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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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14. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

| gesamten 14. Bericht als PDF (2.283KB) |

Zweites Kapitel
Leistungsdaten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten

3. Online

Tz. 38
Im 13. Bericht (Tz. 40) forderte die Kommission die Rundfunkanstalten auf, ihre Online-Aktivitäten im 14. Bericht über objektivierte Indikatoren zu dokumentieren. Zwischen der Kommission und den Anstalten wurde Einvernehmen darüber erzielt, dass eine standardisierte Erfassung von Leistungsmengen anzustreben sei. Die Kommission wies insbesondere darauf hin, dass eine solche Leistungsdokumentation wegen der bevorstehenden Entscheidung über die Entwicklung des Online-Angebotes des gebührenfinanzierten Rundfunks notwendig sei.

Die Anstalten sahen sich jedoch nicht in der Lage, objektivierte Daten zum Umfang ihres Online-Angebotes vorzulegen. Die von den Rundfunkanstalten vorgelegten Statistiken dokumentieren vorrangig das Nachfrageverhalten der Internet-Nutzer. Die ARD hat darauf hingewiesen, dass im Online-Sektor aus technischen Gründen keine produktionszentrierte Ermittlung von Leistungsdaten erfolgen kann. Leistungsmengen könnten nicht über quantitative Daten erfasst werden, da Internetseiten üblicherweise über Content Management Systeme erst dann dynamisch in Form mehrerer redaktioneller Bestandteile aus unterschiedlichen technischen Quellen erzeugt werden, sobald sie vom Nutzer aufgerufen werden. Der unterschiedliche Aktualitätsgrad der Internetseiten bedinge zudem, dass Web-Angebote mit wenigen "Seiten" einen hohen Aufwand in der Erstellung bedeuten können.

Die Kommission kann daher in diesem Bericht keine objektivierten Aussagen zum Umfang des Online-Angebotes der Rundfunkanstalten treffen, sondern nur reine "Input-Größen" abbilden und vereinzelte Aussagen zur Zusammensetzung des Internet-Angebotes treffen. Der Kommission ist zwar bewusst, dass sich die Leistungsmengenerfassung im Online-Bereich schwieriger gestaltet als in den klassischen linearen Rundfunkmedien. Sie sieht es aber als problematisch an, dass in den Rundfunkanstalten zwar Klarheit über die Notwendigkeit von Angebotserweiterungen im Online-Bereich, nicht aber über den realen Leistungsumfang herrscht.

Die Kommission strebt an, für den 15. KEF-Bericht einen abgestimmten Vorschlag für die Erhebung von Leistungsdaten im Online-Bereich vorzulegen und wird in dieser Frage weitere Gespräche mit den Anstalten aufnehmen. Dabei soll künftig zumindest systematisch erfasst werden, welche Sendungen regelmäßig über Online-Angebote redaktionell begleitet werden und welche Angebotsformen dabei zum Einsatz kommen.

Tz. 39
Als anstaltsübergreifende Online-Angebote unterhält die ARD das Portal ARD.de sowie die Angebote der Redaktionen tagesschau.de, sport.ARD. de, boerse.ARD.de und DasErste.de.

Das Portal ARD.de erschließt die Inhalte der Landesrundfunkanstalten und Gemeinschaftseinrichtungen der ARD und bündelt Zugänge in diese Angebote. Bereits vorliegende Inhalte aus Hörfunk, Fernsehen und Online werden mit geringerem redaktionellen Aufwand erschlossen. Der Online-Auftritt gliedert sich in die vier thematischen Ressorts Ratgeber, Kultur, Boulevard und Kinder. Das Ressort ARD intern bietet neben Hintergrundinformationen zur ARD auch aktuelle Pressemeldungen. Für das ebenfalls vom Dachportal betriebene Projekt Radio ARD.de werden aktuelle Inhalte aus den Datenbanken des Playout Center Potsdam durch redaktionelle Auswahl auf den Ressortseiten platziert und Zugänge zu den Online-Angeboten sämtlicher Hörfunkwellen angeboten sowie deren Livestreams zugänglich gemacht.

Tagesschau.de ist das gemeinschaftliche Nachrichtenagenbot der ARD im Internet. Die Redaktion von tagesschau.de erstellt ein Online-Nachrichtenangebot, das allen Landesrundfunkanstalten zur Verfügung steht.

DasErste.de stellt den Internetauftritt des Ersten Deutschen Fernsehens dar. Die Webseite bietet Informationen zu rund achtzig aktuellen Sendungen und Reihen des Ersten Fernsehprogramms an. Das Angebot gliedert sich in die drei Programmbereiche Information, Unterhaltung und Kinder.

Das Gemeinschaftsangebot von Sport.ARD.de erschließt alle Sportinhalte der Landesrundfunkanstalten und bündelt Zugänge in diese Angebote. Die Redaktion von Sport.ARD.de betreut im Rahmen des Gesamtangebotes von ARD Online die Sport-Homepage der ARD sowie die aktuelle Sportberichterstattung bei Sportschau.de. Die Webseite umfasst eine breite Palette sportartenbezogener Rubriken, die dem gezielten inhaltlichen Einstieg in eine Sportart dienen sollen.

Das Angebot von boerse.ARD.de richtet sich nach Darstellung der ARD an börseninteressierte Normalverbraucher und Kleinaktionäre ohne besondere Vorkenntnisse. Das Angebot nutzt alle innerhalb des HR verfügbaren Quellen, insbesondere Börsenaudios aus dem Audiospeicher des Hörfunks, die Fernseh-Börsenbeiträge und die Agenturen.

Tz. 40
Neben den Gemeinschaftsangeboten unterhalten alle Rundfunkanstalten eigene Internet-Auftritte. Auf Grund der unterschiedlichen Qualität der Zulieferungen ist ein Vergleich zwischen diesen Angeboten jedoch kaum möglich. Alle Online-Angebote der Landesrundfunkanstalten nehmen für sich in Anspruch, ausschließlich programmbegleitend zu sein und den regionalen Programmauftrag im Internet fortzuführen. Andererseits bemühen sie sich darum, mit innovativen Angeboten auch jüngere Zielgruppen anzusprechen. Trotz dieser gemeinsamen Zielrichtungen scheint der Umfang der Online-Auftritte jedoch auch von der finanziellen Ausstattung der Landesrundfunkanstalten abhängig zu sein. Insgesamt bleiben die inhaltlichen Ausführungen zu dürftig, um Rückschlüsse über unterschiedliche redaktionelle Konzepte zu ziehen. Augenfällig ist lediglich, dass einzelne Landesrundfunkanstalten vor allem für ihre Hörfunkangebote separate Webseiten unterhalten.

Der SWR bereitet zusätzlich auf der Seite kindernetz.de Informationen und Unterhaltungsinhalte aus Hörfunk und Fernsehen für die kindliche Zielgruppe auf. Gleichzeitig soll die Rezipientenbindung über die Einrichtung einer kindernetz-Community verstärkt werden.

Darüber hinaus macht die ARD in ihren Zulieferungen zum Leistungsbericht geltend, dass alle Online-Auftritte in enger Vernetzung zwischen Online-Redaktionen, Technik und Hörfunk- und Fernsehredaktionen erstellt würden und auf diese Weise Doppelarbeit vermieden würde. Die Kommission kann diese Aussage ohne eine Erfassung der Leistungsströme zu den Online-Redaktionen nicht bewerten.

Tz. 41
Das ZDF unterhält zwei Portale, einmal das Nachrichtenportal heute. online, das eine vergleichbare Funktionalität wie das ARD-Äquivalent tagesschau. de erfüllt, sowie das Portal ZDF.online.

Über das Angebot ZDF.online werden rd. 100 Sendungen des ZDF über eigene Internetangebote begleitet. Gleichzeitig werden diese Sendungsangebote zusätzlich in so genannte Themenbereiche gebündelt. Von diesen 100 Sendungen werden etwa 20 täglich und 40 mehrmals wöchentlich aktualisiert. Das programmbegleitende Archiv des ZDF enthält derzeit etwa 140.000 Dokumente. Wie die ARD nutzt auch das ZDF für die Präsentation seines Hauptprogrammes alle Angebotsformen des Internet.

Das ZDF hat zwar Kostendaten für seine Online-Angebote geliefert. Bei diesen handelt es sich aber nur um Teilkosten, bei denen nach Darstellung des ZDF die innerhalb des Programmaufwands des ZDF enthaltenen und schwer abgrenzbaren Projekt- und Personalkosten sowie die Zuordnung sonstiger Gemeinkosten nicht enthalten seien. Die auf diese Weise dokumentierten Gesamtkosten für die beiden Online-Angebote des ZDF "ZDF.online" und "heute.online" beliefen sich 2001 auf 6,59 Mio. EUR. Davon entfielen 2,45 Mio. EUR auf Personalkosten für Festangestellte und 1,25 Mio. EUR für freie Mitarbeiter. Für das Angebot "3sat.online" fielen 2001 Gesamtaufwendungen in Höhe von 0,65 Mio. EUR an. Davon entfielen 0,20 Mio. EUR auf freie Mitarbeiter.

Das ZDF hat erklärt, dass nach dem Relaunch des ZDFonline-Angebotes eine Zuordnung des Aufwands auf einzelne Angebotsformen unmöglich sei, da die gleichen Redakteure auf der gleichen technischen Plattform die Angebote für WAP, PDAs, den Teletext und das Digitext-Angebot erstellen würden.

Die Internet-Angebote des ZDF erzielten im Januar 2003 folgende Kontaktzahlen: heute.t-online: 21,7 Mio. Page Impressions (PIs), zdf.online: 23,4 Mio. PIs und 3sat.online ~ 4 Mio. PIs.

Tz. 42
Das Online-Angebot des Deutschlandradios wird seit dem 1. Januar 2001 in vollem Umfang als Fremdvergabe durch die Deutschlandradio Marketing und Service GmbH erstellt. Der Vertrag basiert auf einer jährlichen fachlichen Leistung von 10.000 Stunden und verursacht Aufwendungen von 441.800 EUR. Außerhalb des Dienstleistungsvertrages fallen Kosten für die DV-Wartung und die allgemeine Verwaltung an. Für die Erstellung des Online-Angebotes werden bei der Deutschlandradio Marketing und Service GmbH aktuell 5,5 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Leistungsumfang teilt das Deutschlandradio mit, dass es das Komplettprogramm von Deutschlandradio Berlin und Deutschlandfunk Köln als live-Streaming anbietet. Ein On-Demand-Angebot wurde 2001 für "Büchermarkt" und "Kultur am Sonntagmorgen" angeboten, soll aber weiter ausgebaut werden. Von beiden Programmen des Deutschlandradios wurde 2001 ca. 20 % inhaltlich begleitet, indem u.a. zusätzlich für das Internet aufbereitete Beiträge bereitgestellt wurden. Auch dieses Angebot wird zurzeit ausgebaut. Als zusätzlichen Service bot das Deutschlandradio 2001 eine Frequenzdatenbank, die Programmvorschau sowie Veranstaltungshinweise an, dagegen weder News-Ticker noch Chatrooms oder Link-Portale. In einem Online-Shop werden Bücher, CDs, CD-Roms und Kalender vertrieben.

Das Online-Angebot des Deutschlandradios erzielte im Januar 2003 2,5 Mio. PIs.


Letzte Aktualisierung 11.10.2005