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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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15. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

| 15. Bericht - Band 1 (als PDF - 1.190KB) | 15. Bericht - Band 2 (al s PDF 1.093KB) |

Anlage 6
Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit der ARD-Landesrundfunkanstalten

  1. Rationalisierungs- und Einsparprogramme im Überblick
  2. Rationalisierungsmaßnahmen
    1. Strukturanpassung / Reorganisation
      • 1.1 Anstaltsübergreifende Maßnahmen
      • 1.2 Anstaltsindividuelle Maßnahmen
    2. Kostenreduzierung im Personalbereich
      • 2.1 Tarifabschlüsse
      • 2.2 Betriebliche Altersversorgung
      • 2.3 Richtpositionenvergleich
      • 2.4 Planstellenabbau
      • 2.5 Stellenabbau Archive
      • 2.6 Einzelmaßnahmen
    3. Effizienzmaßnahmen in Produktion/Technik/IT
      • 3.1 Anstaltsübergreifende Maßnahmen
      • 3.2 Anstaltsindividuelle Maßnahmen
    4. Verwaltung
      • 4.1 Anstaltsübergreifende Maßnahmen
      • 4.2 Anstaltsindividuelle Maßnahmen
  3. Verzichtsmaßnahmen / Leistungseinschränkungen
    1. Programm
      • 1.1 Das Erste
      • 1.2 Dritte Fernsehprogramme
      • 1.3 Hörfunk
    2. Sonstige Leistungseinschränkungen
  4. Weitere in Vorbereitung befindliche Maßnahmen

I. Rationalisierungs- und Einsparprogramme im Überblick

Finanzwirtschaftliches Ziel der ARD ist es, im Interesse der Gebührenzahler am Ende der laufenden Gebührenperiode ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Der Rationalisierungsabschlag der KEF, die Kürzungen der Länder sowie in Folge der wirtschaftlichen Entwicklung verminderte Gebührenerträge bedeuten für die ARD-Landesrundfunkanstalten bis Ende 2008 ein Kürzungsvolumen von mehr als 600 Mio. Euro. Um Einschränkungen des Programm- und Leistungsangebotes möglichst gering zu halten, haben alle ARD-Landesrundfunkanstalten umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit ergriffen.

Dazu wurden in allen ARD-Anstalten Projektgruppen eingerichtet, die sich speziell mit der Erschließung weiterer Rationalisierungspotenziale beschäftigen. Zielsetzung ist es, nicht nur kurzfristig wirksame Maßnahmen aufzuzeigen und umzusetzen, sondern auch mittel- und langfristige Änderungen zu initiieren. Hierbei werden bisherige Standards und gewachsene Strukturen analysiert und in Frage gestellt. Neben eher allgemeinen Fragen wie beispielsweise der Überprüfung von Ausstattungsstandards oder Möglichkeiten zur Reduzierung von Sachkosten stehen strategische und konzeptionelle Fragen der Programmgestaltung, der Ressourcenverteilung und der Anpassung von Organisationsstrukturen im Mittelpunkt dieser umfassenden Rationalisierungsbemühungen.

Anstaltsindividuell wurden die folgenden Programme aufgelegt:

  • BR: Opus (Organisation, Produkte, Unternehmensziele, Strategien)
  • HR: Konsolidierungspläne IV und V
  • MDR: Agenda 2008
  • NDR: PrioS (Prioritätensetzung)
  • RB: Standortzusammenlegung
  • RBB: rbb 2009
  • SR: Entwicklungsplan 2009
  • SWR: Projektgruppe Kostenreduktion
  • WDR: X-Ray; Zusammenführung der technischen und der produktionstechnischen Bereiche in einer Direktion

Die Ergebnisse aus den jeweiligen Programmen sind in weiten Teilen bereits in die Anmeldung zum 15. KEF-Bericht eingegangen. Diese werden unter Abschnitt II dargestellt.

Trotz aller Rationalisierungsanstrengungen wird es im laufenden Gebührenzeitraum jedoch zu Leistungseinschränkungen kommen. Diese Einschränkungen sowie Kosteneinsparungen, die durch Verzichtsmaßnahmen erzielt wurden, werden im Abschnitt III dargestellt. Weitere Maßnahmen, die derzeit innerhalb der ARD oder einzelner Rundfunkanstalten diskutiert werden, um die bis 2008 noch verbleibende Finanzierungslücke zu schließen und die noch nicht in die Anmeldung zum 15. KEF-Bericht eingegangen sind, werden im Abschnitt IV erläutert.


II. Rationalisierungsmaßnahmen

1. Strukturanpassung / Reorganisation

1.1 Anstaltsübergreifende Maßnahmen

  • Zentrale Sendeabwicklung des Ersten in Frankfurt
    Bislang wurde die Abspielung des "Ersten" grundsätzlich von dem ARD-Sender übernommen, der die jeweilige Sendung in das gemeinsame Programm einbrachte. Seit 2005 wird "Das Erste" zentral aus Frankfurt ausgestrahlt. Alle vorproduzierten Sendungen sowie auch die Signale aller Live-Schaltungen werden nach Frankfurt geschaltet und dann ins Sendernetz des Ersten eingespeist. Hieraus ergeben sich ab 2005 dauerhafte Einsparungen.
  • Zusammenführung der DEGETO München und Frankfurt
    Der Standort der DEGETO in München wurde geschlossen. Die Zusammenfassung der Aktivitäten am Standort Frankfurt ermöglicht der DEGETO einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zufolge jährliche Einsparungen in Höhe von 467.000 Euro.
  • Verschmelzung ZFP/SRT
    Die Intendanten der ARD-Landesrundfunkanstalten haben grundsätzlich beschlossen, dass die Einrichtungen der ZFP und der SRT zusammengeführt werden. Durch Kompetenzbündelung, Qualitätssteigerung und Nutzung inhaltlicher Synergien sollen mittelfristig Finanzmittel und Planstellen eingespart werden. Die dann neu zu gründende ARD-ZDF-Medienakademie (Arbeitstitel) soll ein einheitliches Fortbildungsangebot mit einem einheitlichen Wirtschaftsplan für die Anstalten bereitstellen.
  • Einsparungen bei IRT und RBT
    Die ARD-Landesrundfunkanstalten haben zusammen mit den übrigen Gesellschaftern die künftige Ausgestaltung und Finanzierung des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) und der Rundfunk-Betriebstechnik GmbH (RBT) neu geregelt. Beim IRT wird bis 2009 das Leistungs- und Grundfinanzierungsvolumen um rd. 30 % gekürzt. Diese Kürzung ergibt sich aus Kürzungen der Investitionen, der Sach- und Personalaufwendungen (Reduzierung der Mitarbeiterzahl von 180 auf 140) sowie aus erhöhten Eigenerträgen. Die RBT reduziert ab 2006 insbesondere durch die Steigerung externer Erträge bzw. eventuell durch Einsparungen ihren Zuschussbedarf. Insbesondere beim IRT wird die Kürzung zu tiefgreifenden Strukturveränderungen führen.
  • Austausch von Ü-Wagenkapazitäten
    Eine verstärkte Kooperation zwischen den ARD-Anstalten und dem ZDF findet durch den erweiterten Austausch von Ü-Wagenkapazitäten über die zentrale Dispostelle statt. Durch die Verknüpfung der Dispositionssysteme, die eine verbesserte Poolung der Kapazitäten ermöglichen, können temporärer Spitzenbedarf der Landesrundfunkanstalten häufiger abgedeckt, eigene Kapazitäten besser ausgelastet und somit teure Anmietungen gespart werden.

1.2 Anstaltsindividuelle Maßnahmen

  • Strukturanpassungen im BR
    Durch die Zusammenlegung der Sportredaktionen Hörfunk und Fernsehen beim BR konnten Synergieeffekte freigesetzt werden. Eine Neustrukturierung des Hörfunks ist für den 01.01.2006 vorgesehen.

    Im BR wurden die HA Personal und die Abteilung Honorare und Lizenzen zusammengelegt. Gleichzeitig wurden eine organisatorische Neuausrichtung und die Umstellung des Gehaltssystems auf SAP-Basis vorgenommen.

    Beim BR wurde zudem die Organisationseinheit Sendeplanung aufgelöst, damit verbunden war eine Aufgabenübertragung an die Betriebsgruppe Sendung.

    Darüber hinaus hat der BR einen Zentraleinkauf geschaffen, die Fahrbereitschaft umorganisiert und die nicht-programmbezogenen Archive des BR (Historisches Archiv, Zeitungsarchiv, Bibliothek) zusammengelegt.
  • Strukturanpassungen im HR
    Der Planungsprozess und die Disposition in der FS-Produktion wurden optimiert. Zusätzlich wurden Mehrfachschichten zur optimalen Ausnutzung von Sachmittelkapazitäten eingeführt. Dadurch konnten Fremdleistungen eingespart und ansonsten erforderliche Investitionen vermieden werden.
  • Strukturanpassungen in der NDR-Programmdirektion Fernsehen
    In der Programmdirektion Fernsehen wurden die Bereiche Feature, Dokumentationen und Reportagen der Programmbereiche Kultur und Zeitgeschehen unter der Geschäftsführung des Programmbereichs Kultur zusammengeführt mit dem Ziel, Arbeitsabläufe zu optimieren und Synergien zu erreichen.

    In diesem Sinne wurden außerdem im Programmbereich Zeitgeschehen die Redaktionen für aktuelle Sondersendungen im Dritten ("NDR aktuell") und "Brennpunkte" im Ersten organisatorisch vereint.
  • RB-Neubau
    Mit der Zusammenlegung der Hörfunk- und Fernsehproduktion an einen gemeinsamen Ort wird die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen der Hörfunk- und Fernsehproduktion eröffnet. Auch die multimediale Produktion wird am neuen Standort möglich sein. Durch den Einsatz neuer, digitaler Technik werden zusätzliche Verbesserungen in der Produktion erzielt.
  • Umstrukturierung bei RB
    Radio Bremen hat den Entschluss gefasst, den Ausstattungsbereich aufgrund unzureichender Auslastung aufzulösen. Die für Produktionen erforderlichen Ausstattungsleistungen werden am Markt hinzugekauft.
  • Strukturmaßnahmen beim SR
    Die am kontinuierlichen Personalabbau des SR (von 824 Planstellen in 1993 auf einen Zielwert von 550 in 2009) nur unvollkommen abzulesende Restrukturierung des gesamten Hauses umfasst Verschlankungen auf allen Hierarchieebenen, so zum Beispiel Reduzierung auf zwei Direktionen; Streichung von Bereichen (entspricht Hauptabteilungen) in Programm und Verwaltung; Zusammenlegung von HF- und FS-Planungseinheiten zu einer zentralen HF/FS-Programmkoordination u. dgl.. Auch die Ablauforganisation ist einer laufenden Strukturanpassung unterworfen, so etwa das mittlerweile stark konzentrierte Beschaffungswesen oder der streng bedarfsorientierte Fuhrparkbetrieb. Weitere Konzentration und damit Effizienzsteigerung wird von der jüngst erfolgten Aufgabe des eigenen Standortes der Produktionstochter (Telefilm Saar GmbH) und deren Verlagerung auf den Halberg zum Sender erwartet, wo ohnedies im Gefolge der durch die ARD-Strukturhilfe ermöglichten Gebäudeerneuerungen die gesamte äußere Produktions-, Redaktions- und Verwaltungsstruktur den Bedürfnissen des modernen digitalen Workflow angepasst sein wird.
  • Strukturanpassungen im rbb
    SFB und ORB verfügten an ihren beiden Standorten in Berlin und Potsdam unabhängig voneinander über voll funktionsfähige Produktions- und Betriebsstätten. Durch die Zusammenlegung von zwei Dritten Programmen zu nur noch einem Dritten Fernsehprogramm des rbb erfolgte der Abbau von Doppelstrukturen nicht nur in Leitungsfunktionen, sondern auch in Kernbereichen der Produktion. Darüber hinaus werden Strukturanpassungen im Zuge der Umsetzung des Zielstellenplans 2009 in allen Bereichen des rbb realisiert.
  • Zusammenlegung der Studios Ludwigshafen und Mannheim beim SWR
  • Zusammenlegung der Technischen Direktion und der Produktionsdirektion beim WDR
    Neue Anforderungen im Medienverbund, die wachsende Vielfalt der Verbreitungswege sowie die mediale Produktions- und Technik-Konvergenz auf Basis einer umfassenden Digitalisierung sind Herausforderungen, denen sich der WDR auch in seiner Aufbauorganisation stellen muss. Einhergehend mit der personellen Veränderung an der Spitze der Technischen Direktion ergab sich für den WDR 2004 die Gelegenheit, bislang organisatorisch in zwei Direktionen (Produktionsdirektion und Technische Direktion) getrennte technische und produktionstechnische Bereiche im Rahmen eines integrativen Ansatzes neu zu ordnen und den aktuellen Anforderungen anzupassen.

    Im Rahmen einer breit angelegten WDR-internen Untersuchung wurde hierfür frühzeitig ein Umsetzungskonzept entwickelt, das von folgenden Zielsetzungen ausging:
    • Zusammenfassung aller programmbezogenen Produktions-, Technik- und Infrastrukturdienstleistungen in einer Direktion
    • Schaffung von Rahmenbedingungen für die bi- und trimediale Programmgestaltung
    • Sicherung des technologischen Knowhows/Technologiestrategie
    • Erschließung von Verbesserungs- und Synergiepotenzialen
    • Abbau von Doppelstrukturen.
    Seit Beginn 2005 sind die beiden Direktionen zur neuen Direktion Produktion und Technik (DPT) zusammengeführt. Bis 2006 werden schrittweise weitere organisatorische Änderungen umgesetzt. Dabei wird nach derzeitigen Erkenntnissen von einem Stellenabbau von jährlich rd. 20 Planstellen für die Jahre 2005 bis 2008 ausgegangen.
  • Projekt Bi- und Trimedialität in den Regionalstudios des WDR
    Seit Januar 2005 gibt es in jedem der neun Regionalstudios nur noch eine gemeinsame Redaktion für Hörfunk, Fernsehen und Internet. Der WDR hat gemeinsame Planungs- und Nachrichtenbüros eingerichtet und jedes Studio unter die Leitung eines bi- und trimedialen Leitungsteams gestellt. Es gibt bi- und trimediale Redaktionskonferenzen, die kurz- und langfristige Planung wird für beide/alle drei Medien gemeinsam erstellt und die festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können je nach Neigung und Qualifikation für alle Medien tätig werden. Auch die Hörfunktechnik und die Fernsehproduktion wurden im Rahmen der Zusammenführung der Direktionen Produktion und Technik zu einer Einheit "Radio und TV Regionalstudios" fusioniert. Alle Beiträge, Sendungen und Zulieferungen für die Hörfunk- und Fernsehprogramme sowie für das begleitende Internet-Angebot aus und für NRW kommen jetzt "aus einer Hand".
  • Zusammenlegung von Bildredaktion und Fotolabor im WDR

2. Kostenreduzierung im Personalbereich

2.1 Tarifabschlüsse

Im 14. KEF-Bericht, Tz. 429 sieht die KEF Sparpotenziale durch die "Anpassung der Personalausgaben an schon durchgeführte oder zukünftige Veränderungen im Öffentlichen Dienst". Hierzu kann Folgendes ausgeführt werden:

Für die Rundfunkanstalten waren immer die Regelungen bei den Angestellten im Öffentlichen Dienst (Länder) maßgeblich, da diese auf Tarifverträgen beruhen. Die ARD-Landesrundfunkanstalten haben sich bei ihren Gehaltstarifabschlüssen stets am finanziellen Volumen der Abschlüsse des Öffentlichen Dienstes als Obergrenze orientiert. So wurde beispielsweise das Einfrieren des 13. Gehalts im Bereich des BAT durch eine abgesenkte Tarifsteigerung oder eine Laufzeitverlängerung der jeweiligen Tarifverträge umgesetzt. Dies führte bei den meisten Anstalten dazu, dass die ursprünglich mit dem Öffentlichen Dienst weitgehend identische Tariflaufzeit mittlerweile bis zu sechs Monate verschoben ist. Darüber hinaus wurden in den Anstalten der individuellen Situation entsprechende Einzelmaßnahmen durchgeführt, wobei das finanzielle Volumen des Abschlusses im Öffentlichen Dienst stets als obere Benchmark diente.

Mit Schreiben vom 29.10.2004 hat der SWR der KEF einen Vergleich der Tarifabschlüsse der Landesrundfunkanstalten mit dem Abschluss des Öffentlichen Dienstes vom Januar 2003 zugeleitet. Der Abschluss im Öffentlichen Dienst sieht Tariferhöhungen in den Jahren 2003 und 2004 vor. Die lineare Erhöhung summiert sich dabei in der Fortwirkung des Tarifgitters auf 4,46 %. Kostendämpfend sieht der Abschluss vor:

  • das Einfrieren des 13. Monatsgehalts über die Laufzeit des Tarifvertrages
  • die Streichung eines freien Tages
  • die zeitlich befristete Halbierung der Stufensteigerung
  • die Verschiebung der Gehaltsauszahlung auf das Monatsende.

Je nach Bewertung dieser kostendämpfenden Faktoren ergibt sich in der Fortwirkung des Öffentlichen- Dienst-Abschlusses eine monetäre Wirkung von 2,9 %-Punkten bis 3,1 %-Punkten, bezogen auf eine Laufzeit von 24 Monaten.

Die zuvor genannten kostendämpfenden Faktoren haben die Rundfunkanstalten durch entsprechende Abzüge bei der linearen Vergütungsanpassung mit positiven Wirkungen auf die längerfristigen Belastungen berücksichtigt.

Die Fortwirkung der Tariferhöhungen bei den ARD-Landesrundfunkanstalten liegt im direkten Vergleich bei maximal 2,7 %, bei einigen bei 2,0 %, bis hin zu 1,5 %. Die Tarifabschlüsse der Rundfunkanstalten liegen damit alle unterhalb des Abschlusses des Öffentlichen Dienstes.

2.2 Betriebliche Altersversorgung

In den Jahren 2003 bis 2005 wurden Gesetze verabschiedet, die im Rahmen der bisherigen (Netto-)Gesamtversorgungen erheblichen Einfluss auf die Betriebsrenten der Rundfunkanstalten haben (s. hierzu und im Folgenden Schreiben des SWR vom 17.05.2005):

  • das Alterseinkünftegesetz, das den Abzug von Vorsorgeaufwendungen und die Besteuerung der gesetzlichen Renten völlig neu regelt
  • das Gesundheitsmodernisierungsgesetz, das die Belastung von Krankenversicherungsbeiträgen auf Betriebsrenten verdoppelt
  • die Abschaffung des Zuschusses zum Pflegeversicherungsbeitrag auf die Sozialversicherungsrente
  • das Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz, das durch Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors und Streichung von Ausbildungszeiten weitere erhebliche Einschnitte in der gesetzlichen Rente vorsieht.

Die Rundfunkanstalten haben ermittelt, dass diese Änderungen allein im Zeitraum bis 2008 zu Mehraufwendungen bei den Rückstellungen von rd. 340 Mio. Euro geführt hätten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Rundfunkanstalten von den Änderungen unterschiedlich betroffen gewesen wären, abhängig davon, wie die einzelnen Berechnungsparameter in den alten Versorgungsordnungen geregelt waren.

Diese Zahlen machen deutlich, dass die finanziellen Auswirkungen auf die alten Gesamtversorgungssysteme für die Rundfunkanstalten weder finanzierbar noch nach außen darstell- bzw. vermittelbar gewesen wären. Es wurden deshalb umgehend Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufgenommen. Vorrangiges Ziel der Rundfunkanstalten war, eine Abkopplung der Betriebsrente von externen Faktoren und damit eine Ablösung von der (Netto-)Gesamtversorgung zu erreichen. Dieses Ziel wurde erreicht.

Im Ergebnis ist festzustellen:
  • Die aus den oben genannten Gesetzen der Jahre 2003 bis 2005 resultierenden Mehrbelastungen werden in etwa hälftig von den Rundfunkanstalten und den Berechtigten getragen.
  • Der bisher für die Gesamtversorgung typische "Auffülleffekt" wird dauerhaft eliminiert. Die Höhe der Anstaltsrente ist nicht mehr abhängig vom sinkenden Niveau der Sozialversicherungsrente. Die letzten und insbesondere alle zukünftigen Änderungen der Sozialversicherungsrente werden von den Arbeitnehmern selbst zu tragen sein. Faktisch bedeutet dies die Aufgabe des Systems der Gesamtversorgung. Die alten - nunmehr in der geschilderten Art und Weise modifizierten - Versorgungsregelungen bleiben zwar noch formal Gesamtversorgungen, sind aber künftig von allen externen Faktoren - also dem wesentlichen Merkmal einer Gesamtversorgung - dauerhaft abgekoppelt.
  • Die bisherige Netto-Gesamtversorgung wird auf eine Bruttogesamtversorgung umgestellt. Damit haben Änderungen bei den Steuern und Sozialabgaben zukünftig keinen Einfluss mehr auf die Berechnung der Betriebsrente. Dies hat zur Folge, dass die Versorgungsaufwendungen kalkulierbarer werden.

Damit ist ein seit vielen Jahren von den Rundfunkanstalten und der KEF verfolgtes Ziel erreicht. Dies führt zu einer nachhaltigen Kostenbegrenzung bei den Altersversorgungsaufwendungen sowie zu einer deutlich höheren Planungssicherheit.

2.3 Richtpositionenvergleich

Zum Thema Richtpositionenvergleich haben die ARD-Landesrundfunkanstalten, das ZDF und das Deutschlandradio am 03.11.2004 eine gemeinsame Stellungnahme gegenüber der KEF abgegeben.

Diese Stellungnahme wird durch konkrete Umsetzungsbeispiele ergänzt, die derzeit innerhalb der ARD erhoben werden. Diese Darstellung wird sich an folgender Struktur orientieren:

  • Nutzung vorhandener bzw. sich ergebender Handlungsspielräume in der täglichen Personalarbeit durch Fluktuation, Organisationsänderungen oder Freiräume im Tarifgefüge
  • Umgestaltung bei technischen Entwicklungen/neuen Berufsbildern
  • Gestaltung im Rahmen von Tarifverhandlungen.

Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte Juli 2005 vorliegen und der KEF nachgereicht.

2.4 Planstellenabbau

Die ARD wird lt. Anmeldung zum 15. KEF-Bericht im Zeitraum 2001 - 2008 1.476,5 Planstellen bzw. 6,6 % im Bestandsbedarf abbauen. Der Abbau im Zeitraum 1993 - 2000 betrug für die ARD bereits 2.486,5 Planstellen bzw. 10,1 %.

Die ARD hat im Rahmen ihrer Selbstbindungen erklärt, sie werde bis 2008 über den zum 14. KEF-Bericht angemeldeten Stellenabbau weitere 255,5 Planstellen im Bestandsbedarf reduzieren. Mit einem über die Anmeldung zum 14. KEF-Bericht hinausgehenden Abbau von 396 Planstellen wird diese Selbstbindung deutlich übertroffen. Mit diesem Stellenabbau trägt die ARD nachhaltig zur Kostenkonsolidierung bei.

2.5 Stellenabbau Archive

Die ARD hat im Rahmen der Erstellung des 14. KEF-Berichts zugesagt, im Zuge der Digitalisierung der Archive durchschnittlich zwei Stellen je ARD-Landesrundfunkanstalt bis 2008 abzubauen. Die ARD wird diese Zusage einhalten.

In der Anmeldung zum 15. KEF-Bericht dokumentiert die ARD die Einhaltung dieser Zusage - wie mit der KEF vereinbart - im Wirtschaftlichkeitsteil (Mifrifi-Teil V). Daraus geht für alle ARD-Landesrundfunkanstalten hervor, wie der Stellenabbau bis 2008 verläuft und wie hoch die sich hieraus ergebenden Einsparungen sind.

2.6 Einzelmaßnahmen

Neben den angesprochenen Themen werden verschiedene Einzelmaßnahmen im Personal durchgeführt:

  • Durch kontinuierliche Straffung von Arbeitsabläufen sowie durch konsequente Ausschöpfung der vorhandenen Mitarbeiterkapazität werden die Aufwendungen für Vertretungen und Aushilfen deutlich gekürzt. Zudem werden die Ausgaben für Hospitanten und Volontäre reduziert.

  • Beim MDR wird jede dritte planmäßig frei werdende Planstelle einer Direktion im Jahr 2005 nicht nachbesetzt. Frei gewordene Stellen sollen künftig mit einer dreimonatigen Verzögerung nachbesetzt werden. Darüber hinaus besteht beim MDR ein Einstellungsstopp bis Ende 2006.

  • Im NDR wird bei einem erfolgreichen Wechsel in eine höhere Vergütungsgruppe die neue Vergütung nicht mehr rückwirkend ab Beginn der Einarbeitungszeit gezahlt.

  • Im WDR wird überprüft, ob die Sekretariatskräfte noch effektiver eingesetzt und verteilt werden können. Gleichzeitig sollen die Berufsbilder in den Sekretariaten bedarfsgerecht weiterentwickelt werden (u.a. Redaktionsassistenz).

3. Effizienzmaßnahmen in Produktion/Technik/IT

3.1 Anstaltsübergreifende Maßnahmen

  • Technische Produktionsformate
    Die Rundfunkanstalten BR, NDR, RBB, SR, SWR, WDR, ORF und SRG haben sich für das MAZFormat IMX und eine gemeinsame Weiterentwicklung der IMX-Produkte entschieden. Da auch Dritt-Hersteller das IMX-Format mittlerweile weitreichend unterstützen, besteht nun für die beteiligten Rundfunkanstalten die Möglichkeit, einen filebasierten Workflow aufzubauen. Ziel ist, den konventionellen Bild- und Tonaustausch über Leitung oder Video-Kassette in house durch eine vernetzte homogene Produktionsumgebung zu ersetzen. HR und MDR realisieren einen bandlosen Workflow auf Basis der DV-Formatfamilie.

  • Nutzung von gemeinsamen Rechenzentren
    Das IVZ wird als Gemeinschaftseinrichtung inzwischen von DLR, MDR, NDR, RBB und SR getragen und erbringt wesentliche Dienstleistungen auch für BR, DW, HR, RB, SWR und das DRA. Der HR hat zum 1. Oktober 2004 seine sämtlichen Großrechneranwendungen unter IBM S390 zum IVZ verlagert. RB ist zum 01.02.2005 dem IVZ beigetreten. Der SWR prüft weitere Optionen zum Betrieb von SAP R3, S390 und VM beim IVZ.

    Zu erwähnen ist des Weiteren das Rechenzentrum des ZDF, das Rechenleistung für einige ARD-Anstalten im Rahmen der Nutzung der ZDF-Pressedatenbank Sphinx bereitstellt. Zu dieser Kooperation, der bereits schon DLR, HR und MDR angehören, ist inzwischen auch der BR hinzugekommen.

    Das Rechenzentrum des WDR hat den Betrieb der SAP-Anwendung von der DW übernommen.

  • Einführung und Ausbau der budgetwirksamen innerbetrieblichen Leistungsverrechnungen

  • Informationsaustausch im Bereich digitaler, vernetzter Fernsehproduktion
    Die Erfahrungen aus bisher in Einzelfällen umgesetzten Installationen von vernetzten Systemen, beispielsweise bei ARD-aktuell, beim ZDF, dem SWR und dem WDR werden gesammelt. Eine Auswertung geschieht in den Koordinationsgruppen innerhalb von ARD und ZDF. So stellt der Arbeitskreis "Ausrüstungskoordination" Referenztabellen für bisher implementierte Systeme zusammen. Hierdurch soll erreicht werden, dass die Erfahrungen nicht verloren gehen und dass eine überschaubare Anzahl von Systemlösungen als Auswahlkatalog zur Verfügung steht.

  • Vereinheitlichung der Schriftgeneratorsysteme
    Im Jahr 2004 wurde eine umfassende Abstimmung bezüglich zukünftiger einheitlicher Schriftgeneratorsysteme in der ARD und beim ZDF erreicht. Ergebnis ist hier ein entsprechender Rahmenvertrag, der generell günstige Konditionen sichert sowie aus betrieblicher Sicht die Vereinfachung beim Austausch grafischer Designelemente nach sich zieht.

  • Presse-Archiv-Netzwerk / DIZ
    Sechs ARD-Landesrundfunkanstalten (NDR, RB, SWR, RBB, SR und WDR) haben die Kapazitäten ihrer Pressearchive in der elektronischen Gemeinschaftslösung PAN (PresseArchivNetzwerk) gebündelt. Seit 2004 hat sich die Deutsche Welle dem PAN-Verbund angeschlossen und somit dessen Leistungsfähigkeit weiter gestärkt. ZDF, HR, MDR, DLR und BR haben ihre Aktivitäten in der Pressedatenbank SPHINX gebündelt und vernetzt.

    Zwischen 1998 und Ende 2003 kooperierte das Zeitungsarchiv des BR mit dem Textarchiv der Süddeutschen Zeitung. Daraus entstand das Dokumentations- und Informationszentrum München GmbH (DIZ). Die Zusammenarbeit wurde Ende 2003 beendet, die DIZ-Beteiligung aufgelöst. Dadurch reduzieren sich die Aufwendungen für die kommenden Jahre.

  • Einführung eines Videofiletransfers in der ARD
    Wie im Hörfunk bereits seit einiger Zeit üblich, sollen nun auch mit Hilfe der größer gewordenen Bandbreiten in den Datennetzen Videobeiträge zwischen den einzelnen Standorten der ARD-Landesrundfunkanstalten übertragen werden. Damit können die Abläufe erheblich gestrafft werden.

  • Gemeinsame Entwicklungsprojekte im Bereich der Archivdatenbanken (FESADneu, FESADpreview, Hörfunkdatenbank, Normobjekte Datenbank), die ARD-weit zeitgemäße, wirtschaftliche und effiziente Lösungen sicherstellen.

3.2 Anstaltsindividuelle Maßnahmen

  • Konzeptionelle Verbesserungen beim BR Der BR hat konzeptionelle Verbesserungen zur Effizienzsteigerung durchgeführt. Hierbei handelt es sich u. a. um den Ausbau des Controlling, die Analyse der Nutzung bereitgestellter Produktionsmittel, die Sicherstellung plankonformer Vorbereitung und Durchführung von Produktionen, die produktionsbezogene Beratung des Programms bei Vertragsverhandlungen und Kalkulationen mit Dritten sowie die Erarbeitung von Modellen zur Optimierung des Ressourceneinsatzes (Verdichtung, Straffung, Reduzierung). Betroffen sind im technischen Bereich v. a. die neue Sende- und Betriebszentrale, die Digitalisierung und die fortschreitende IT-Vernetzung mit einer grundlegenden Neugestaltung von Arbeitsmitteln und Arbeitsabläufen sowie konsequente Nutzung von IT-Standards.

  • Erweiterung der Akquisitionsmöglichkeiten von Bildmaterial im HR Im HR werden verschiedene Modelle der Akquisition von Bildmaterial für die entsprechenden Sendungen getestet. Aufgrund der in diesen Tests gemachten Erfahrungen wird der HR für die aktuelle Berichterstattung in Zukunft ausschließlich das Format DV25 einsetzen.

    Im Rahmen dieser Formatentscheidung wurde das Projekt "Videoreporter" in den Regelbetrieb überführt. Videoreporter sind mit Kameras ausgestattete Hörfunkreporter. Der HR hat zudem einen ausgiebigen Pilotversuch mit der Produktionsform "Videojournalisten" (VJ) abgeschlossen. VJs sind Mitarbeiter aus Redaktion oder Produktion, die Beiträge komplett allein erstellen.

    Darüber hinaus erprobt der HR das "Ein-Person-EB-Team". Durch den Verzicht auf den/die Assistenten/in oder TonmitarbeiterIn ist hier erhebliches Einsparpotenzial vorhanden.

    Ähnliche Pilotversuche wie beim HR finden zur Zeit beim rbb und in anderen ARD-Landesrundfunkanstalten statt.

  • Neues Technikkonzept für die Grafik im HR
    Trotz ständig steigender Anforderungen im Designbereich ist es im HR gelungen, gemeinsam mit allen beteiligten Bereichen ein Reinvestitionskonzept auf den Weg zu bringen, das für alle Anwendungsfälle auf standardisierter PC-Technik basiert. Die Verbesserungsmöglichkeiten und Einsparpotentiale durch das neue Technikkonzept der Grafik werden im Wesentlichen durch die Standardisierung von Technik und Datenformaten in allen Bearbeitungsfeldern und durch den sukzessiven Ersatz von Band- und Videoüberspielungen durch vernetzte Workflows erreicht.

  • Einsatz automatischer Kameras im Newsstudio beim HR
    Der HR prüft, inwieweit über den Einsatz automatischer Kameras und der damit einhergehenden personellen Einsparung durch Multifunktionalität in allen Bereichen hinaus, zusätzliche Nachrichtensendungen durch Einsatz von PC-basierten Steuerungssystemen kostengünstig zu realisieren sind.

  • Digitalisierung im Fernsehen im HR
    Die begonnenen Digitalisierungsprojekte im Fernsehen werden forciert. Einsparungen sollen insbesondere durch eine kostengünstigere Produktion der Nachrichtensendungen (Einführung einer Zwei-Mann-Regie), durch den Verzicht auf die Ersatzbeschaffung des 2., großen Übertragungswagens, die Umstellung des gesamten Fernsehbetriebs auf bandlose Produktion, Bearbeitung und Sendung sowie ein verändertes Investitions- und Betriebskonzept für die Grafik erreicht werden.

  • Digitale Vernetzung im MDR Im Dezember 2003 wurde im MDR die erste Stufe des Content-Management-Systems Fernsehen in Betrieb genommen. Hiermit sind folgende Zielsetzung verbunden: effektivere Nutzung von Schnittzeiten durch Nutzung der Recherchemöglichkeiten an den Redaktionsarbeitsplätzen, drastische Senkung von Bandkosten, Vorschnittmöglichkeiten in den Redaktionen sowie Integration eines Browsingmoduls im Nachrichtenverteilsystem (i-News).

    Mit der Inbetriebnahme des digitalen Datennetzes zwischen der Fernsehzentrale in Leipzig, der Hörfunkzentrale in Halle/Saale und den drei Landesfunkhäusern in Dresden, Erfurt und Magdeburg steht den Nutzern eine vielfach größere Übertragungskapazität als bisher zur Verfügung. Die realisierte breitbandige Datenvernetzung (ADIN) trägt den gestiegenen Anforderungen Rechnung und ermöglicht eine kostengünstigere Nutzung zentraler Anwendungen wie z. B. i-News.

  • Selbstfahrer-Betrieb im MDR-Hörfunk
    Im MDR-Hörfunk wird künftig auch beim Kultur-Radio MDR FIGARO schrittweise der Selbstfahrer- Betrieb eingeführt, was einen effizienteren Personaleinsatz ermöglicht

  • Wertanalyse in der Fernseh-Produktion des NDR
    Im NDR werden im Rahmen einer Wertanalyse die Produktionskosten von Sendungen systematisch mit dem Ziel der Effizienzsteigerung überprüft. Bei qualitativ unverändertem Output sollen die Kosten durch ein direktionsübergreifend abgestimmtes Vorgehen minimiert werden.

  • Optimierung der Geschäftsprozesse im NDR durch "Connect IT"
    Der NDR plant im Rahmen des Projektes "Connect IT" eine Optimierung bereichsübergreifender Geschäftsprozesse. Die Integration erfolgt über den Aufbau einer technischen Lösung, die über klassische Schnittstellen hinaus eine Verbindung der Systeme untereinander ermöglicht. Die Infrastruktur soll die Einrichtung applikationsübergreifender Workflows erleichtern.

  • Verbesserung der Rechteinformation FS und HF im NDR
    Die für eine Produktion und deren Sendung im Fernsehen sowie im Hörfunk benötigten Lizenzen werden von den entsprechenden Abteilungen erworben und verwaltet. Die Verwaltung der Rechte erfolgt im Fernsehen u. a. durch das eingeführte Lizenzinformationssystem LISY. Es ist geplant, auch im Hörfunk ein solches System einzuführen.

  • Verbesserte Koordination der Programm- und Produktionsplanung auf Ebene der Sendeleitung im NDR
    Für die organisatorische Abwicklung des Ersten und des Dritten Programms im NDR wird eine automatisierte Ablaufsteuerung eingesetzt. In der Verantwortlichkeit für die Betreuung des Sendeablaufs wird dabei deutlich unterschieden nach programmlicher bzw. technischer Zuständigkeit. Der NDR wird ein neues EDV-Werkzeug für die Programmplanung einführen (PROPLAN), um den Gesamtprozess weiter zu verbessern.

  • Einführung nonlinearer Bearbeitungssysteme im Schnittbereich des NDR
    Im NDR Wirtschaftsplan ist die Erneuerung der Bearbeitungssysteme im Schnittbereich bis Ende 2006 vorgesehen. Mit dem Ziel, weitestgehend einheitliche und vor allem kompatible Systeme einzusetzen, wurden die jeweiligen Anforderungen aus dem aktuellen Schnitt, der Featurebearbeitung und dem High-End-Finishing sowie der Tonnachbearbeitung abgestimmt. Geplant ist die Einführung eines bandlosen, vernetzten Produktionsbetriebes, der eine Optimierung der Arbeitsprozesse in der Produktion und dem Programmbereich ermöglicht.

  • Bandlose Nachrichtenproduktion bei ARD-aktuell
    Inzwischen liegen positive Erfahrungen mit der Pilotinstallation "Digitaler NewsDesk" bei ARD-aktuell vor. Die abschließende Auswertung läuft. Zur Umstellung des gesamten Betriebes von ARD-aktuell auf vernetzte Nachrichtenproduktion ist ein Masterplan entwickelt worden.

  • Pilotprojekt bimediales Regionalstudio Bremerhaven von RB
    In Vorbereitung zur Umsetzung bimedialer Arbeitsformen bei Radio Bremen sind und werden im Jahr 2005 im Regionalstudio Bremerhaven organisatorisch und technisch die Voraussetzungen für eine bimediale Produktion der Berichterstattung geschaffen. Sämtliche Zulieferungen für Hörfunk- und Fernsehprogramme werden daraufhin durch das bimediale Redaktionsteam erstellt.

  • Mittelfristige Ziele der rbb Produktions- und Betriebsdirektion
    Ein übergreifendes Ziel liegt in der ständigen Verbesserung der Betriebsabläufe ("work-flow") bei der Herstellung der rbb/ARD-Programme und programm- und sendungsbegleitenden Dienste. Hierzu sollen mittelfristig folgende Maßnahmen verfolgt werden, mit denen u. a. die Wertschöpfungskette "Bearbeitung/Sendung/Archiv" geschlossen und somit die Wirtschaftlichkeit der Programmproduktion wesentlich erhöht wird:
    • Weitere Konzentration von technischen Kapazitäten
    • Projekt "Digitales Produktionssystem Fernsehen"
    • Projekt Reorganisation der Archive.


  • Einführung des "Selbstfahrerbetriebs" beim rbb
    Drei Wellen (88acht, kulturradio und radiomultikulti) werden dahingehend umgestellt, dass der Moderator auch die Studiotechnik bedient.

  • Einführung eines neuen Dispositionssystems im SR
    Das MIRAAN-System befindet sich derzeit in der Einführungsphase, die noch vor Jahresende 2005 abgeschlossen sein soll. Das Dispositionssystem bildet den gesamten Herstellungsprozess von der Produktionsplanung über die Disposition bis zur Leistungsabrechnung ab, so dass redundante Dateneingaben und Datenhaltungen wegfallen. Die elektronische Zusammenführung und Verteilung der Dispodaten führt zu einer Verschlankung der bisherigen Abläufe.

  • Einführung eines neuen Redaktionssystems im SR
    Der SR wird das Redaktionssystem "OPEN MEDIA" der Firma DALET - ANN im Bereich "Aktuelles" einführen. Dadurch ergibt sich nicht nur eine Arbeitserleichterung für die Redaktionen, sondern auch im Abspielzentrum, da die Sendeabwicklung über Server stattfindet. Durch diese Entlastung im Abspielzentrum wird Mehrarbeit abgebaut.

  • Kooperation zwischen SR und SWR im Bereich der IT
    Bei SR und SWR erfolgt eine Harmonisierung der Arbeitsabläufe der Programmplanung mit Hilfe der SWR-Software graFIPS. Hiermit verbunden ist eine Straffung der Arbeitsprozesse, die Vermeidung von Doppelarbeit, die Reduzierung des Papierverbrauches sowie Einsparungen bei der Beschäftigung freier Planungs-Mitarbeiter beim SWR.

  • Hörfunkplanungs- und Abrechnungssystem WebMerlin ("Radio mit System") im SWR und im SR
    Mit WebMerlin soll der gesamte Hörfunk-Prozess von der Sendeplatz- und Programmplanung bis hin zur Abrechnung und Dokumentation des Sendegeschehens unterstützt werden. Die Planungsdaten können über einen offengelegten Webservice zu jeder Zeit von einem Sendeautomationssystem importiert werden.

  • Abspielzentrum SWR / SR
    Das gemeinsame dritte Fernsehprogramm von SR und SWR wurde u.a. aufgrund der Landesprogrammanteile bislang von den beiden Anstalten getrennt abgespielt. Seit dem 1. Juni 2005 spielt der SWR zusammen mit seinen Landesprogrammen auch das dritte FS-Programm des SR über das SWR-Play-Out-Center von Baden-Baden ab. Die Kostenbeteiligung des SR am Abspielzentrum des SWR entspricht weitgehend den Investitionen, die für Reinvestitionen in den Sendekomplex des SR erforderlich geworden wären.

  • SWR / Play-Out-Center (POC) und Fernsehschaltraum
    Ziel des Konzeptes des neuen SWR-Play-Out-Centers ist eine serverbasierte, bandlose Sendeabwicklung aller Programme des SWR, konzentriert an einem Ort. Damit wird ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung einer komplett bandlosen Produktionskette realisiert. Das Projekt beinhaltet außerdem die digitale Erneuerung der Bild- und Tontechnik im Fernsehschaltraum inklusive des zugehörigen Kreuzschienenverteilsystems und des übergeordneten Steuersystems. Bestandteil der Installationen ist ein eigener Server zum Mitschnitt von Überspielungen anderer Rundfunkanstalten.

  • Verbesserte Kapazitätssteuerung im Hörfunk bei der Musikproduktion und der Wortproduktion langer Beiträge beim WDR
    In zwei Projekten werden die Arbeitsabläufe bei der Musikproduktion und der Wortproduktion langer Beiträge im Radio überarbeitet. Die eingesetzten Kapazitäten (Personal, Geld) sollen noch besser gesteuert werden.

4. Verwaltung

4.1 Anstaltsübergreifende Maßnahmen

  • Beschaffung von IT-Hardware, Software und Dienstleistungen
    Im Bereich Datenverarbeitung/IT konnten weitere Erfolge durch die Bildung oder den Ausbau von Einkaufspools erzielt werden. So konnten unter der Federführung des HR durch zentrale Verhandlungen mit der Geschäftsleitung von SAP die Verträge aller Rundfunkanstalten zusammengeführt und bei einem Volumen von 6,6 Mio. Euro eine Rabattierung von 44,5 % erreicht werden.

    ARD und ZDF haben weitere zahlreiche Rahmenverträge mit Lieferanten von IT-Hardware, Software und Dienstleistungen abgeschlossen, wodurch günstigere Einkaufskonditionen mit Preisnachlässen von bis zu 40 % erzielt werden konnten. Seit dem 14. KEF-Bericht hinzugekommen sind Verträge mit den Firmen Novell (Software- und Serviceleistung), Toshiba, Afnet, NEC und Lexmark. Außerdem werden beim Abschluss größerer Einzelverträge sogenannte Öffnungsklauseln vereinbart, die auch anderen Anstalten den Einstieg zu gleichen Konditionen ermöglichen.

  • Neuverhandlungen von Rahmenverträgen mit Kabelnetzbetreibern, Nachrichtenagenturen und Wetterdiensten
  • ARD/ZDF-weite Ausschreibung Reisebüro

  • Überprüfung und ARD-weite Abstimmung der Honorare freier Mitarbeiter

  • Neugestaltung der Dienstreiseverordnungen, verbunden mit einer Absenkung der Standards (z.B.: Bahnreisen 2. Klasse, Flugreisen Economy Class, Obergrenzen für Hotelübernachtungen)

  • Reduzierung der Standards bei Serviceleistungen (Botendienste, Fahrzeugdisposition, Bewachung, Reinigung)

  • Absenkung von Standards bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung (Drucksachen, Fahrzeuge, Gestaltung der Arbeitsplätze, EDV-Ausstattung)

  • Einsparungen bei Fort- und Weiterbildung (Einschränkung der Angebote, Verkürzung von Schulungsmaßnahmen, Reduzierung von Trainerhonoraren)

  • Verwaltungsvereinfachung GSEA
    Die Zahl der Gemeinschaftseinrichtungen ist dadurch reduziert worden, dass sechs kleinere GSEA einmalig abgegolten wurden. Dadurch entfällt die fortlaufende Abrechnung dieser GSEA, verbunden mit einer Reduzierung der Verwaltungsaufwendungen.

4.2 Anstaltsindividuelle Maßnahmen

  • Einführung eines elektronischen Beschaffungssystems (E-Procurement) beim BR und bei RB; Einführung eines Web-Shops zur Materialbeschaffung im Einführung eines elektronischen Beschaffungssystems (E-Procurement) beim BR und bei RB; Einführung eines Web-Shops zur Materialbeschaffung im NDR.

  • RB und NDR haben ihre bereits laufenden Kooperationen im Bereich Rundfunkgebühren um den Bereich Ausbildung ergänzt.

  • Optimierung der Gebäude und Grundstücks-Nutzung beim NDR
    Im Rahmen eines Masterplans optimiert der NDR bereits seit 2000 die mittelfristige Nutzung seiner Grundstücke und Gebäude. Für den Zeitraum 2005 - 2008 sind sowohl die Errichtung eines zweiten zentralen Hörfunkkomplexes als auch der Verkauf von für Büro- und Produktionsnutzung wenig geeigneten Gebäuden vorgesehen.

  • Beitragserfassung für Hörfunk und Fernsehen beim MDR
    Durch die IT-mäßige Abbildung des Gesamtprozesses von der Beitragsentstehung bis hin zur Verwertung wird eine optimale Ausnutzung des Programmvermögens angestrebt und somit Kosten reduziert.

  • Kooperation zwischen SR und SWR bei den Rundfunkgebühren
    Der SWR übernimmt vom SR sukzessive die Aufgaben des bisherigen Fachbereichs Rundfunkgebühren beim SR. Die Aufgabenübernahme orientiert sich auf der Zeitschiene an der fachlichen Zweckmäßigkeit und den Terminen, zu denen die bisherigen Mitarbeiter des SR ausscheiden bzw. in andere Aufgabengebiete wechseln. Die Kosten des Beauftragtendienstes sowie des Rundfunkgebührenmarketing werden vom SWR an den SR weiterberechnet. Einsparungen des SR entstehen im Wesentlichen bei den Personalkosten. Es wird aufgrund zu erwartender Synergieeffekte davon ausgegangen, dass die vom SWR zu übernehmenden Aufgaben dort nur deutlich unterproportional zu Mehraufwendungen führen.

  • Kooperation zwischen SR und SWR bei der Revision Auf Basis einer Kooperationsvereinbarung, die noch im Juli 2005 unterschrieben wird, kommt die Revision des SWR anhand eines mit dem SR abgestimmten Prüfungsplanes auch beim SR zum Einsatz. Die vom SR zu zahlende pauschalierte Erstattung orientiert sich an den anfallenden Kosten, bleibt aber unter denen der früheren SR-eigenen Revision.

  • Einführung eines Archiv-, Dokumentenmanagement- und Workflow-Systems (digitale Rechnungsbearbeitung und Büroablage) beim WDR Die bisherige Rechnungsbearbeitung im WDR erfolgte in über 30 zentralen und dezentralen Organisationseinheiten. Wegen der starken Dezentralisierung, einer intensiven Genehmigungsprozedur und umfangreicher manueller Papierbearbeitung war der Prozess relativ zeitaufwendig und band erhebliche Personalkapazität.

  • Der WDR hat sich deshalb entschieden, seine Rechnungsbearbeitung zentral im Rechnungswesen zu organisieren. Die Bearbeitungszeit der Rechnungen wird reduziert und die Qualität der Bearbeitung verbessert. Durch das neue Archiv- und Dokumentmanagementsystem wird es möglich, die eingehenden Rechnungen einzuscannen und die entsprechenden Daten direkt in das SAP-System zur Rechnungsbearbeitung zu übernehmen. Die gescannten Dokumente werden über einen elektronischen Workflow an den jeweiligen Besteller im WDR zur Bestätigung der sachlichen Richtigkeit weitergeleitet, der seine Antwort hierauf ebenfalls auf elektronischem Wege zurückleiten kann. Schließlich wird mit dem neuen EDV-System die gesamte Post (gescannte Papierdokumente, E-Mails und Microsoft-Office-Dokumente) elektronisch archiviert, was den Verbrauch von Büroflächen und nicht zuletzt den Papierverbrauch deutlich senkt. Darüber hinaus wird ein sofortiger Planstellenabbau von 4,75 Planstellen im Jahr 2005 und ein weiterer Abbau von 2,5 Planstellen in den Folgejahren erwartet.


III. Verzichtsmaßnahmen / Leistungseinschränkungen

1. Programm

1.1 Das Erste

  • Das vor allem aus finanziellen Gründen vorhandene programmliche Defizit des Ersten am Nachmittag (14.00-17.00 Uhr) kann - entgegen der ursprünglichen Planung - nicht behoben werden. Die Situation hat sich aufgrund der vom ZDF mit erheblichen finanziellen Mitteln eingeführten Telenovella "Bianca" noch verschärft.

  • Ebenfalls schwach finanziert ist in der ARD der Bereich Fernsehunterhaltung, da die einzelnen ARD-Landesrundfunkanstalten im Laufe der Zeit zur Füllung von Lücken an anderer Stelle die Etats sukzessive reduziert haben. Als Folge werden ganze Sendetermine in der Prime Time überwiegend mit Wiederholungen bestritten (z. B. Montag 20.15-21.05 Uhr). Auch am Unterhaltungstermin Donnerstag 20.15-21.45 Uhr sind erhebliche Wiederholungsanteile notwendig. Selbst erfolgreiche Sendereihen können nur mit Mühe in der ARD weiter finanziert werden. So wird z. B. die Anzahl von "Beckmann" von 42 Folgen auf 38 Folgen abgesenkt.

  • Die Rechte für die Fußballeuropameisterschaft 2008 wurden nicht mehr von ARD und ZDF, sondern von der Agentur Sportfive erworben, die erheblich höhere Summen geboten hat.

  • Auslaufen des Fußball-UEFA-Cup-Vertrages

  • Der Sportrechteetat für den Zeitraum bis 2008 wurde im Vergleich zur Anmeldung zum 14. KEF-Bericht um ca. 50 Mio. Euro und der Beschaffungsetat der DEGETO um ca. 86 Mio. Euro gekürzt.

  • Begrenzung der Kosten von Auftragsproduktionen, z. B. beim "Tatort"

  • Verzichtet werden muss in den Jahren 2005 und 2006 auf zwei attraktive, im Auftrag produzierte Sonntagabendkrimis für das Erste (K3 - Kripo Hamburg).

  • Bei Fernsehfilmen wird der Koproduktionsanteil erhöht. So konnten zwei Filme des NDR über eine 50prozentige Beteiligung des ORF realisiert werden. Eine ähnliche 50 %-Finanzierung ist mit dem schwedischen Fernsehen vorgesehen.

  • Kürzung der Mittel für den Vorabend (Ausstrahlung preisgünstiger Sendungen, z. B. Quiz und Kürzung der Ansätze für die beiden Dailies jährlich um bis zu 2 %)

  • Die vom NDR produzierte Serie "Royalty" wurde 2005 aus finanziellen Gründen eingestellt.

  • Auf die Übertragung des Friedensnobelpreises wird aus Kostengründen verzichtet.

  • Dokumentationen und Features auf den Sendeplätzen am Montag 21.45 Uhr, Dienstag 23.00 Uhr, Mittwoch 23.30 Uhr und Donnerstag 23.45 Uhr zählen zu den klassischen Stärken des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Die Preise für das für diese Sendungen in großem Umfang erforderliche Archivmaterial sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Der Erwerb von Material der BBC hat sich allein von 2004 auf 2005 um 25 % erhöht. Das "Imperial War Museum" in London hat seine Archivpreise innerhalb eines Jahres um ca. 17 % verteuert. Bei Material für die "Deutsche Wochenschau" betrug der Zuschlag immerhin noch 4 %. Die steigenden Archivkosten führen dazu, dass die Zahl der Produktionen gekürzt oder auf Kaufproduktionen ausgewichen wird.

  • Stärkere Kooperation der politischen Magazine "Klartext" und "Kontraste" beim RBB

1.2 Dritte Fernsehprogramme

  • Der BR hat folgende Leistungseinschränkungen vorgenommen:
    • Einstellung der Rundschau-Nachtausgabe
    • Einsparung beim Kinderprogramm im Bayerischen Fernsehen durch verstärkte Querverwertung
    • Verzicht auf Erstsendungen in der Sommerpause bei "Capriccio" und "Lebenslinien".


  • Beim HR werden einzelne Sendungen auf einen anderen Ausstrahlungsrhythmus umgestellt bzw. Produktionen und Übertragungen reduziert oder ausgesetzt. Hierzu zählt die Reduzierung von "Dienstag" auf einen 14-tägigen Ausstrahlungsrhythmus, die Reduzierung von Übertragungen aus der Fußballregionalliga, die Aussetzung von Auftragsproduktionen mit der "Augsburger Puppenkiste", die Begrenzung von "Late Lounge" auf zwei wöchentliche Formate und die Streichung einer Fernseh-Talkshow-Reihe.

  • Im hr fernsehen am Vorabend am Samstag Einstellung des Magazins Service: natur sowie Einstellung des Magazins "auswärts". Die Produktion "Traumtänzer" wird voraussichtlich ebenfalls eingestellt.

  • Im NDR-Fernsehen wurden die Sendungen "Automobile durch den Norden" abgesetzt und die Produktion von Erstsendungen im Bereich Feature reduziert. Ferner wurden die Mittel für die Übertragungen aus dem Hamburger Ohnsorgtheater gekürzt sowie der Aufwand im Zusammenhang mit dem Schleswig-Holstein Musik-Festival auch im Fernsehbereich reduziert.

  • NDR und SWR haben die Mittel für die regionale Sportberichterstattung (z.B. Fußball-Regionalliga) gekürzt.

  • Beim rbb führen Mittelkürzungen zu punktuellen Einstellungen bzw. Reduzierungen von Formaten / Sendungen.

  • Der SWR hat folgende Leistungseinschränkungen vorgenommen:
    • Streichung der Beratungssendung "Lämmle live"
    • Reduzierung der Termine "Junger Dokumentarfilm"
    • Kürzung von Wissenschaftsformaten
    • Durchführung von konzeptionellen Veränderungen zur Kostenreduktion beim Jazz-Open in Stuttgart
    • Bei verschiedenen Regelsendungen des SWR sind Sommerpausen zur Reduzierung der jährlichen Schlagzahl verlängert bzw. eingeführt worden.

1.3 Hörfunk

  • Mehr Wiederholungen und Übernahmen bei Hörspielen

  • Der BR hat zur Erzielung von Einsparungen die beiden Programme Bayern2Radio (Wortprogramm) und Bayern 4 Klassik (Klassikwelle) optimiert. Durch zeitversetzte Wiederholungen in Bayern2Radio und einem besser aufeinander abgestimmten Programmfluss wird einerseits die Attraktivität der beiden Qualitätsprogramme gesteigert. Mit der Programmreform verbunden ist andererseits eine Steigerung der Anzahl von kostenfreien Wiederholungen. Die Möglichkeiten des neuen Urhebertarifvertrages für kostenfreie Wiederholungen wurden dabei größtmöglich ausgeschöpft.

  • Im Hörfunk bestehen erweiterte Kooperationen zwischen HR und MDR bezüglich der Übernahme der Informationsprogramme in HR-Info ab 22.00 Uhr sowie auch zwischen SR, SWR und DLR beim Kulturradio.

  • Das Hörfunkprogramm hr chronos wurde mit Wirkung zum 01.07.2003 eingestellt.

  • Die Hörfunkwelle hr-klassik wurde in hr2 integriert und damit als eigene Welle eingestellt. Für die Hörfunkwelle hr2 wurde eine Programmreform durchgeführt.

  • Auf allen Hörfunkwellen des HR wurde ein kostengünstiges Weihnachtsprogramm mit verstärkten Übernahmen und Wiederholungen eingeführt, für hr1 und hr2 wurde ein kostengünstiges Sommerprogramm eingeführt.

  • Beim hr-Hörspiel, das zu den erfolgreichsten in der ARD zählt, werden durch Teil-Verschiebungen/ Streckungen der Produktion "Otherland" Mittel eingespart.

  • Einstellung der Lunchkonzerte und des Jazzfestivals beim HR

  • Zusammenschalten der Landeswellen 88acht und Antenne Brandenburg beim rbb in der Abendstrecke von 22.00 bis 24.00 Uhr

  • Streichung der Sendung "Ohrenzeuge" beim Jugendradio Fritz, der sonntäglichen Sendung "Viadukt" bei Radio Multikulti sowie der Sendung "Klanggalerie" beim Kulturradio (rbb)

  • Bei der Kooperation von SR 2 mit SWR cont.ra werden punktuell bisherige Eigenbeiträge des SR durch Übernahmen von cont.ra ersetzt und dadurch insbesondere Honorarkosten eingespart. Die Einsparungen schlagen sich in verschiedenen Sendungen nieder, so z. B. in der Themen-Leiste von 9:04 bis 9:30 Uhr, in der Bilanz am Mittag sowie in der SR 2-Reihe Diskurs. Im Gegenzug übernimmt der SWR auch Sendungen des SR, wie z. B. "Fragen an den Autor".

  • Beim SWR wurde die Anzahl der Programmschwerpunkte in der Kulturwelle SWR2 reduziert. Darüber hinaus reduziert der SWR die Mittel für die Programmverbreitung (u. a. Abschaltung der Kurzwellensender).

  • Der SWR hat folgende weitere Leistungseinschränkungen vorgenommen:
    • Einstellung der SWR-eigenen Berichterstattung vom Börsenplatz Frankfurt
    • Einstellung der Kindersendung "Pinguin"
    • Reduzierung der bisherigen Nachrichtenformate in der Nacht auf ein durchgängiges Nachrichtenformat
    • Die Landeskulturredaktionen Mainz und Stuttgart, sowie die Bereiche Hörspiel und Literatur werden eine achtwöchige Sommerpause mit kostenfreien Wiederholungen einlegen.
    • Bei SWR3 werden nur noch Buch- und Filmtipps gesendet, die von festangestellten Redakteuren produziert werden.

2. Sonstige Leistungseinschränkungen

  • Online
    Die ARD hat erklärt, ihren Onlineaufwand auf 0,75 % des ARD-Gesamtaufwandes zu begrenzen. Die aktuelle mittelfristige Finanzplanung der ARD sieht im Zeitraum 2005 - 2008 eine Quote der Onlineaufwendungen in Höhe von 0,72 % vor. Im Vergleich zur Anmeldung zum 14. KEF-Bericht sind die Onlineaufwendungen um 35,4 Mio. Euro im Zeitraum 2005 - 2008 gekürzt worden.

  • Marketingaufwendungen
    Im Vergleich zur Anmeldung zum 14. KEF-Bericht werden sich die Marketingaufwendungen im Zeitraum 2005 - 2008 um 39 Mio. Euro reduzieren. Diese Reduzierung erfolgte im Zuge der von der ARD gegenüber den Ländern abgegebenen Selbstbindungserklärung im Marketing.

  • Reduzierung des Engagements bei Festivals, Veranstaltungen und Stiftungen
    Als Beispiele können genannt werden: Kürzung der Zuwendungen zum Internationalen Musikbettbewerb, Kürzung der Zuwendungen des NDR zur Filmförderung in Hamburg, Begrenzung der Unterstützung des Schleswig-Holstein Musikfestivals, Aussetzen des SWR-Balls 2005, Streichung der Open-Airs in Stuttgart und Mainz.

  • Sonstige Kommunikationsaufwendungen
    Neben den Marketingaufwendungen werden auch die sonstigen Kommunikationsaufwendungen im Vergleich zur Anmeldung zum 14. KEF-Bericht deutlich zurückgenommen. Im Zeitraum 2005 - 2008 beträgt die Reduzierung 22 Mio. Euro.

  • Der SR verzichtet auf die digitale Einspeisung seines Dritten FS-Programms in die bundesweiten Kabelnetze.

  • Reduzierung des BR Rundfunkorchesters von derzeit 70 Musiker auf 50 Musiker


IV. Weitere in Vorbereitung befindliche Maßnahmen

Wie im Begleittext der Anmeldung zum 15. KEF-Bericht erwähnt, müssen die ARD-Landesrundfunkanstalten weitere Maßnahmen umsetzen, um das verbindliche Ziel einer ausgeglichenen Gebührenperiode zu erreichen. Hierzu befinden sich die Anstalten intern sowie mit ihren Gremien in intensiver Diskussion. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien folgende Maßnahmen genannt:

  • Die ARD wird die Budgets der Gemeinschaftseinrichtungen und -aufgaben bis 2008 in einer Größenordnung von drei Prozent des Aufwandsvolumens der Jahre 2006 bis 2008 gegenüber der bisherigen Mittelfristigen Finanzplanung kürzen.

  • Die ARD hat verschiedene anstaltsübergreifende Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit strategischen Fragen ARD-weiter Strukturveränderungen und Kostensenkungen befassen. Nach Vorliegen der Ergebnisse wird die ARD die KEF zeitnah unterrichten. Beispielhaft können bereits heute folgende Maßnahmen genannt werden:
    • Einrichtung eines ARD-Generalsekretariats
    • Erarbeitung eines Steuerungsmodells zur Optimierung des Ersten Fernsehprogramms, um die Finanzierung mittel- und langfristig auf eine sichere Basis zu stellen
    • Intensivierung des gemeinsamen Rechtevertriebs


  • Durch den Abschluss eines Neuvertrages mit Eutelsat Hotbird konnte die ARD die Programmverbreitungskosten in diesem Bereich erheblich reduzieren.

  • Der NDR wird über die Anmeldung zum 15. KEF-Bericht hinaus weitere 100 Stellen bis 2009 abbauen. Die Investitionen sollen gegenüber der Anmeldung zum 15. KEF-Bericht um weitere 10 % gekürzt werden.

  • Zur Flexibilisierung der Produktionsaufwendungen befindet sich RB mit der Bavaria Film GmbH in Verhandlung zur Gründung eines gemeinsamen Produktionszentrums für Fernseh und Hörfunk. Das neu zu gründende Unternehmen übernimmt von Radio Bremen das Produktionspersonal und wird maßgeblich die Erstellung des Programmbouquets von Radio Bremen betreiben. Radio Bremen wird durch Nutzung weitreichender Synergien und Verringerung der Faktorkosten mittelfristig finanziell entlastet.

  • Beim rbb werden im Rahmen der Haushaltskonsolidierung weitere Maßnahmen vorbereitet bzw. umgesetzt, die im Wesentlichen aus dem Projekt rbb 2009 resultieren. Dazu zählen u.a.:
    • Weiterer Abbau von 20 Planstellen gegenüber der Anmeldung zum 15. KEF-Bericht
    • Abschaltung der Mittelwelle
    • Zentralisierung der KfZ-Disposition für alle rbb-Fahrzeuge


  • Nach eingehenden Verhandlungen auf Arbeitsebene und unter Einbeziehung aller Betroffenen haben die Gremien des SR und SWR dem Konzept der beiden Intendanten zugestimmt, das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken und das Rundfunkorchester Kaiserslautern zu einem Klangkörper zu vereinigen. Die Zusammenführung wird auf Basis eines Maßnahmenkataloges im Laufe der nächsten zwei Jahre kontinuierlich vollzogen und wird unter Beibehaltung der Leistungsfähigkeit und des künstlerischen Niveaus die Abschmelzung von zusammen 40 bis 50 Planstellen (Musiker und Overhead) und eine jährliche Kosteneinsparung in beiden Anstalten von zusammen über 4 Mio. Euro zur Folge haben.

  • Das SWR-Vokalensemble wird von 36 auf 24 Stellen reduziert.


Letzte Aktualisierung 23.01.2006