 2,5
SWR 116,1 17,1 6,8 62,9 29,3
WDR 160,8 21,9 11,5 99,5 27,8
ARD 716,8 98,4 40,8 394,9 182,6
ZDF 206,1 36,7 10,1 124,4 34,8

Tz. 458
Hiernach entfallen auf:
  ARD   ZDF
Personalkosten 55,1 % (33,4 % - 66,4 %) 60,4 %
Gebäude- und Bewirtschaftungskosten ohne Abschreibungen 5,7 % (3,6 % - 7,7 %) 4,9 %
Abschreibungen auf technische Anlagen 11,9 % (8,5 % - 15,8 %) 15,7 %
Anteilige Gebäudeabschreibungen 1,8 % (0,7 % - 2,6 %) 2,1 %
Sonstige Kostenarten 25,5 % (15,1 % - 51,4 %) 16,9 %

Tz. 459
Diesen Personal- und Sachkosten der Produktionsbetriebe im Jahre 2003 standen bei den ARD-Anstalten 2003: 1.449.017 (2001: 1.482.925) und beim ZDF: 298.030 (2001: 262.556) produzierte Sendeminuten ohne gestaltete Programmüberleitungen gegenüber.

Tz. 460
Die Durchschnittskosten je hergestellter Sendeminute ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle. Dabei wurden Kosten, die nicht durch selbstproduzierte Sendeminuten der Anstalten verursacht waren (Kosten für Produktionsbeistellungen, für Programm-, Produktions- und Sendehilfen und für Leistungen an Dritte ohne Gegenleistung), aus den Gesamtkosten ausgeschieden.

Tab. 75 Angeglichene Kosten, Leistungen und Durchschnittskosten der Produktionsbetriebe Fernsehen 2003
Anstalt Angeglichene Kosten der Produktionsbetriebe ohne betriebliche Altersversorgung Hergestelltes Programm ohne gestaltete Programmüberleitungen Durchschnittliche Kosten je hergestellter Sendeminute
2003 (in Mio. Euro) 2003 Minuten 2003 (in Euro) 2001 (in Euro) 1999 (in Euro)
BR 102,3 225.623 453 475 448
HR 50,3 109.481 459 441 448
MDR 82,3 172.994 476 509 476
NDR 92,7 188.303 493 525 540
RB 11,7 20.294 579 595 491
RBB 55,9 141.359 395 355 326
SR 14,7 57.907 255 237 370
SWR 101,6 223.694 454 427 529
WDR 144,2 309.362 466 456 438
ZDF 186,2 298.030 625 703 738

Tz. 461
Danach liegt die Schwankungsbreite bei den ARD-Anstalten im Jahre 2003 zwischen 255 Euro (SR) und 579 Euro (RB) pro Sendeminute. Beim ZDF betrugen die Durchschnittskosten 625 Euro gegenüber 703 Euro im Jahre 2001.

Tz. 462
Seit der Erhebung 2001 melden die Anstalten der ARD Daten aufgrund von anstaltsindividuellen Aufteilungsrechnungen, die eine Differenzierung zwischen Erstem Programm und den übrigen Programmen ermöglichen. Die von der ARD für 2003 gemeldeten Aufteilungswerte und die aufgrund der Meldung des ZDF ermittelten Werte für das Hauptprogramm und die übrigen Programme sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst und den für 2001 ermittelten Werten gegenübergestellt.

Tab. 76 Durchschnittliche Kosten je hergestellter Sendeminute (in Euro)
Anstalt Insgesamt Erstes / Hauptprogramm Übrige Programme
2003 2001 2003 2001 2003 2001
BR 453 475 857 955 413 409
HR 459 441 1.295 1.111 381 370
MDR 476 509 1.003 998 428 458
NDR 493 525 542 735 488 499
ORB   302   541   266
RB 579 595 787 690 313 476
RBB 395   818   371  
SR 255 237 346 448 249 220
SFB   414   588   397
SWR 454 427 882 837 391 371
WDR 466 456 988 734 340 388
ARD 453 448 901 802 394 394
ZDF 625 703 778 776 320 469


Demnach liegen die Durchschnittskosten für das Erste Programm bei etwa dem Eineinhalb- bis Dreieinhalbfachen der Durchschnittskosten für das übrige Programm. Die Kosten des ZDF für sein Hauptprogramm lagen 2003 deutlich unter dem Durchschnittswert der ARD.

Zur Verdeutlichung werden die Werte der Anstalten für 2003 nochmals grafisch dargestellt.

Abbildung 56: Durchschnittliche Kosten je hergestellter Sendeminute insgesamt und getrennt nach Erstem Programm / Hauptprogramm und den übrigen Programmen in Euro



Bei den übrigen Programmen, die einen erheblichen Anteil an der gesamten Programmproduktion ausmachen (ARD: rd. 90 %, Ausnahme RB: rd. 45 %), handelt sich in erster Linie um die Dritten Programme und die Zulieferungen zu den Satellitenprogrammen. Beim ZDF liegt der Anteil der übrigen Programme (3sat, ARTE, ZDFtheaterkanal, Kinderkanal, ZDFinfokanal, ZDFdokukanal) an der Gesamtproduktion dagegen nur bei rd. 33 %, was auch den hohen Wert von 625 Euro je Sendeminute bei der Gesamtbetrachtung relativiert.

Tz. 463
Die Entwicklung der Durchschnittskosten je hergestellter Sendeminute bei den einzelnen Anstalten im Vergleich der Jahre 1983 und 2003 ist in der nachfolgenden Grafik dargestellt:

Abbildung 57: Entwicklung der durchschnittlichen Produktionskosten je Sendeminute Fernsehprogramm 2003 im Vergleich zu 1983 in Euro



Die vorstehende Grafik zum Langzeitvergleich 1983-2003 zeigt, dass sich die Bandbreite der Minutenkosten bei den Anstalten der ARD, die 1983 noch zwischen 451 Euro (BR) und 787 Euro (WDR) lag, 2003 im Wesentlichen auf den Bereich zwischen 450 Euro und 500 Euro begrenzte und sich damit auf niedrigerem Niveau stark angenähert hat. Dies ergibt sich hauptsächlich dadurch, dass die früher zu hohen Minutenkosten produzierenden Anstalten ihre Minutenkosten nachhaltig senken konnten. Der ARD-Durchschnittswert verminderte sich von 1983-2003 von 653 Euro auf 453 Euro, also um 30,6 %. Auch die Absenkung des Kostenniveaus beim ZDF von 943 Euro im Jahre 1983 auf nunmehr 625 Euro (minus 318 Euro = 33,7 %) ist beachtlich.

Tz. 464
Die Entwicklungen im Bereich der Produktionsbetriebe Fernsehen sind anhand von Indexzahlen in folgender Tabelle zusammengefasst:

Tab. 77 Indexzahlen 2003 für die Entwicklungen der Produktionsbetriebe Fernsehen (1993 = 100)*
  BR HR MDR NDR RB RBB SR SWR WDR ARD ZDF
1. Produktionskosten/Sendeminute 84 71 93 69 119 100 58 68 84 80 83
2. Sendefertiges Programm ohne gestaltete Programmuberleitungen 174 151 181 178 85 123 154 166 162 160 147
3. Angeglichene Gesamtkosten fur fertiggestelltes Programm 146 108 167 122 101 123 89 113 136 128 122
4. a) Personalkosten insgesamt 122 95 130 119 91 100 87 101 139 115 102
  b) Personalkosten Festangestellte 106 97 106 113 87 96 91 83 123 104 96
  c) Personalkosten freie Mitarbeiter 242 61 259 186 153 116 62 312 461 223 116
5. Gebaude- und Bewirtschaftungskosten 143 56 100 135 77 93 88 88 135 108 143
6. Abschreibungen auf Sachanlagen einschlieslich Gebaude 91 70 238 188 74 102 76 88 126 113 338
7. Sonstige Kosten 222 371 243 137 180 256 165 276 176 219 119
8. a) Anzahl Produktionspersonal insgesamt 104 83 101 97 73 76 76 80 110 93 86
  b) Anzahl festangestellte Mitarbeiter 93 85 85 92 70 74 79 67 99 85 82
  c) Anzahl freie Mitarbeiter 210 53 203 154 125 84 56 254 372 178 98
9. Personalkosten/Festangestellter 114 115 125 122 124 129 115 123 124 122 118
10. Produktionsstunden/Sendeminute 60 55 56 54 86 62 49 48 68 58 58

* Umstellung von Basisjahr 1983 (14. KEF-Bericht) auf Basisjahr 1993

Tz. 465
Ein Vergleich der Indexentwicklungen der durchschnittlichen Sendeminutenkosten von ARD und ZDF mit der Entwicklung des Preisindexes für die Lebenshaltung ergibt folgendes Bild:

Abbildung 58: Vergleich Index Minutenkosten / Index Preise Lebenserhaltung

Tz. 466
Wie bei den vorhergegangenen Untersuchungen hat die Kommission einzelne Faktoren der Durchschnittskosten je Sendeminute näher untersucht. Dabei war festzustellen, dass auch im Erhebungszeitraum 2003 den Personalkosten das größte Gewicht zukommt.

Zur Frage des unterschiedlich hohen Anteils an aufwändigeren Produktionen, zum Einfluss der Gebäudeabschreibungen und zur Einbeziehung der Gebäude- und Bewirtschaftungskosten in die Erhebung stellte die Kommission schon bei früheren Erhebungen fest, dass sich daraus keine einheitlichen Tendenzen zur Höhe der Durchschnittskosten je Sendeminute ableiten lassen bzw. dass diese Kosten nur von untergeordneter Bedeutung sind.

Tz. 467
Eine genauere Betrachtung der Personalkosten führt zusammengefasst zu folgenden Feststellungen:

Die durchschnittlichen Personalkosten je hergestellter Sendeminute lagen im Jahre 2003 bei den ARD-Anstalten zwischen 183 Euro und 456 Euro, beim ZDF bei 418 Euro. Weitere Werte sind aus der Tabelle ersichtlich:

Tab. 78 Durchschnittliche Personalkosten je hergestellter Sendeminute Fernsehprogramm (in Euro)
Anstalt 2003 2001 1999
BR 280 272 257
HR 266 237 274
MDR 183 185 191
NDR 307 326 344
RB 456 483 387
RBB 219 205 203
SR 183 166 263
SWR 281 242 316
WDR 322 310 283
ARD 273 259 274
ZDF 418 471 503

Tz. 468
Im Durchschnitt beträgt der Anteil der Personalmehrkosten an den gesamten Mehrkosten gegenüber der Anstalt mit den niedrigsten Gesamtkosten rd. 42 %. Damit ist der Personalaufwand nach wie vor der gewichtigste Faktor bei den Mehrkosten der meisten Anstalten gegenüber der Anstalt mit den geringsten Minutenkosten.

Tz. 469
Maßgebenden Einfluss auf die Höhe der Produktionskosten hat vor allem der Personaleinsatz. Aus der nachstehenden Tabelle ergibt sich zunächst, wie viele Personalstunden durchschnittlich im Jahre 2003 je hergestellter Sendeminute aufgewandt wurden:

Tab. 79 Durchschnittliche Personalstunden je hergestellter
Anstalt 2003 2001 1999
BR 7,5 7,7 7,4
HR 7,9 7,0 8,0
MDR 5,4 5,6 5,9
NDR 8,2 8,6 9,6
RB 11,8 12,7 10,2
RBB 5,9 6,0 6,0
SR 5,0 4,7 7,4
SWR 7,4 6,4 8,7
WDR 8,1 8,0 7,5
ZDF 10,1 11,2 13,0

TZ. 470
Stellt man eine Beziehung zwischen der eingesetzten Arbeitszeit des Produktionspersonals und den Sendeminutenkosten her, so zeigt sich, dass die Höhe der Produktionskosten und die durchschnittlichen Personalstunden je Sendeminute in der Tendenz gleich liegen. Dies wird aus folgendem Schaubild deutlich:

Abbildung 59: Produktionskosten und Personaleinsatz 2003 je Sendeminute



Zusammenfassend ist festzuhalten:

Tz. 471
Während die kleinere Anstalt SR und der aus der Fusion zweier kleinerer Anstalten hervorgegangene RBB zu besonders günstigen Minutenkosten produzieren, liegen die übrigen Anstalten inzwischen mit ihren durchschnittlichen Minutenkosten ziemlich nahe beieinander. Am teuersten unter den ARD-Anstalten produziert RB, das aber einen überproportional hohen Anteil seiner Gesamtproduktion für das Erste Programm erstellt.

Es ist zu erkennen, dass sich die Masse der Produktionen für die Dritten und die übrigen Programme auf die Durchschnittskosten pro Sendeminute bei den Anstalten der ARD stark dämpfend und nivellierend auswirkt, während im Bereich der Produktionen für das Erste bzw. das Hauptprogramm nach wie vor erhebliche Kostenunterschiede bestehen (siehe Grafik Tz. 462).

Unbeschadet der positiven Entwicklung seit 1983 (siehe Grafik Tz. 463) - sind Überlegungen zu einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und eine Fortsetzung der Einsparungsbemühungen bei den Produktionsbetrieben nach wie vor angezeigt.

Tz. 472
Aus den Indexwerten (Tz. 464) ist für die zehn in den Zeitreihenvergleich einbezogenen Anstalten festzuhalten,

  1. dass bei neun Anstalten der Index für die Leistungen 2003 bezogen auf 1993 stärker anstieg als der Gesamtkostenindex, obwohl bei den Gesamtkosten die Personalkostenentwicklung und die allgemeine Preissteigerung zu Buche schlagen;

  2. dass bei neun Anstalten der Index für die "Personalkosten insgesamt" weniger anstieg als der Gesamtkostenindex;

  3. dass der Personalkostenindex für freie Mitarbeiter bei sechs Anstalten - teilweise erheblich – stärker anstieg als der Gesamtkostenindex;

  4. dass der Indexwert für die Anzahl des Produktionspersonals 2003 - wie schon bei den letzten vier Erhebungen - bei allen Anstalten unter dem Indexwert für die Leistungen, bei sieben Anstalten für 2003 trotz teilweise erheblich gestiegener Leistungen sogar unter 100 lag;

  5. dass sich als Folge dieser Entwicklungen das Verhältnis Produktionsstunden/Leistungen trotz des geänderten Basisjahrs bei allen zehn Anstalten - und zwar zum Teil gravierend (Indexwerte unter 50; ARD-Durchschnitt insgesamt unter 60) - verbesserte, was wiederum dazu führte,

  6. dass bei neun von zehn Anstalten und im ARD-Durchschnitt (ARD-Index 80; ZDF-Index 83) die Kosten/Sendeminute im Jahre 2003 niedriger lagen als 1993. Sie liegen bei sechs ARDAnstalten und dem ZDF sogar noch unter den Werten von 1983.

Tz. 473
Die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen den Personalaufwendungen und den unterschiedlichen Gesamtaufwendungen je produzierter Sendeminute betrifft zum einen das Vergütungsniveau und zum anderen den Umfang des Einsatzes an Mitarbeitern.

Tz. 474
Das Vergütungsniveau differiert zwischen den Anstalten nicht unbeträchtlich, die durchschnittlichen Personalkosten je Festangestellter lagen im Jahre 2003 zwischen 52.800 Euro und 64.400 Euro. Trotzdem ist das Vergütungsniveau allein nicht der entscheidende Faktor für die Höhe der Produktionskosten, wenn es sich auch kumulativ auswirken mag.

Tz. 475
Wie sich aus dem Schaubild in Tz. 470 ergibt, ist der verschieden hohe Personaleinsatz weiterhin als wesentlichste Ursache für die Differenzen in der Höhe der Produktionskosten zwischen den Anstalten anzusehen. Beim MDR wirkt sich hier aus, dass er infolge seines Outsourcing-Konzeptes verstärkt Personalkapazität über Fremdleistungen zukauft.

Der ARD-Durchschnitt erhöhte sich von 2001: 7,1 Stunden auf 2003: 7,3 Stunden. Der deutlich darüber liegende Aufwand bei RB (Tz. 469) sollte auf Auslastungsreserven im Personalbereich hin untersucht werden. Beim ZDF ist eine nochmalige Absenkung um knapp 10 % gegenüber den Vorjahren zu erkennen, wobei das Niveau allerdings noch immer deutlich über dem ARD-Durchschnitt bleibt.

Tz. 476
Auch die nicht weiter aufgegliederten Sonstigen Kosten haben bei einigen Anstalten einen erheblichen Umfang. Sie liegen 2003 zwischen 15,1 % und 51,4 % der angeglichenen Gesamtkosten bei den ARD-Anstalten (siehe Tz. 457). Der hohe Anteil von 51,4 % beim MDR ist auf das bereits angesprochene Outsourcing-Konzept zurückzuführen. Beim ZDF entfallen 16,9 % auf Sonstige Kosten. Sowohl bei der ARD als auch beim ZDF war dieser Bereich im Vergleich zu 2001 rückläufig.


Letzte Aktualisierung 23.01.2006