Direkt zum Text springen
Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
» Gesamtübersicht
» Startseite » Impressum
» Sie sind hier: Startseite | Berichte | 15. Bericht | 9.Kapitel - 4. Das Online-Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Wählen Sie hier direkt den gewünschten Kapitel aus:

15. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

| 15. Bericht - Band 1 (als PDF - 1.190KB) | 15. Bericht - Band 2 (al s PDF 1.093KB) |

Neuntes Kapitel
Leistungsbericht

4. Das Online-Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

4.1 Vorbemerkung

Tz. 380
Nachdem die KEF die Darstellung des Online-Angebotes durch die Anstalten in ihrem 14. Bericht für ihre fehlende Systematik und Transparenz kritisiert hat (Tz. 38), haben sich die Anstalten bemüht, für den 15. Bericht eine vereinheitlichte Erfassung des Online-Angebotes vorzulegen. Die KEF begrüßt diese Bemühungen und sieht in ihnen eine deutliche Verbesserung in der Dokumentation des Leistungsangebotes der Rundfunkanstalten. Als großes methodisches Hindernis für eine aggregierte Darstellung der Online-Angebote erweist sich weiterhin, dass im Online-Bereich kein Äquivalent für die quantitative Leistungsgröße "Sendeminuten" existiert und daher andere, medienadäquate Formen der Leistungsdokumentation gefunden werden müssen. Die Anstalten haben einen wichtigen Schritt zu einer solchen Dokumentation unternommen, jedoch eignen sich die Zulieferungen weiterhin nur in begrenztem Maße für eine aggregierte Darstellung, wie sie im Rahmen des Leistungsberichts der KEF geboten ist.

Die Anstalten differenzieren ihre Leistungsdarstellung für den Online-Bereich nun nach "Themen", "Programmen" sowie "onlinespezifischen Kategorien". Außerdem legen sie Sitemaps vor, die Auskunft über die Angebotsteile, ihre Strukturierung und Vernetzung geben. Bei den "onlinespezifischen Kategorien" unterscheiden die Anstalten zwischen "Richmedia" und "Interaktion/ Kommunikation". Die Kategorie Richmedia umfasst Livestreams und On-Demand-Streams. Unter Live-Streaming wird die zeitgleiche Ausstrahlung von Sendungen über das Internet verstanden. On-Demand-Streams sind Audio- oder Videobeiträge, die zeitunabhängig vom Nutzer abgerufen werden können. Bei Flashs handelt es sich um Angebote, die mit Hilfe des Multimedia-Entwicklungsprogramms "Flash" erstellt wurden, das hochinteraktive Präsentationen und Anwendungen, etwa zur Erschließung komplexer Zusammenhänge mit Hilfe animierter grafischer Darstellungen sowie für Online-Spiele, erlaubt.

Die Kategorie Interaktion/Kommunikation umfasst Chats, Newsletter und Foren. Chats sind virtuelle Unterhaltungsräume, wo Nutzer in Echtzeit für eine vorgegebene Zeit miteinander diskutieren. Foren sind thematische Diskussionsplattformen, die längere Zeit geöffnet sind. Chats und Foren werden von den Anstalten betreut bzw. moderiert. Newsletter sind Informationsbriefe, die der Nutzerbindung an Sendungen und Angebote dienen. Sie werden in der Regel automatisiert erstellt und speisen sich aus Überschriften und Artikeln der Onlineangebote.

Schließlich haben alle Anstalten ihre "technische Infrastruktur" erläutert.

Tz. 381
Um den Anstalten weitere Anregungen für die Fortentwicklung ihrer Leistungsdokumentation zu geben und um die Vorstellungen der Kommission zu den Konturen eines Online-Berichts beispielhaft zu skizzieren, hat die Kommission eigene Erhebungen zum Online-Angebot der Anstalten durchgeführt. Diese Erhebung basiert auf einem Kategoriensystem, das neunzehn unterschiedliche Online-Gestaltungselemente berücksichtigt. Die Erhebungen wurden für das Online-Angebot des Ersten Fernsehprogramms der ARD, des ZDF und des Deutschlandradios an mehreren Stichtagen im Mai, Juli und August 2005 realisiert. Die Ergebnisse dieser Stichtagsbetrachtung sind mit den Leistungsdaten der Anstalten nicht direkt vergleichbar, da sich diese auf 2004 beziehen. Ungeachtet der differenzierteren Methodik handelt es sich auch beim Ansatz der Kommission nicht um ein Erhebungsinstrument, das im eigentlichen Sinne Leistungsmengen oder gar den konkreten Leistungsaufwand abbilden kann. Ebenso wenig kann die Kommission in ihrem Online-Bericht entscheiden, ob ein bestimmtes Online-Angebot noch programmbezogen und programmbegleitend ist. Die Ergebnisse der Erhebungen der Kommission werden jeweils im Anschluss an die Darstellung der Anstalten wiedergegeben.

4.2 Gesamtüberblick

Tz. 382
Nach den Ergebnissen der ARD/ZDF-Online-Studie für das Jahr 2005 hat die Internet-Nutzung in Deutschland seit Mitte der neunziger Jahre stetig zugenommen. Rd. 58 % der Personen ab 14 Jahre nutzten 2005 das Internet zumindest gelegentlich, das entspricht rd. 37,5 Mio. Nutzern. Der Zuwachs an Internet-Nutzern hat sich gegenüber den zweistelligen Zuwachsraten bis zum Jahr 2004 deutlich verlangsamt. Während die Online-Studie aus dem Jahr 2004 davon ausging, dass das Potenzial an Internet-Nutzern weitgehend ausgeschöpft war, stieg die Anzahl der Internet-Nutzer allerdings von 2004-2005 noch einmal um 5 %. Diese jüngste Steigerung geht auf die "onlineabstinenten" Gruppen der Älteren und formal niedriger Gebildeten zurück. Nach den Prognosen der Online-Studie ist damit zu rechnen, dass im Jahr 2010 rd. 70 % der Erwachsenen "online" sein werden.

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben das Medium Internet vor allem als Instrument der Zuschauerbindung und Ansprache jüngerer Zuschauergruppen verstanden und stets argumentiert, dass ein eigenständiger Internet-Auftritt auch für Hörfunk- und Fernsehanbieter unerlässlich sei, um im dualen System wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nach den Ergebnissen auch der jüngsten Online-Studie konnte bislang kein Verdrängungseffekt nachgewiesen werden. Die Studie stellt ausdrücklich fest, dass die Nutzung der tagesaktuellen Medien Fernsehen, Radio und Tageszeitung erstaunlich konstant sei. Bei den Internetanwendern sind sowohl der Fernseh- als auch der Radiokonsum in den letzten Jahren angestiegen. Es dominieren offenbar Komplementärbeziehungen zwischen den Medien.

Das Internet ist bislang kein Allround-Medium wie Fernsehen und Hörfunk, es dient nach wie vor als Kommunikationsmittel, Informationspool und "Shopping-Center", also nicht primär der passiven Entspannung und Unterhaltung wie Fernsehen oder Hörfunk. Bei den abgerufenen Inhalten stehen weiterhin tagesaktuelle Inhalte an erster Stelle, gefolgt von Informationen aus Wissenschaft, Bildung und Forschung sowie Freizeitinformationen. Trotz einer verbesserten Infrastruktur für Breitbandempfang stagniert die Nutzung multimedialer Anwendungen im Internet. Dies gilt vor allem für die Nutzung von Audio- und Videodateien, die sich verringert hat, sowie für die Radionutzung über das Internet.

Tz. 383
Werden die Meldungen der Anstalten zu Grunde gelegt, so haben ARD, ZDF und Deutschlandradio im Jahr 2004 rd. 52 Mio. Euro für öffentlich-rechtliche Online-Angebote aufgewandt. ARD, ZDF und Deutschlandradio bleiben unter der inzwischen vorgesehenen Obergrenze eines Anteils von 0,75 % der Aufwendungen für Online an den Gesamtaufwendungen.

Tz. 384
Im Hinblick auf die Nutzung des Online-Angebotes, für die Daten aus November und Dezember 2004 vorliegen, ist festzuhalten, dass die Webseiten der öffentlich-rechtlichen Anstalten in diesem Zeitraum rd. 624,7 Mio. Pageimpressions (PIs) verzeichnen konnten (vgl. Tab. 61). Das am meisten nachgefragte Online-Angebot stellte die Webseite zdf.de dar, die rd. 111,9 Mio. Pageimpressions erzielte, dichtauf folgte die Webseite tagesschau.de mit 110,3 Pageimpressions. Zur Nutzung der Webseiten des Kinderkanals konnten die Anstalten noch keine Daten liefern, weil sich die Webseiten des Kinderkanals zu diesem Zeitraum in einer Testphase befanden.

Die Anstalten weisen zudem darauf hin, dass die Anzahl der Visits eine geeignetere Kennzahl für Akzeptanz und Qualität eines Online-Angebots darstelle, da es möglich sei, eine Seite auf das Erzielen einer möglichst hohen Zahl von Pageimpressions pro Visit zu optimieren. Die Kommission teilt diese Auffassung, ihr standen jedoch keine Daten zu Visits aller öffentlich-rechtlichen Anstalten zur Verfügung.

Die ARD hat gegen die Verwendung der PIs-Daten zudem eingewandt, dass es sich dabei um Testdaten handele, die noch nicht belastbar seien. Auch sei die ARD wegen ihrer föderalen Struktur bei ihren Onlineangeboten anders aufgestellt als das ZDF, so dass der aufgestellte Vergleich "hinke". zdf.de sei als Angebot nicht mit den einzeln betrachteten Angeboten ARD.de, DasErste.de oder sport.ARD.de vergleichbar.

Die Kommission nimmt die Vorbehalte der ARD zur Qualität der Online-Daten zur Kenntnis. Die Kommission weist darauf hin, dass sie nicht an einem Publikumswettbewerb zwischen ARD und ZDF im Internet interessiert ist, sondern ihr vor allem daran gelegen ist, die quantitative Dimension der Online-Nutzung zu illustrieren. Sie geht davon aus, dass für den nächsten Leistungsbericht eine valide Nutzungswährung für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk existiert.

Tab. 61 Nutzung des Online-Angebots der Anstalten (Pageimpressions) in den Monaten November und Dezember 2004
Webseite Pageimpressions (in Mio.)
zdf.de 111,9
tagesschau.de 110,3
wdr.de 95,5
swr.de 71,0
heute.t-online.de 39,9
DasErste.de 38,8
br-online.de 26,2
dradio.de 25,0*
ndr.de 21,5
mdr.de 18,9
hr-online.de 12,6
sport.ARD.de 12,4
3sat.de 10,7
rbb-online.de 10,0
ARD.de 9,2
boerse.ARD.de 6,5
sr-online.de 2,0
phoenix.de 1,2
radiobremen.de 0,7
theaterkanal.de 0,4
kinderkanal.de k.A.

* berechnet auf der Basis der Gesamtjahresnutzung

Tz. 385
Um die Interpretation dieser Nutzungsdaten zu erleichtern, seien an dieser Stelle die Vergleichswerte für die wichtigsten Wettbewerber des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Fernsehbereich genannt: Im Vergleichszeitraum November und Dezember 2004 erzielten das Webangebot rtl.de 611,4 Mio. PIs, sat1.de 133,5 PIs und prosieben.de 138,1. Lässt man den Marktführer RTL außer Betracht, dessen Publikum sich demographisch aus Zuschauern zusammensetzt, die das Internet bereitwilliger nutzen, so erlaubt dieser Vergleich das vorsichtige Fazit, dass das Online-Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als durchaus konkurrenzfähig mit dem der privaten Anbieter erscheint, ohne dass von einer Marginalisierung privater Wettbewerber im Online-Bereich gesprochen werden könnte.

Tz. 386
In ihrer Struktur folgen die Online-Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks insoweit einer einheitlichen Logik, als dass die Einstiegsseiten als Portalseiten aufgebaut sind, die sowohl einen thematischen Zugriff auf Online-Inhalte über spezifische Themenrubriken (etwa: Ratgeber, Kultur, Nachrichten, Kinder, Boulevard etc.) sowie einen Einstieg nach "Programmmarken", d.h. nach konkreten Sendungen bzw. Programmen ermöglichen. Alle Anstalten halten nicht nur eine breite Palette regelmäßig begleiteter Sendungen vor, sondern unterhalten auch permanente oder temporäre "Webspecials" bzw. Online-Programmschwerpunkte zu politischen Ereignissen, historischen Jahrestagen, kulturellen Veranstaltungen oder aktuellen gesellschaftlichen Fragen.

4.3 Das Online-Gemeinschaftsangebot der ARD

Tz. 387
Das ARD-Gemeinschaftsangebot bietet im Internet insgesamt 6 Portalseiten an:

  • Portal ARD.de dient als Einstieg in das Gesamtangebot der ARD.
  • Die Seite tagesschau.de stellt das Nachrichtenportal der ARD mit entsprechenden umfassenden Funktionalitäten dar.
  • Bei sport.ARD.de handelt es sich um das Sportportal der ARD, das die aktuelle Sportberichterstattung der ARD begleitet.
  • Das Portal boerse.ARD.de soll ein verbraucherorientiertes Börsenangebot bereitstellen.
  • Das Portal Das-Erste.de stellt den Online-Auftritt des Ersten Fernsehprogramms der ARD dar.
  • Schließlich werden die von der ARD veranstalteten Hörfunkangebote mit dem Portal radio.ARD.de vernetzt.

In ihrer Stellungnahme hat die ARD darauf hingewiesen, dass ihre Onlineangebote ein arbeitsteiliges Netzwerk bildeten. Die Präsentation der Online-Angebote der ARD in diesem Bericht, der zwischen gemeinschaftlichen und anstaltsindividuellen Angeboten trennt, werde dieser Struktur nicht gerecht. Die Kommission nimmt diesen Hinweis gern auf, bleibt aber bei ihrer Darstellung der Online-Angebote der Anstalten, um die Systematik der übrigen Berichtsteile beizubehalten.

Tz. 388
Detailliertere Informationen hat die ARD vor allem für den Online-Auftritt des Ersten Fernsehprogramms vorgelegt. Nach diesen Angaben hält die ARD Online-Angebote für rd. 80 sich aktuell im Programm befindliche Sendungen des Ersten Fernsehprogramms vor. Darüber hinaus werden auch Angebote zu nicht aktuellen Sendungen bereitgestellt.

Der Aktualisierungsrhythmus und die Angebotstiefe für die einzelnen Sendungen des Ersten Fernsehprogramms gestalten sich nach Angaben der ARD sehr unterschiedlich. Zum Aktualisierungsrythmus liegen standardisierte Daten vor (Tab. 62).

Tab. 62 Aktualisierungsrhythmus der Online-Angebote des Ersten Fernsehprogramms der ARD
Aktualisierungsfrequenz Anzahl (in %)
(Mehrmals) tägliche Aktualisierung 10 6,6 %
Aktualisierung 2 bis 5mal wöchentlich 19 12,5 %
Wöchentliche Aktualisierung 60 39,5 %
Aktualisierung in größeren Abständen 52 34,2 %
Einmalige bzw. statische Angebote 11 7,2 %


Da die ARD auch die von den einzelnen Anstalten dezentral aktualisierten Beitragsseiten zählt, weicht die Summe der gezählten Webseiten von der Anzahl der Sendungen ab, für die ein Online-Angebot gemeldet wurde.

Danach wird der überwiegende Teil der Online-Angebote mindestens wöchentlich aktualisiert. Nur etwa 7 % der Online-Angebote unterliegen der intensivsten redaktionellen Betreuung und werden mehrmals täglich aktualisiert. Jedes achte Online-Angebot wird zwei bis fünfmal wöchentlich aktualisiert. Nur bei rd. 7 % der Online-Angebote des Ersten Fernsehprogramms der ARD handelt es sich um einmalige bzw. statische Angebote, die nach ihrer Erstellung keinen weiteren Betreuungsaufwand erfordern.

Tz. 389
Neben regelmäßig vorgehaltenen Angeboten bildet die ARD im Online-Bereich auch besondere Programmschwerpunkte, die im Fernsehen eine übergeordnete Rolle spielen. Die ARD unterscheidet drei unterschiedliche Arten der Begleitung von Programmschwerpunkten:

  • Das Modell "Special", in dem eine Redaktion von ARD online ein Angebot erstellt, auf das alle anderen Rundfunkanstalten verweisen (2004: WM und EM im Sport [Eishockey, Handball, Biathlon etc.], Wahl in den USA, Flutkatastrophe in Südasien, Europawahl, EU-Osterweiterung [alle tagesschau.de], Hörspieltage der ARD [Radio], 75 Jahre Schwarzer Freitag [Börse]).

  • Das Modell "Übersichtsseiten", in dem eine Redaktion von ARD Online Übersichtsseiten erstellt, die verschiedene Aspekte eines Themas bündeln und in die Angebote der Landesrundfunkanstalten verweisen (2004: Energiesparen, Altersvorsorge, Kulturhauptstadt, ARD Musiksommer, Radionacht der Hörbücher, diverse Festival- und Konzertkalender in der Rubrik Radio [alle ARD.de], Wintersport [sport.ARD.de]).

  • Das Modell "Sendungsschwerpunkt", in dem DasErste.de, bezugnehmend auf Programmschwerpunkte im Ersten umfangreichere Onlineauftritte zu einzelnen Sendungen oder Programm- Highlights dokumentiert (2004: 10 Jahre "Verbotene Liebe", "Abenteuer 1900 - Leben im Gutshaus", "Berlin, Berlin", Relaunch "Morgenmagazin", "Harald Schmidt", "Debüt im Ersten", "Heimat 3" und diverse Specials im Kinderangebot Check Eins).

Einen dauerhaften Schwerpunkt im Angebot von DasErste.de bilden die Online-Angebote zum Vorabend- bzw. Werberahmenprogramm ("Verbotene Liebe", "Marienhof", "Großstadtrevier" etc.).

Tz. 390
Im Hinblick auf die Darstellung des Angebots nach onlinespezifischen Kategorien ist für den Bereich Richmedia festzuhalten, dass die Teilangebote von ARD Online keine dauerhaften Livestreams anbieten. tagesschau.de bietet Live- und On-Demand-Video-Streams im Umfang von täglich zwei Stunden zu den Nachrichtensendungen der ARD, den ARD-Brennpunkten und -Jahresrückblicken sowie Live- und On-demand-Audio-Streams zu Hörfunkbeiträgen der ARD-Korrespondenten. sport.ARD.de stellt im Durchschnitt täglich 7 Audios und Videos on demand ein. Bei DasErste. de dominieren On-Demand-Streams, die zu verschiedenen Sendungen angeboten wurden ("Beckmann" [100 Streams], "Menschen bei Maischberger" [39 Streams], "Morgenmagazin" [766 Streams], "Scheibenwischer" [10 Streams], "neun ½" [33 Streams] sowie "Best of Harald Schmidt" [1 Stream]). Daneben wurden kurze Programmtrailer, Vorspänne und Sendungsausschnitte zu Fernsehsendungen (ca. 50 Stück) sowie Zusammenfassungen zu den Vorabend-Serien (ca. 500) angeboten. Temporäre On-Demand-Angebote fanden sich bei der ARD auch für die Hörspieltage.

Schließlich erklärt die ARD, dass Flash bei ARD Online zur Erklärung komplexer Sachverhalte eingesetzt werde, spezifiziert aber den Leistungsumfang nicht.

Tz. 391
Zu den Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internet, die ARD Online nutzt, gehören Chats, Foren, Gästebücher, Newsletter und Votings. tagesschau.de bietet wöchentlich nach der Sendung "Bericht aus Berlin" Chats an. DasErste.de hat insgesamt acht Live-Chats mit Darstellern veranstaltet. Darüber hinaus wurden im Rahmen des "Morgenmagazins" 2004 50 Expertenchats realisiert.

Dauerhaft angeboten werden Foren bei sport.ARD.de und tagesschau.de. DasErste.de bot 2004 10 sendungsbezogene Foren an. Umfragen und Votings werden mehrmals in der Woche von sport. ARD.de und tagesschau.de angeboten. Zur Vergabe des Online Awards während der ARD Hörspieltage wurde von ARD.de temporär ebenfalls ein Voting angeboten. DasErste.de hat 2004 rd. 50 Votings durchgeführt. Insgesamt bot ARD Online 2004 9 Newsletter an.

Tz. 392
Im Hinblick auf technische Infrastruktur und Anwendungen stellt die ARD fest, dass sämtliche Angebote mit einem Content Management System (CMS) arbeiten. Mit Hilfe dieser CMS werden auf den Websites der ARD Inhalte auch technisch so vorgehalten, dass sie mobil abgerufen und genutzt werden können (z.B. über Wap-Handys, PDA). Dies ist zum Beispiel für die Nutzung aktueller tagesschau. de-Nachrichten möglich. Viele Inhalte und Rubriken in den Onlineangeboten der ARD speisen sich aus vorhandenen Datenbanken der ARD und der LRA. Dies gilt zum Beispiel für einige Inhalte von DasErste.de, die sich aus Datenbanken der Programmdirektion Erstes Deutsches Fernsehen speisen (interaktiver Programmführer mit 4 Wochen-Vorschau, Programmarchiv, Einschaltquoten).

Zur redaktionellen Abstimmung dienen zwei Datenbanken, die von ARD.de betrieben werden. Dabei handelt es sich um eine Import-Datenbank (zur Übernahme von Teasern aus anderen ARDAngeboten) und eine Planungsdatenbank für alle ARD Online-Angebote.

Tz. 393
Nach den eigenen Erhebungen der Kommission (s. Tz. 381), die sich auf die ARD-Hauptseite DasErste.de beschränkten, hielt die ARD zu den Erhebungszeitpunkten auf DasErste.de Online-Angebote für 102 Sendungen der ARD vor. Während die ARD ein Standardwebdesign für den Online- Auftritt des Ersten Fernsehprogramms entwickelt hat, variiert das Design der Webseiten zu den einzelnen Sendungen beträchtlich. Dies ist offensichtlich Ergebnis des dezentralisierten Content- Managements der Webseiten. Bei zwei Online-Angeboten (2,0 %) findet sich ein Verweis auf kommerzielle Veranstalter. ard-fernsehlotterie.de wird von der Deutsche Fernsehlotterie GmbH veranstaltet. Nach Angaben der ARD handelt es sich um das Angebot einer privatrechtlichen Gesellschaft, das von den journalistischen Angeboten der ARD getrennt ist. Dabei werden die Sponsoren der Gewinne der Fernsehlotterie auf der Seite präsentiert. Die Fernsehlotterie erhalte dafür keinerlei Entgelt oder Gegenleistungen. Bei sabine-christiansen.de handelt es sich um ein Angebot der TV21 GmbH. Daneben werden seit dem Frühjahr 2004 reguläre Pressemeldungen der "Christiansen”-Sendung auch an Vodafone weitergeleitet. Vodafone verbreitet die Themen- und Gästeankündigung an Kunden als Zusatzdienst via MMS gegen eine Gebühr, die an den Netzbetreiber zu entrichten ist. Die ARD weist darauf hin, dass TV21 für dieses Angebot keinerlei Entgelt oder sonstige Gegenleistungen erhalte.

Die folgende Tabelle gibt wieder, welche Gestaltungselemente in welcher Häufigkeit auf den Webseiten des Ersten Fernsehprogramms der ARD zum Einsatz kommen.

Tab. 63 Einsatz von Gestaltungselementen auf den Webseiten des Ersten Fernsehprogramms der ARD
Kategorie Häufigkeit (in %)
Sendungsbezogene Informationen 101 99,0 %
Hintergrundinformationen 85 83,3 %
Archiv 75 73,5 %
Bilderstrecken (Slideshows) 45 44,1 %
Videoclips 38 37,3 %
Downloads 31 30,4 %
Onlinespiele 28 27,5 %
Diskussionsforen 22 21,6 %
Newsletter 20 19,6 %
Zusatzmaterialien 19 18,6 %
Digitale Postkarten 18 17,6 %
Gewinnspiel 17 16,7 %
Andere interaktive Elemente 16 15,7 %
Soundclips 11 10,8 %
Gästebuch 7 6,9 %
Chats 7 6,9 %
Online-Kandidatenbewerbung 5 4,9 %
Online-Kartenreservierung 2 2,0 %
Videostreams 2 2,0 %
Externe Partner 2 2,0 %
Soundstreams (Audio on Demand) 0 0,0 %

Tz. 394
Die Aufstellung macht deutlich, dass die ARD nahezu alle Sendungen des Ersten Fernsehprogramms online mit "Sendungsbezogene Informationen" betreut. Zu über 80 % der Sendungen finden sich auf den Webseiten "Hintergrundinformation", zu nahezu drei Viertel der Sendungen "Archivmaterial". Relativ häufig werden "Bilderstrecken" (fotografisch illustrierte Inhaltsangaben) und "Zusatzmaterialien" angeboten. Für rd. ein Drittel der Sendungen werden zudem Videoclips und Downloads vorgehalten, "Onlinespiele" kommen bei über 27 % der Sendungen zum Einsatz; Diskussionsforen und Newsletter existieren für jede fünfte Sendungen. Von einiger Bedeutung als Funktionsangebot sind schließlich "Zusatzmaterialien", "Digitale Postkarten", "Gewinnspiele" und andere "interaktive Elemente". Die übrigen Kategorien haben dagegen eine vergleichsweise geringe Bedeutung für die Gestaltung des Onlineangebotes des Ersten Fernsehprogramms.

Abbildung 52: Anzahl der eingesetzten Gestaltungselemente pro begleiteter Sendung, in Prozent

Tz. 395
Wird nach Häufigkeit der eingesetzten Gestaltungselemente gefragt, so wird deutlich, dass sich multifunktionale Angebote (mehr als acht eingesetzte Online-Gestaltungselemente) bei rd. einem Viertel der Sendungen finden, wobei sich die höchste Funktionalität (12 bis 17 Gestaltungselemente) bei vier Kinderangeboten, zwei "Soaps", dem Nachrichtenangebot sowie für die Sendungen "Harald Schmidt" und "Kopfball" findet. Der durchschnittliche Funktionalitätswert für alle Online-Angebote des Ersten Fernsehprogramms der ARD beträgt 5,4, bei über der Hälfte der erfassten Online-Angebote des Ersten Fernsehprogramms kommen mehr als fünf Gestaltungselemente zu Einsatz.

Tz. 396
Die Zahl der von der ARD für das Erste Fernsehprogramm angebotenen Online-Spiele beträgt 119, d.h. Online-Spiele sind ein integrativer Bestandteil des ARD-Online-Angebotes. Online-Spiele finden sich schwerpunktmäßig

  • im Kinder-Angebot,
  • im Informations- und Nachrichtenangebot, wo verschiedene Wissensquiz angeboten werden,
  • bei fiktionalen Angeboten wie den Langzeitserien, sowie
  • bei Unterhaltungssendungen mit Quizcharakter.

Bei den Online-Spielen dominiert - mit der Ausnahme des Kinderangebotes und bei einigen Langzeitserien - das Quizformat. Hochinteraktive Flashanwendungen finden sich vorwiegend auf den Webseiten für das Kinderprogramm - hier ist das ARD-Angebot mit dem des ZDF vergleichbar - sowie für die Soaps "Lindenstraße" und "Verbotene Liebe". Flashanwendungen zum Nachvollziehen von Experimenten finden sich auch auf den Webseiten für die Wissenssendung "Kopfball". Ungeachtet dessen, dass die Zahl der von der ARD angebotenen Spiele ungefähr der des ZDF entspricht, scheint der Gestaltungsaufwand insgesamt geringer zu sein.

Tz. 397
Die Erhebung erfasste für das Erste Fernsehprogramm der ARD neunzehn Online-Gewinnspiele, von denen sich sechs im Kinder-Angebot fanden. Die restlichen Gewinnspiele verteilten sich auf unterschiedliche Programmbereiche. Die offerierten Gewinnpreise stellen ausschließlich Sachpreise dar. Sie umfassen Reisen, Medienprodukte wie Bücher, CDs und DVDs sowie Merchandising-Textilien und nicht näher spezifizierte Sachpreise. Die bevorzugte Gewinnspielform ist das Quiz bzw. das Ratespiel (siebenmal), gefolgt vom Zuschauerwettbewerb (viermal).

4.4 Das Online-Angebot des ZDF

Tz. 398
Das ZDF bietet im Internet drei Portalseiten an:

  • ZDF-Nachrichtenportal heute.de,
  • tivi.de richtet sich als Kinderportal an Kinder und ihre Eltern, die das ZDF Kinderprogramm oder ZDF-Sendungen im Kinderkanal nutzen wollen.
  • Das Gesamtportal zdf.de gibt dem Nutzer dagegen Übersicht über das ZDF Gesamtprogramm und ist mit den Partnerprogrammen des ZDF verlinkt.

Tz. 399
Der Aktualisierungsrythmus und die Angebotstiefe der einzelnen Sendungen gestaltet sich nach Angaben des ZDF sehr unterschiedlich. Zum Aktualisierungsrythmus legte das ZDF jedoch standardisierte Daten vor (Tab. 64).

Tab. 64 Aktualisierungsrythmus der Online-Angebote des ZDF
Aktualisierungsfrequenz Anzahl (in %)
(Mehrmals) tägliche Aktualisierung 14 10,9 %
Aktualisierung 2 bis 5mal wöchentlich 40 31,3 %
Wöchentliche Aktualisierung 24 18,8 %
Aktualisierung in größeren Abständen 35 27,3 %
Einmalige bzw. statische Angebote 15 11,7 %


Danach wird der überwiegende Teil der Online-Angebote mindestens wöchentlich aktualisiert. Nur etwa 11 % der Online-Angebote unterliegen der intensivsten redaktionellen Betreuung und werden mehrmals täglich aktualisiert. Nahezu ein Drittel der Online-Angebote werden zwei bis fünfmal wöchentlich aktualisiert. Nur bei rd. 12 % der Online-Angebote des ZDF handelt es sich um einmalige bzw. statische Angebote, die nach ihrer Erstellung keinen weiteren Betreuungsaufwand erfordern.

Tz. 400
Neben regelmäßig vorgehaltenen Angeboten bildet das ZDF im Online-Bereich auch besondere Programmschwerpunkte, die im Fernsehen eine übergeordnete Rolle spielen. Dabei handelt es sich sowohl um TV-Events als auch von der Nachrichtenlage bestimmte Ereignisse. Dabei werden Informationen aus unterschiedlichen Sendungen auf einem Themenschwerpunkt gebündelt, der dann als eigener Navigationspunkt erscheint. Zu den Programmschwerpunkten werden häufig interaktive, multimediale "Webspecials" erstellt. Derartige Webspecials werden als Auftragsproduktionen an Webagenturen vergeben, da das ZDF nicht die entsprechenden Programmierressourcen bereithält. 2004 zählten zu diesen Programmschwerpunkten u.a. die Olympischen Spiele, die Fußball-Europameisterschaft, die Erweiterung der Europäischen Union, verschiedene Wahlen sowie die Einführung des ALG II.

Tz. 401
Im Hinblick auf die Darstellung des Angebots nach onlinespezifischen Kategorien ist für den Bereich Richmedia festzuhalten, dass das ZDF einige Sendungen als Livestream anbietet ("WISO", "Frontal 21", "ZDF Reporter", "Berlin direkt", "Aspekte", "Johannes B. Kerner", das Mittagsmagazin und den sonntäglichen Gottesdienst). Darüber hinaus gibt es Livestreams temporär zu Ereignissen und Programmaktionen (z.B. Bundestagsdebatten, Pressekonferenzen bei Buchmessen und Filmfestspielen, etc.). Insgesamt bot das ZDF 2004 ca. 750 Livestreams an. On Demand wurden Programmbeiträge und Ausschnitte z.B. aus Interviews oder Talksshows als Videos (selten als Audios) angeboten. Im Jahr 2004 waren das rd. 11.000 On-Demand-Streams. Die Videos stammten vor allem aus Nachrichten-, Magazin-, Sport- und Unterhaltungssendungen.

Tz. 402
Zu den Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internet, die das ZDF nutzt, gehören Chats, Foren, Gästebücher, Newsletter und Votings. Insgesamt wurden 2004 481 Foren und 570 Chats angeboten. Alle Chats des ZDF sind moderiert, Foreneinträge werden geprüft. Das ZDF veranstaltet Expertenchats zu Magazinsendungen, aber auch auch Fanchats zu fiktionalen Serienangeboten sowie Starchats zu Unterhaltungsshows und Sportereignissen. Darüber hinaus gab es 20 Gästebücher (vorwiegend bei tivi.de) und es wurden 37 verschiedene Newsletter mit unterschiedlichen Erscheinungsrhythmen angeboten. tivi.de bietet einen geschützten Community Bereich für Kinder; dieser umfasst Gästebücher, Chats, Foren und das Erstellen von eigenen Homepages.

Tz. 403
Im Hinblick auf technische Infrastruktur and Anwendungen stellt das ZDF wie die ARD fest, dass es mit unterschiedlichen Content Management Systemen (CMS) sowie Datenbanken arbeitet. Flashanimationen werden vor allem für themenvertiefende interaktive Angebote und Spiele produziert, 2004 z.B. zu Olympia, zur EU-Erweiterung, zum ALG II, zur US-Wahl, etc. Insgesamt kamen 2004 175 Flashanimationen zum Einsatz.

Tz. 404
Nach den eigenen Erhebungen der Kommission hielt das ZDF an den Erhebungstagen auf seiner Hauptseite "www.zdf.de" Online-Angebote für 107 Sendungen des ZDF vor. Von den entsprechenden Websites waren 99 bzw. 92,5 % im Standardwebdesign des ZDF gestaltet. Lediglich die Kinder- und Jugendangebote des ZDF verwendeten ein anderes Web-Design. Die Online-Anbote von sieben Sendungen (6,5 %) wurden mit Hilfe externer, auch kommerzieller Partner gestaltet. Dies betrifft die Sendungen "Bianca - Wege zum Glück" (Cora Verlag), "Die Rettungsflieger" (Bundeswehr), Gottesdienste (Evangelische und Katholische Kirche), "nightscreen" (Bildschirmschoner. de), "Politbarometer" (Forschungsgruppe Wahlen), "tivi" (KIDDINX Online GmbH), "Volle Kanne Susanne" (CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH) sowie "WISO" (www.teletarif.de). Darüber hinaus sind mehrere Angebote mit dem Online-Shop des ZDF verlinkt.

Das ZDF weist darauf hin, dass diese Kooperationen sehr unterschiedlich und nicht miteinander vergleichbar seien. So habe beispielsweise bei "Bianca - Wege zum Glück" der kommerzielle Partner lediglich Hörbücher für einzelne "Audios" zur Verfügung gestellt. Beim "Politbarometer" würden die Zahlen (auch für die TV-Sendungen) von der Forschungsgruppe Wahlen geliefert, die Umsetzung erfolge im ZDF. Bei tivi.de sei dem ZDF für das Begleitangebot zur Sendung "Bibi Blocksberg" vom Rechteinhaber Kiddinx.de Material zur Verfügung gestellt worden, alle anderen Kinderangebote entstünden ausschließlich im ZDF selbst.

Die folgende Tabelle gibt wieder, welche Gestaltungselemente in welcher Häufigkeit auf den Webseiten des ZDF zum Einsatz kommen.

Tab. 65 Einsatz von Gestaltungselementen auf den Webseiten des ZDF
Kategorie Häufigkeit (in %)
Sendungsbezogene Informationen 106 99,1 %
Archiv 98 91,6 %
Hintergrundinformationen 88 82,2 %
Bilderstrecken (Slideshows) 76 71,0 %
Zusatzmaterialien 69 64,5 %
Videoclips 59 55,1 %
Diskussionsforen 47 43,9 %
Onlinespiele 37 34,6 %
Downloads 29 18,7 %
Digitale Postkarten 18 16,8 %
Gewinnspiel 16 15,0 %
Soundclips 10 9,3 %
Gästebuch 9 8,4 %
Newsletter 9 8,4 %
Andere interaktive Elemente 7 6,5 %
Chats 7 6,5 %
Online-Kandidatenbewerbung 4 3,7 %
Online-Kartenreservierung 4 3,7 %
Videostreams 1 0,9 %
Soundstreams 0 0,0 %

Tz. 405
Die Aufstellung macht deutlich, dass das ZDF nahezu alle seine Sendungen online mit "Sendungsbezogene Informationen" sowie "Archivmaterial" und "Hintergrundinformationen" betreut. Der Umfang der in den einzelnen Kategorien angebotenen Leistungen kann in hohem Maße variieren: Für den ZDF-Krimi "Derrick" hielt das ZDF im Erhebungszeitraum bspw. eine umfassende Datenbank vor, die sich auf alle Folgen der Serie seit 1974 erstreckte. Ein solch umfassendes Archiv-Angebot findet sich nicht für alle Serien.

Relativ häufig werden "Bilderstrecken" (fotografisch illustrierte Inhaltsangaben) und "Zusatzmaterialien" angeboten. Für die Hälfte der Sendungen werden zudem Videoclips vorgehalten. Diskussionsforen und Onlinespiele kommen bei über einem Drittel der Sendungen zum Einsatz. "Digitale Postkarten" und "Gewinnspiele" finden sich bei fast jeder sechsten Sendung. Die übrigen Kategorien haben dagegen eine vergleichsweise geringe Bedeutung für die Gestaltung des ZDF-Onlineangebotes.

Abbildung 53: Anzahl der eingesetzten Gestaltungselemente pro begleiteter Sendung, in Prozent

Tz. 406
Wird nach der Häufigkeit der eingesetzten Gestaltungselemente gefragt, so wird deutlich, dass sich multifunktionale Angebote (mehr als acht eingesetzte Online-Gestaltungselemente) bei rd. einem Viertel der Sendungen finden, wobei sich die höchste Funktionalität (12 bis 14 Gestaltungselemente) bei drei Kinderangeboten, einer "Telenovela", dem "Sportstudio" und der Verbrauchersendung "WISO" findet. Der durchschnittliche Funktionalitätswert für alle Online-Angebote des ZDF beträgt 7,4, bei über der Hälfte der online-unterstützten Sendungen kommen mehr als 7 Gestaltungselemente zum Einsatz.

Tz. 407
Die Zahl der vom ZDF angebotenen Online-Spiele beträgt 135, d.h. Online-Spiele sind ein integrativer Bestandteil des ZDF-Online-Angebotes. Dabei handelt es sich vorwiegend um interaktive Flash-Spiele. Gestaltungsaufwand und Umfang der Spiele variieren beträchtlich. Auf der einen Seite finden sich einfache Quiz- sowie Zuordnungs- bzw. Memory-Spiele. Auf der anderen Seite werden aufwändige Wirtschaftssimulationen mit der Möglichkeit, Spielstände zu speichern und sich in Bestenlisten einzutragen, angeboten. Teilweise werden auch Editoren-Tools angeboten, die es den Spielern ermöglichen, eigene Spielwelten zu entwerfen und anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. In vereinzelten Fällen enthielten Spiele eine Mehrspieleroption, über die es den Nutzern ermöglicht wird, interaktiv via Internet mit bzw. gegen andere Nutzer zu spielen.

Online-Spiele finden sich schwerpunktmäßig

  • im Kinder-Angebot, wo sie als Gemeinschaftsangebot vorgehalten werden,
  • im Unterhaltungsangebot, vor allem bei "Wetten dass …?
  • im Sport-Angebot, wo sich zu vielen Sportarten bzw. Sportereignissen Spiele finden, sowie
  • bei den Krimi-Genres des ZDF, wo sie als Gemeinschaftsangebot vorgehalten werden.

Tz. 408
Die Erhebung erfasste sechzehn Online-Gewinnspiele, von denen sich sechs im Kinder-Angebot fanden. Die restlichen zehn Gewinnspiele verteilten sich auf unterschiedliche Programmbereiche. Die offerierten Gewinnpreise stellen ausschließlich Sachpreise dar. Sie umfassen Reisen, Medienprodukte wie Bücher, CDs und DVDs, Computer-Software, Verbraucherelektronik, aber auch Spielzeug, Jacken und Küchenprodukte. Die bevorzugte Gewinnspielform ist das Quiz bzw. das Ratespiel (achtmal), gefolgt von der Verlosung und Zuschauerwettbewerben (jeweils dreimal). Es finden sich aber auch aufwändige Onlinespiele wie die Regierungssimulation zur Sendung "Kanzleramt".

Tz. 409
Als "Sonstige interaktive Elemente" kamen beim ZDF multimediale Lerninhalte (bspw. über Relativitätstheorie) im Programmbereich "Dokumentation", für die Sendungen "Heute in Europa", "History", "WISO" (auch Ausfüllhilfe für ALG II-Anträge) , "ZDF Expedition" und "ZDF Reporter" zum Einsatz. Zur Programmbegleitung von "Ricks Wohnwelten" hielt das ZDF ein Raumplanungsprogramm vor.

4.5 Das Online-Angebot der Landesrundfunkanstalten

Tz. 410
Die ARD hat umfangreiche Meldungen zu den Online-Angeboten der Landesrundfunkanstalten vorgelegt, die im Rahmen dieses Leistungsberichts nur in Form einer synoptischen Darstellung wiedergegeben werden können.

Tz. 411
Allgemein gilt für alle Onlineangebote der Landesrundfunkanstalten, dass ihre Portale zu den jeweiligen programmbezogenen Inhalten einen thematischen Zugang, einen regionalen Einstieg, sowie einen Zugang über Programmmarken, d.h. Sendungen oder Hörfunkprogramme anbieten.

Tz. 412
Alle Anstalten begleiten in unterschiedlichem Umfang und in unterschiedlicher Angebotstiefe regelmäßige Sendungen bzw. ihre Hörfunkwellen, bilden aber daneben Webspecials zu verschiedensten Programmschwerpunkten. Dabei handelt es sich um politische Ereignisse von nationaler und regionaler Bedeutung, kulturelle und kirchliche Ereignisse oder gesellschaftspolitische Initiativen der Anstalten. Die ARD weist darauf hin, dass die in Tabelle 66 dargestellten Programmschwerpunkte lediglich eine Auswahl der Webspecials darstellen.

Tab. 66 Regelmäßiges Angebot und Pro-grammschwerpunkte/Webspecials der Landesrundfunkanstalten
LRA/Portal Regelmäßig begleitete Angebote Programmschwerpunkte/Webspecials
Bayerischer Rundfunk (BR)
br-online.de
239 Sendungen in Fernsehen und Hörfunk Ausländerinformationsprojekt "Deutsche Klasse", Dossier "Tod auf Bayerns Straßen"
Hessischer Rundfunk (HR)
hr-online.de
7 Radioprogramme
40 Sendungen im HR-Fernsehen
Landfest "Hessentag", Frankfurter Buchmesse, Hörspielprojekt "Otherland", Mordprozess Jakob von Metzler, HR-Aktion "dolles Dorf"
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
mdr.de
8 Radioprogramme
80 Sendungen im MDR-Fernsehen.
"Wahlen", "Via Europa", "Leipzig Liest", "17, Juli", "Damals in der DDR", "Nordische Ski-WM".
Norddeutscher Rundfunk (NDR)
ndr.de
8 Radioprogramme
51 von rd. 70 Sendungen im NDR-Fernsehen
Eurovision Song Contest, Royalty, Landtagswahlen, 30. Evangelischer Kirchentag, Schulprojekt schule@ndr.de
Radio Bremen Online (RB)
radiobremen.de
4 Radioprogramme
Angebote zum Regional-Fernsehen
Bürgerschaftswahlen, Bewerbung Bremens um den Titel der Kulturhauptstadt 2010, bremische Ereignisse
Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)
rbb-online.de
7 Radioprogramme
35 Fernsehsendungen des RBB
Hartz IV, Polen, Europa, RBB Laufbewegung sowie regionale Großereignisse
Saarländischer Rundfunk (SR)
sr-online.de
4 Radioprogramme nicht genauer definierte Anzahl von Fernsehsendungen des SR Max Ophüls-Festival, St. Ingberter Jazzfestival, Musikfestspiele Saar, Tour de Kultur.
Südwestrundfunk (SWR)
swr.de
8 Radioprogramme 100 Sendungen im SWR-Fernsehen Kommunalwahlen, Das neue Europa, Jugendliche im Straßenverkehr, Unterwegs in Afrika, Klangwelten u.ä.
Westdeutscher Rundfunk (WDR)
wdr.de
5 Radioprogramme 55 Sendungen im WDR-Fernsehen 14 Sendungen des WDR im Ersten Deutschen Fernsehen Kommunalwahlen, Kohleland NRW, Bewerbung von Städten aus NRW für die europäische Kulturhauptstadt 2010

Tz. 413
Die Darstellung des Online-Angebots nach onlinespezifischen Kategorien zeigt, dass die Landesrundfunkanstalten ihre Hörfunkwellen mit Audio-Livestreams begleiten und darüber hinaus eine große Anzahl an On-Demand-Streams anbieten.

Insgesamt werden 48 Radioprogramme live gestreamt; daneben werden rd. 70 temporäre Livestreams (Audio oder Video) angeboten. Die Anstalten haben Meldungen über rd. 150.000 On- Demand-Streams aus den Bereichen Audio und Video gemacht. Darüber hinaus kommen eCards, Bildergalerien und Live-Ticker zum Einsatz. Der SWR bietet auch Bildschirmschoner an.

Alle Landesrundfunkanstalten setzen interaktive Kommunikationsformen zur Zuschauerbindung, allerdings in sehr unterschiedlichem Maße ein. Insgesamt machten die Anstalten der Kommission Meldungen über 9 regelmäßige und 220 temporäre Chats, 124 Gästebücher, 154 Newsletter, 418 Foren, 5 Community Angebote, 234 Votings, 34 Online-Spiele, jeweils einem Online-Tagebuch und einem temporären Weblog.

All diesen Zahlen stellen jedoch keine vollständige Erhebung der relevanten Angebote dar, da nicht alle Anstalten quantifizierte Angaben gemacht haben.

Tab. 67 Richmedia und Interaktive Online-Angebote der Landesrundfunkanstalten
LRA/Portal Richmedia Interaktive Kommunikation
Bayerischer Rundfunk (BR)
br-online.de
7 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen;
rund 2.400 On-Demand-Streams (Audio/Video)
2 regelmäßige Chats; 2 Gästebücher für Radiowellen; 16 Newsletter; vereinzelt Foren und Votings
Hessischer Rundfunk (HR)
hr-online.de
2 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; rund 10.000 On-Demand-Streams (Audio/Video); einzelne eCards, Bildergalerien, Webcams Community Angebot mit Foren und Chats 2 dauerhafte Chats rd. 20 temporäre Chats; rund 100 Foren; 12 Newsletter
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
mdr.de
4 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; 8 temporäre Livestreams; rund 50.000 On-Demand-Streams (Audio/Video); einzelne eCards und Bildergalerien 150 Foren; 3 Gästebücher; 114 Votings; 25 Newsletter; 1 Onlinetagebuch
Norddeutscher Rundfunk (NDR)
ndr.de
8 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; 3 temporäre Livestreams; rund 6.000 On-Demand-Streams (Audio/Video); Live-Ticker für Sportveranstaltungen 2 dauerhafte Foren; 2 Gästebücher; 5 regelmäßige Votings; 8 Newsletter; 2 Communities.
Radio Bremen Online (RB)
radiobremen.de
1 Audio-Livestream von Hörfunkprogrammen; 1 On-Demand-Stream des Regionalfernsehens; rund 3.500 On-Demand-Streams (Audio/Video); gelegentlicher Einsatz von eCards temporäre Chats; 2 längerfristige Foren; Event-Foren
Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)
rbb-online.de
7 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; rund 18.500 On-Demand-Streams (Audio/Video) 8 Onlinespiele; 2 Einsatz von eCards 4 dauerhafte Chats; 22 thematische Foren; 3 Gästebücher; 14 Newsletter; verschiedene Votings und Quizangebote
Saarländischer Rundfunk (SR)
sr-online.de
4 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; nicht genauer definierte Anzahl von On-Demand- Streams (Audio/Video); Nicht genauer definierte Anzahl von temporären Chats und Foren; Newsletter für alle Hörfunkwellen sowie ausgewählte Fernsehsendungen
Südwestrundfunk (SWR)
swr.de
5 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; 58 temporäre Livestreams; 10 Audio-Web-Channels; vereinzelte eCards; 13 Bildschirmschoner 133 Foren; 62 Gästebücher; 115 Votings; mehr als 200 Chats; 62 Newsletter. 2 Community-Bereiche; 26 Lern- und Wissensspiele
Westdeutscher Rundfunk (WDR)
wdr.de
5 Audio-Livestreams von Hörfunkprogrammen; 2 tägliche Video-Livestreams regionaler TVNachrichtensendungen; vereinzelte Livestreams; rund 60.000 On-Demand-Streaming-Beiträge (Audio/Video); einzelne Bildergalerien und eCards 12 ständige Gästebücher; 40 Gästebücher zu aktuellen Themen; 9 Foren; 1 regelmäßige wöchentlicher Chat; temporäre Chats; 17 Newsletter; 1 temporärer Weblog

Tz. 414
Im Hinblick auf die technische Infrastruktur ist festzuhalten, dass - mit Ausnahme von Radio Bremen - alle Landesrundfunkanstalten Content Management Systeme einsetzen, alle Anstalten nutzen Datenbanken zur medienübergreifenden Inhaltenutzung, bei den meisten Anstalten kommen Flash-Anwendungen zum Einsatz, wenn ein Inhalt besonders attraktiv präsentiert werden soll.

4.6 Das Online-Angebot der analogen Fernsehspartenkanäle

Tz. 415
ARD und ZDF haben auch Meldungen zu den Online-Angeboten der öffentlich-rechtlichen Fernsehspartenkanäle 3sat, Phoenix und Kinderkanal vorgelegt.

Tz. 416
Der Kultursender 3sat bietet unter 3sat.de ein Onlineangebot an, das im Wesentlichen ergänzende Informationen zum 3sat-Programmangebot offeriert. Insgesamt wurden 2004 rd. 102 3sat-Sendungen mit Online-Angeboten, in unterschiedlicher Tiefe, begleitet. Zu einigen Sendungen gibt es neben aktuellen Programmvorschauen auch die aufbereiteten Inhalte der einzelnen Sendungsbeiträge zur vertiefenden Nutzung, zu einigen Sendungsbeiträgen werden grundlegende Informationen zu Sendedatum und Redaktion zur Verfügung gestellt. Daneben bietet 3sat mit "3satTV" einen Live-Stream an, es finden sich zudem ausführliche On-Demand-Programmhinweise. Darüber hinaus wird das aktuelle "Programmschema" von 3sat, eine "Monatsvorschau" auf die unterschiedlichen Programmakzente von 3sat, den 3sat-Videotext sowie ein zusätzlicher Zugriff auf die Volltextsuchmaschine angeboten. Schließlich bildet auch 3sat Thementage und Specials, zu denen eigene Internet-Angebote vorgehalten werden. Dabei greift 3sat nach den Angaben der Anstalten vorwiegend auf die Archive der deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Sender zurück.

Tz. 417
Das Online-Angebot von Phoenix phoenix.de informiert zum einem über das aktuelle TV-Programm und begleitet andererseits Programmschwerpunkte intensiv. Da Phoenix selbst keine Nachrichten produziert, sich aber zur Darstellung der aktuellen Lage auch der Nachrichtenangebote von ARD und ZDF bedient, werden im Internet in einem Nachrichtenblock automatisiert und nach Phoenixspezifischen Themengebieten sortierte aktuelle Nachrichten der Portale tagesschau.de und heute. de eingespielt. Die einzelnen Sendungen von Phoenix werden dabei in unterschiedlicher Tiefe begleitet. Zu einigen werden lediglich grundlegende Daten zum Sendedatum und einer kleinen Inhaltsbeschreibung abgebildet, zu einigen anderen gibt es neben diesem Grundangebot auch die aufbereiteten Inhalte der einzelnen Sendungsbeiträge zur begleitenden Nutzung. Neben den regelmäßig begleiteten Programmschwerpunkten bildet auch Phoenix Webspecials zu zentralen Ereignissen oder Thementagen. Dabei bedient sich das Phoenix-Angebot überwiegend der Sendearchive der ARD und des ZDF. Hier werden zusätzlich vorhandene Informationen redaktionell verarbeitet und im Phoenix-Onlineangebot als Information für die Zuschauer wieder verwendet.

Tz. 418
Im Hinblick auf die Darstellung des Angebots nach onlinespezifischen Kategorien ist festzuhalten, dass Phoenix.online von Montag bis Freitag rd. 19 Stunden täglich und an den Wochenenden insgesamt rd. 9 Stunden des Fernsehprogramms live im Internet via Stream überträgt. Darunter fallen alle selbst produzierten Phoenix-Sendungen. Da für einen Großteil der Dokumentationen die für eine Ausstrahlung im Internet erforderlichen internationalen Senderechte nicht vorliegen, sind diese vom Live-Streaming ausgenommen.

In einem werktäglich erhältlichen Programm-Newsletter wird das Programm der nächsten drei Tage dezidiert dargestellt. Im Jahr 2004 hat Phoenix mit der Einführung sendebegleitender Chats bei wichtigen Großereignissen wie beispielsweise Wahlen begonnen. Daneben nutzt Phoenix das Medium "Mail” für die Beantwortung von Zuschauerfragen zum laufenden Programm.

Tz. 419
Der Webauftritt des Kinderkanals, kika.de, begleitet nicht nur die Angebote und Sendungen des Kinderkanals, sondern verzahnt auch vorhandene Kinderangebote von ARD und ZDF. In der TV-Rubrik befinden sich Sendungen, das aktuelle Fernsehprogramm (Vorlauf von 4 Wochen, angereichert mit Bildern, Links und Videos), die wöchentliche Wunschfilmaktion und die Vorgucker, die einen Ausblick auf kommende Serien, Filme und Sendungen mittels Video, Text und Bildern gibt. Die Webseite hält ein umfangreiches Angebot an Online-Spielen vor; zudem stellt sich der Sender mit einer virtuellen Studiotour vor.

Die Sendungen des Kinderkanals werden online in unterschiedlicher Tiefe begleitet. Die Online- Redaktion widmet sich vor allem der Begleitung der Produktionen des Standorts Erfurt. Insgesamt weist die Meldung der ARD 15 Sendungen bzw. Programmplätze aus, die regelmäßig mit Online- Angeboten begleitet werden.

Daneben bietet auch der KI.KA Webspecials zu Programmschwerpunkten und -ereignissen an. Dabei handelt es sich um das Feiertagsprogramm zu Ostern und Weihnachten. Weitere Webspecials wurden 2004 zur EU-Osterweiterung und zur Off-Air-Tour des Kinderkanals veranstaltet.

Tz. 420
Im Hinblick auf Richmedia ist festzuhalten, dass der Kinderkanal nahezu jede zweite Sendung mit Videotrailern von ca. drei Minuten Länge präsentiert. Für die Talk-Sendungen "Kikania" und "KI. KA LIVE" werden per Webcam Bilder aus dem Studio ins WWW gesendet. Schließlich werden auch Audiofiles zu Sendungen angeboten.

Moderierte Chats werden jede Woche für die interaktive Talksendung "KI.KA LIVE" durchgeführt. Per E-Mail und über Votings werden regelmäßig die Meinungen der Zuschauer zu Themen/Sendungen abgefragt und veröffentlicht. Kinderarbeiten zu Wettbewerb werden im Internet präsentiert und zur Abstimmung freigegeben. Daneben können die Zuschauer bei der wöchentlichen Wunschfilmaktion auch im Internet abstimmen.

Tz. 421
Im Hinblick auf die technische Infrastruktur stellt der Kinderkanal fest, dass der Großteil der Internetseiten manuell erstellt werde, um die Seiten grafisch so abwechslungsreich wie möglich zu präsentieren. Standardbereiche würden per SSI integriert. Daneben verwende die Online-Redaktion selbstprogrammierte Web-Applikationen und Benutzeroberflächen mit teilweisen CMS-Charakter. Es existiere eine Schnittstelle zur KI.KA-Presse-Datenbank, aus der alle Programminformationen, Videos und Grafiken fürs Internet bezogen werden. Für zahlreiche Features seien benutzerspezifische individuelle Datenbanken angelegt worden.

4.7 Das Online-Angebot des Deutschlandradios

Tz. 422
Das Deutschlandradio hält zwei Portale vor:

  • Das Portal dradio.de und
  • Portal kakadu.de.

Bei dradio.de handelt es sich um ein Vernetzungsangebot, das einen thematischen Zugang zu den Inhalten der beiden Hörfunkprogramme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Berlin/Deutschlandradio Kultur schaffen soll. Gleichzeitig soll das Portal die Klammer für die Programmbegleitung der beiden Programme bilden, thematische Zugänge zu den Angeboten der beiden Programme bereitstellen und die Inhalte bündeln. So finden sich neben dem Zugang über beide Programmmarken die Themenportale Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Literatur, Kultur, Feature, Hörspiel, Musik, Kinder und Medien.

Dagegen richtet sich kakadu.de an das kindliche Publikum und soll eine zielgruppengerechte Ausspielung der Inhalte über Programmmarken möglich machen.

Tz. 423
Über die Rubrik Sendungen wurden 2004 für den Deutschlandfunk 38 Sendungen, für Deutschlandradio Berlin 37 Sendungen mit Online-Angeboten von sehr unterschiedlicher Tiefe begleitet. Zu einigen Sendungen wurden neben aktuellen Programmvorschauen auch die aufbereiteten Inhalte der einzelnen Sendungsbeiträge zur vertiefenden Nutzung, in einem Fall auch ein Forum angeboten. Zu anderen Sendungen werden nur wenige grundlegende Informationen zu Sendedatum und Redaktion zur Verfügung gestellt.

Tz. 424
Daneben stellt dradio.de Bündelseiten zu den Programmschwerpunkten von Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur/Deutschlandradio Berlin bereit. Im Archiv befanden sich weitere programmbegleitende Inhalte aus früheren Schwerpunkten.

Tz. 425
Darüber hinaus war dradio.de an der Erstellung des Dossiers zur Europawahl von tagesschau.de beteiligt. Weitere Kooperationen mit tagesschau.de und ard.de werden tagesaktuell festgelegt. Gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung betreibt dradio.de die Online-Projekte 17juni53.de und chronik-der-mauer.de.

Tz. 426
Zur Leistungsdokumentation nach onlinespezifischen Kategorien ist festzuhalten, dass das Deutschlandradio jeweils einen Audio-Livestream für Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur/ Deutschlandradio Berlin anbietet. On-Demand werden Programmbeiträge aus den beiden Hörfunkprogrammen zum Nachhören angeboten. Flash wird als Anwendung in speziellen Angeboten, wie dem Kakadu-Kinderangebot, Programmschwerpunkten und für den Audio-On-Demand-Player angeboten.

Tz. 427
Das Deutschlandradio nutzt in seinem Onlineangebot Foren und Newsletter. Insgesamt konnten die Nutzer 2004 im Angebot auf insgesamt acht Newsletter zurückgreifen.

Tz. 428
Zur technischen Infrastruktur ist festzuhalten, dass auch das Deutschlandradio ein CMS verwendet, wobei sich einige Inhalte im Onlineangebot aus Datenbanken der beiden Deutschlandradio-Programme speisen.

Tz. 429
Nach den eigenen Erhebungen der Kommission hielt das Deutschlandradio auf seinen Webseiten Online-Angebote für 85 Sendungen vor. Von den entsprechenden Websites waren 83 (97,6 %) im Standardwebdesign des Deutschlandradios gestaltet. Lediglich die Formate "Kakadu" und "Wurfsendung" wurde durch aufwändige Flashseiten begleitet, wobei die Seiten zu "Wurfsendung" von einer externen Agentur betreut wurden. Keines der Angebote wurde mit Hilfe externer Partner gestaltet.

Die folgende Abbildung gibt wieder, welche Gestaltungselemente in welcher Häufigkeit auf den Webseiten des Deutschlandradios zum Einsatz kommen.

Tab. 68 Einsatz von Gestaltungselementen auf den Webseiten des Deutschlandradios
Kategorie Häufigkeit (in %)
Sendungsbezogene Informationen 85 100,0 %
Archiv 83 97,6 %
Soundstreams (Audio on Demand) 65 76,5 %
Zusatzmaterialien 10 11,8 %
Hintergrundinformationen 5 5,9 %
Downloads 5 5,9 %
Newsletter 3 3,5 %
Diskussionsforen 2 2,4 %
Digitale Postkarten 2 2,4 %
Andere interaktive Elemente 2 2,4 %
Onlinespiele 1 1,2 %
Online-Kandidatenbewerbung 1 1,2 %
Gewinnspiel 1 1,2 %
Gästebuch 1 1,2 %
Videostreams 0 0,0 %
Videoclips 0 0,0 %
Soundclips 0 0,0 %
Online-Kartenreservierung 0 0,0 %
Externe Partner 0 0,0 %
Chats 0 0,0 %
Bilderstrecken (Slideshows) 0 0,0 %

Tz. 430
Die Aufstellung macht deutlich, dass das Deutschlandradio alle seine Sendungen online mit "Sendungsbezogene Informationen" sowie nahezu alle Sendungen mit "Archivmaterialen" begleitet. Zu über drei Viertel der Sendungen wurden Soundstreams, d.h. Audio-On-Demand-Files, angeboten. Zudem kann man die Playlist der gespielten Musiktitel einsehen. Allen anderen Gestaltungselementen kommt nur eine untergeordnete Bedeutung zu, wobei die Nicht-Nutzung bestimmter Gestaltungselemente dem Charakter des Deutschlandradios als Hörfunkanstalt Rechnung trägt. Eine Ausnahme stellt das Kinderportal kakadu.de dar, das über ein eigenes Layout, aufwändige Downloads und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet.

Abbildung 54: Anzahl der eingesetzten Gestaltungselemente pro begleiteter Sendung, in Prozent

Tz. 431
Insgesamt fällt die Anzahl der pro Webseite eingesetzten Gestaltungselemente daher deutlich niedriger als bei ARD und ZDF aus. Der durchschnittliche Funktionalitätswert für alle Online-Angebote des Deutschlandradios beträgt 3,1. Bei rd. 62 % der betreuten Sendungen wurden drei Gestaltungselemente eingesetzt, die wenigsten Angebote erreichten höhere Funktionalitätswerte. Die mit Abstand höchste Funktionalität (14) erreicht das Kinderangebot kakadu.de. Die Kinderseite kakadu.de ist auch die einzige Seite des Deutschlandradios, auf der sich Online-Spiele fanden.


Letzte Aktualisierung 23.01.2006