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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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15. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

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Vierzehntes Kapitel
Programmvorratshaltung Fernsehen

  • Bei den ARD-Anstalten ist gegenüber der letzten Untersuchung der Wert des Programmvermögens um knapp 7,0 %, die Menge sogar um 25,0 % zurückgegangen.
  • Beim ZDF ist der Wert des Programmvermögens geringfügig angestiegen bei einem weiteren Rückgang der Menge um insgesamt 28,9 %.
  • Hauptursache für die gegenläufige Entwicklung beim Wert und bei der Menge ist der Anstieg der Rechtekosten für Spielfilme und Sportgroßereignisse.
  • Bezogen auf den Sendebedarf ist die Vorratslage der ARD-Anstalten günstiger als die des ZDF.

1. Entwicklung des Programmvermögens Fernsehen

Tz. 560
Die Programmvorräte Fernsehen von ARD und ZDF haben sich wie folgt entwickelt:

  1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003
ARD:
Mio. Euro 623,1 607,0 613,2 734,7 829,6 858,3 845,1 890,5 828,3 830,9
Minuten 393.151 344.764 324.780 350.722 343.158 323.122 253.891 239.873 193.609 179.838
ZDF:
Mio. Euro 431,9 448,6 453,3 468,7 462,5 456,1 494,7 522,5 481,3 527,4
Minuten 100.429 87.702 82.935 71.257 72.168 67.312 65.702 68.578 58.099 48.766


Enthalten sind auch die Vorräte der ARD-Anstalten für die Dritten Programme und der ARD-Werbegesellschaften, die von den Anstalten für den Kinderkanal vorgehaltenen Programmvorräte sowie die Vorräte für 3sat und ARTE. Dagegen wurden die Programmvorräte des Kinderkanals in Erfurt (2002: 3,1 Mio. Euro / 798 Minuten; 2003: 2,9 Mio. Euro / 2.513 Minuten), des von ARD und ZDF gemeinsam getragenen Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix, des Programms BR-alpha und der digitalen Programme ZDFtheaterkanal, ZDFinfokanal und ZDFdokukanal wegen sehr geringer Vorratsrelevanz nicht in die Untersuchung einbezogen.

Die deutlich höhere Menge der Vorräte der ARD-Anstalten ist u.a. auf die Vorräte für die Dritten Programme und die Erfassungssystematik der Vorräte für das Vorabendprogramm zurückzuführen. Die gemeinsam beschafften Serien für das Vorabendprogramm wurden von den einzelnen Anstalten zutreffend nur mit den anteiligen Kosten, aber wegen des Programmsplittings von fast allen Anstalten jeweils mit der gesamten Sendelänge gemeldet. Die ARD-Anstalten haben mitgeteilt, die Erfassungssystematik bei künftigen Abfragen entsprechend anzupassen. Bei den Vorräten für das Erste Programm der ARD-Anstalten und das ZDF-Programm (bei Ausklammerung des Vorabendprogramms bzw. des Programms im Umfeld der Werbung) ist der Unterschied zwischen ARD und ZDF weit geringer (2003: ARD: 58.218 Minuten, ZDF: 32.552 Minuten).

Tz. 561
Zusammensetzung des Programmvermögens Fernsehen der Jahre 2002 und 2003:

  31.12.2002 31.12.2003
  Mio. Euro Minuten Mio. Euro Minuten
ARD:
Fertige Programmvorräte 385,6 181.988 388,7 171.255
Einzelwiederholungsrechte/Übernahmen 6,0 11.621 4,0 8.583
Pauschale Wiederholungsrechte 71,0   73,6  
Unfertige Programme/Anzahlungen (einschl. unfertige Einzelwiederholungsrechte) 365,7   364,6  
Gesamt: 828,3 193.609 830,9 179.838
ZDF:
Fertige Programmvorräte (ohne Anschlusslizenzen) 209,8 51.510 216,9 45.727
Anschlusslizenzen 14,1 6.589 5,6 3.039
Bilanzierte Wiederholungsrechte 57,8   59,0  
Unfertige Programme/Anzahlungen (einschl. unfertige Anschlusslizenzen) 199,5   245,9  
Gesamt: 481,3 58.099 527,4 48.766


Die pauschalen/bilanzierten Wiederholungsrechte, die unfertigen Programme und die geleisteten Anzahlungen konnten nur wert-, jedoch nicht mengenmäßig erfasst werden.

Tz. 562
Der Wert des Programmvermögens hat sich bei den ARD-Anstalten zum 31.12.2002 gegenüber dem Vorjahr um 62,2 Mio. Euro (= 7,0 %) verringert und zum 31.12.2003 geringfügig erhöht. Der größte Anteil des Werts der Vorräte entfällt mit 78,7 % (31.12.2002) bzw. 79,7 % (31.12.2003) auf die Vorräte für das Erste Programm (einschließlich Degeto-Filme und Vorabendprogramm).

Die Menge der Programmvorräte (in Sendeminuten) ist im Untersuchungszeitraum - wie auch schon in den Vorjahren - weiter stark zurückgegangen (2002: - 19,3 %; 2003: - 7.1 %). Zu einem geringen Teil ist dies auch auf statistische Effekte (geänderter Minutenausweis der Vorräte für das Vorabendprogramm des SR) zurückzuführen. Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Filmvorräten der Degeto Film GmbH und beim Vorabendprogramm. Bei Letzterem ist dies auch in der geänderten Sendungsstruktur begründet. Der höhere Anteil an Livesendungen führt zu einem geringeren Einsatz an Vorproduktionen. Die Gesamtmenge der Programmvorräte ist auf den bisher niedrigsten Stand gesunken.

Tz. 563
Beim ZDF ist der Wert des Programmvermögens nach einem Rückgang von 7,9 % zum 31.12.2002 um 9,6 % zum 31.12.2003 angestiegen und hat damit wertmäßig den bisher höchsten Stand erreicht. Der Anstieg im Jahre 2003 ist im Wesentlichen auf die Anzahlungen für Sportgroßereignisse und die erstmalige Aktivierung der nichtabzugsfähigen Vorsteuer (23,2 Mio. Euro) zurückzuführen. Wie bei den Anstalten der ARD ist auch beim ZDF die Menge der einsetzbaren Programmvorräte deutlich zurück gegangen (2002: - 15,3 %; 2003: - 16,1 %) und hat damit ebenfalls den bisher niedrigsten Stand erreicht.

Tz. 564
Hauptursache für diese gegenläufige Entwicklung beim Wert und bei der Menge der Vorräte sowohl bei ARD als auch beim ZDF sind die insbesondere für Spielfilme und Sport-Großereignisse gestiegenen Rechtekosten (höhere Preise für weniger Minuten). Die Vorratssituation für ARD und ZDF und deren Bewertung durch die Kommission sind in den Tzn. 573 ff., insbesondere in Tz. 579 dargestellt.


Letzte Aktualisierung 23.01.2006