14. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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Viertes Kapitel
Bestandsbedarf
1. Programmaufwendungen
- Die Kommission ist der Auffassung, dass die nach dem IIVF üblicherweise aus den jeweils letzten Jahren ermittelten Steigerungsraten angesichts der abzusehenden und zum Teil schon eingetretenen Preisentwicklungen im Medienbereich derzeit nicht repräsentativ sind für eine Prognose. Die Anstalten sind in ihren Anmeldungen im Ergebnis auch deutlich unterhalb dieser Rate geblieben. Die Kommission hält eine weitere Reduzierung der von den Anstalten angesetzten Preissteigerungsraten für angemessen.
- Für die Programmaufwendungen im Bestand werden für den Zeitraum 2005-2008 für die ARD 11.140,0 Mio. EUR, für das ZDF 5.274,7 Mio. EUR, für das Deutschlandradio 265,0 Mio. EUR und für ARTE 501,1 Mio. EUR als Finanzbedarf anerkannt.
- Gegenüber den Anmeldungen führt dies bei der ARD zu einer Kürzung des Programmaufwands um 21,2 Mio. EUR, beim ZDF um 338,8 Mio. EUR und bei ARTE um 20,0 Mio. EUR. Beim Deutschlandradio sind Mittel von 9,6 Mio. EUR für die UKW-Ausstrahlung zusätzlich zu berücksichtigen.
1.1 Darstellung durch die Rundfunkanstalten
Tz. 53
Für die Planungszeiträume 2001-2004 beziehungsweise 2005-2008
haben die Rundfunkanstalten folgende Programmaufwendungen für die
Fortschreibung des Programmbestandes angemeldet:
| 2001-2004 | 2005-2008 | |
|---|---|---|
| ARD | 10.004,8 | 11.161,2 |
| ZDF | 4.728,5 | 5.613,5 |
| Deutschlandradio | 237,5 | 255,4 |
Tz. 54
Die Kosten für ARTE G.E.I.E. (Straßburg) sind in den o.g. Programmaufwendungen
nicht enthalten. Eine gesonderte Darstellung und Bewertung
der Programmaufwendungen von ARTE erfolgt unter den Tzn. 83 ff.
Tz. 55
Die in den Mittelfristigen Finanzplanungen von ARD, ZDF und Deutschlandradio
vorgelegten Planwerte zu den Programmaufwendungen werden
zunächst dargestellt und anschließend einer kritischen Bewertung
unterzogen (vgl. Tzn. 67 ff.).
Tz. 56
Der Entwicklungsbedarf (Projekte) wird im Fünften Kapitel gesondert erörtert.
Abgeschlossene Projekte aus dem 12. und 13. Bericht wurden im
Jahr 2001 in den Bestand überführt (vgl. Tz. 209). Dadurch erhöht sich
die Fortschreibungsbasis für den Programmaufwand bei der ARD um
58,9 Mio. EUR, beim ZDF um 40,6 Mio. EUR und bei ARTE um 8,1 Mio. EUR.
ARD
Tz. 57
Die Programmaufwendungen der ARD setzen sich aus verschiedenen
Aufwandspositionen zusammen. Der Prozentanteil, der den Programmaufwendungen
zuzurechnen ist, wird anhand der tatsächlichen programmbezogenen
Aufwendungen ermittelt.
| Urheber-, Leistungs- und Herstellervergütungen | 99,9 % |
|---|---|
| Programmgemeinschaftsaufgaben, Koproduktionen und programmbezogene Fremdleistungen | 92,7 % |
| Programmbezogener Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 50,3 % |
| Technische Leistungen für die Rundfunkversorgung | 100,0 % |
| Reise- und Fahrtkosten für Programmzwecke (Anteil an den übrigen betrieblichen Aufwendungen) | 7,5 % |
| Programmbezogene Mieten, Pachten und Leihgebühren (Anteil an den übrigen betrieblichen Aufwendungen) | 5,4 % |
Tz. 58
Die ARD hat erklärt, sie sei bei der Bestandsfortschreibung für die Jahre
2005-2008 von einer durchschnittlichen Preissteigerungsrate von jährlich
3 % ausgegangen. Sie stellt in diesem Zusammenhang fest, dass sie
damit deutlich unter der anhand der jeweils letzten Jahre ermittelten
rundfunkspezifischen Preissteigerungsrate geblieben sei, die sich
nach dem von der Kommission gemeinsam mit den Anstalten entwickelten
Indexgestützten Integrierten Prüf- und Berechnungsverfahren (IIVF)
(vgl. 14. Bericht, Anlage 1) bei üblicher Anwendung ergeben würde.
Tz. 59
Im Gegensatz zu der von der ARD genannten durchschnittlichen Steigerungsrate
von 3,0 % sind die tatsächlichen Raten in den einzelnen
Jahren des Planungszeitraums recht unterschiedlich. Für die Jahre 2005
und 2007 sind negative Steigerungsraten, in den Jahren 2006 und 2008
dagegen relativ hohe positive Steigerungsraten festzustellen. Die ARD
weist darauf hin, dass die hohen Raten in den "geraden Jahren" auf
Sport-Großereignisse zurückzuführen seien, z.B. die Fußball-Weltmeisterschaft
2006 in Deutschland. Insgesamt ergibt sich aus den Anmeldungen
der ARD auf der Basis ihres Ansatzes für 2004 eine durchschnittliche
Steigerungsrate, die näher bei 2 % als den genannten 3 % liegt.
Tz. 60
Die einzelnen Rundfunkanstalten weisen unterschiedliche Steigerungsraten
auf. Die kleinen Anstalten sowie der RBB planen mit Steigerungsraten,
die unter dem Durchschnitt liegen (RB: 0,7 %, SR: - 0,7 % und
RBB: 2,5 %), während die mittleren und großen Anstalten mit Ausnahme
des SWR (2,7 %) nahezu gleiche Steigerungsraten in einer Spannweite
von 3,1 - 3,3 % aufweisen.
| Programmaufwendungen (in Mio. EUR) | Veränderungen gegenüber Vorjahr (in %) | |
|---|---|---|
| 2001 (Ist) | 2.360,4 | |
| 2002 (Plan) | 2.505,9 | 6,2 |
| 2003 (Plan) | 2.494,2 | - 0,5 |
| 2004 (Vorschau) | 2.644,2 | 6,0 |
| Summe 2001-2004 | 10.004,8 | Ø 3,9 |
| 2005 (Vorschau) | 2.608,2 | - 1,4 |
| 2006 (Vorschau) | 2.823,7 | 8,3 |
| 2007 (Vorschau) | 2.748,8 | - 2,7 |
| 2008 (Vorschau) | 2.980,5 | 8,4 |
| Summe 2005-2008 | 11.161,2 | Ø 3,0 |
| Summe 2001-2008 | 21.166,0 | Ø 3,4 |
| 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2001-2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2005-2008 | 2001- 2008 | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ist | Plan | % | Plan | % | Vorschau | % | Zw. Summe | Ø %1 | Vorschau | % | Vorschau | % | Vorschau | % | Vorschau | % | Zw. Summe | Ø %1 | Summe | Ø % 1 | |
| BR | 378,1 | 398,1 | 5,3 | 394,3 | - 0,9 | 420,8 | 6,7 | 1.591,3 | 3,6 | 419,1 | - 0,4 | 451,9 | 7,8 | 442,2 | - 2,1 | 479,9 | 8,5 | 1.793,1 | 3,3 | 3.384,4 | 3,5 |
| HR | 147,1 | 160,9 | 9,4 | 152,2 | - 5,4 | 159,9 | 5,1 | 620,2 | 2,8 | 157,7 | - 1,4 | 172,7 | 9,5 | 165,4 | 4,2 | 180,6 | 9,2 | 676,4 | 3,1 | 1.296,6 | 3,0 |
| MDR | 330,2 | 343,2 | 3,9 | 343,4 | 0,1 | 361,5 | 5,2 | 1.378,4 | 3,1 | 359,3 | - 0,6 | 386,5 | 7,6 | 380,9 | - 1,4 | 410,2 | 7,7 | 1.536,8 | 3,2 | 2.915,2 | 3,1 |
| NDR | 376,0 | 411,2 | 9,4 | 414,0 | 0,7 | 438,3 | 5,9 | 1.639,5 | 5,3 | 430,0 | - 1,9 | 467,7 | 8,8 | 458,9 | - 1,9 | 496,6 | 8,2 | 1.853,2 | 3,2 | 3.492,7 | 4,1 |
| RB | 26,9 | 29,8 | 10,7 | 30,2 | 1,3 | 30,9 | 2,3 | 117,7 | 4,7 | 27,2 | - 11,8 | 29,7 | 9,2 | 29,4 | - 1,0 | 31,7 | 7,8 | 118,1 | 0,7 | 235,8 | 2,4 |
| RBB | 153,2 | 160,3 | 4,6 | 156,9 | - 2,1 | 165,6 | 5,5 | 636,1 | 2,6 | 163,1 | - 1,5 | 175,8 | 7,8 | 168,0 | - 1,4 | 183,0 | 9,0 | 689,9 | 2,5 | 1.325,9 | 2,6 |
| SR | 37,6 | 39,8 | 5,8 | 37,1 | - 6,7 | 37,8 | 1,8 | 152,2 | 0,2 | 33,7 | - 10,8 | 35,7 | 5,8 | 33,5 | - 6,0 | 36,7 | 9,6 | 139,6 | - 0,7 | 291,8 | - 0,3 |
| SWR | 417,2 | 438,6 | 5,1 | 435,2 | - 0,8 | 468,1 | 7,5 | 1.759,2 | 3,9 | 462,0 | - 1,3 | 499,5 | 8,1 | 485,3 | - 2,8 | 521,6 | 7,5 | 1.968,4 | 2,7 | 3.727,6 | 3,2 |
| WDR | 494,0 | 524,0 | 6,1 | 530,8 | 1,3 | 561,4 | 5,8 | 2.110,2 | 4,4 | 556,2 | - 0,9 | 604,4 | 8,7 | 585,2 | - 3,2 | 640,0 | 9,4 | 2.385,7 | 3,3 | 4.496,0 | 3,8 |
| Summe | 2.360,4 | 2.505,9 | 6,2 | 2.494,2 | - 0,5 | 2.644,2 | 6,0 | 10.004,8 | 3,9 | 2.608,2 | - 1,4 | 2.823,7 | 8,3 | 2.748,8 | - 2,7 | 2.980,5 | 8,4 | 11.161,2 | 3,0 | 21.166,0 | 3,4 |
- Geometrisches Mittel
ZDF
Tz. 61
Die Programmaufwendungen des ZDF setzen sich wie folgt zusammen:
- Direkte Aufwendungen der Haushaltsstellen 400-491, bereinigt um
die Geschäftsaufwendungen der Programmbereiche und übergeleitet
in die 97er Haushaltssystematik.
Diese beinhalten folgende Kostenkategorien (Haushaltsstellen in Klammern):- Sendeaufwand (400-421)
- Programmdirektion (Sendeaufwand) (400/001, /003, /005..., /019)
- Chefredaktion (Sendeaufwand) (410/001, /003, /005..., /029)
- 3sat-Programm (Sendeaufwand) (420/001)
- ARTE (Sendeaufwand) (421/001)
- Kinderkanal (Sendeaufwand) (423/01) ab dem Jahr 2002
- Digitaler Theaterkanal (Sendeaufwand) (425/001) ab dem Jahr 2001
- Videotext (429/01, /02; 420/04)
- Phoenix Programmaufwand/Online/Videotext (422) ab dem Jahr 2002
- Kinderkanal/Programmaufwand Erfurt (423/03) ab dem Jahr 2002
- Neue Medien (428) ab dem Jahr 2002
- Gesonderte Programmprojekte (430-434) bis zum Jahr 2000 bzw. 2001
- Programmverteilung (490/01)
- Andere Programmaufwendungen (491)
- Sendeaufwand (400-421)
- Programmbezogene Sachaufwendungen mit 42,7 % der Geschäfts - aufwendungen gemäß der 97er Haushaltssystematik, bereinigt um den Aufwand der ZDF Enterprises.
- Programmbezogene nicht abzugsfähige Vorsteuer.
Tz. 62
Für das ZDF beläuft sich die jährliche Steigerungsrate des Programmaufwands
(ohne ARTE und ohne die noch nicht in den Bestand übergeführten
Projekte) im Planungszeitraum 2005-2008 auf 3,68 %, im Planungszeitraum
2001-2004 beträgt sie 4,0 %. In den einzelnen Jahren weisen
die Steigerungsraten recht unterschiedliche Werte auf. Im Planungszeitraum
2005-2008 umfasst die Spannweite Werte zwischen - 2,7 %
und 8,4 %. Diese Schwankungen sind u.a. auf die in einzelnen Jahren
anfallenden Sport-Großveranstaltungen zurückzuführen.
Tz. 63
Das ZDF weist darauf hin, dass ohne die in der Planung für die Jahre
2005-2008 "dringend notwendige Substanzerneuerung" in Höhe von
insgesamt 211,1 Mio. EUR der durchschnittliche Steigerungssatz in den
Jahren 2005-2008 lediglich 2,7 % betragen würde.
| Aufwandskategorie | Ist 2000 | Ist 2001 | Plan 2002 | vorl. Ist 2002 | Plan 2003 | Vorschau 2004 | Vorschau 2005 | Vorschau 2006 | Vorschau 2007 | Vorschau 2008 | Summe1 2001-2004 | Summe 2005-2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Programmaufwendungen | 995,0 | 1.139,3 | 1.095,8 | 1.093,8 | 1.229,9 | 1.243,7 | 1.353,3 | 1.316,4 | 1.422,3 | 4.457,9 | 5.335,7 | |
| - davon Sendeaufwand | 758,8 | 900,7 | 871,1 | 850,2 | 967,6 | 979,0 | 1.083,1 | 1.037,5 | 1.134,4 | 3.477,2 | 4.234,0 | |
| - in % der Programmaufwendungen | 76,3 | 79,1 | 79,5 | 77,7 | 78,7 | 78,7 | 80,0 | 78,8 | 79,8 | 78,0 | 79,4 | |
| zzgl. programmbezogene Sachaufwendungen (42,7 % der Geschäftsaufw. aus HhSt. 500-560) | 55,7 | 59,0 | 58,9 | 55,1 | 57,6 | 57,9 | 60,3 | 59,7 | 61,2 | 227,4 | 239,2 | |
| zzgl. programmbezogene nicht abzugsfähige Vorsteuer | 80,8 | 84,0 | 89,3 | 85,0 | 101,5 | 106,1 | 107,2 | 109,2 | 114,3 | 351,2 | 436,8 | |
| Programmaufwand lt. Finanzvorschau | 1.131,4 | 1.282,2 | 1.243,5 | 1.233,9 | 1.389,0 | 1.407,8 | 1.520,8 | 1.485,3 | 1.597,8 | 5.036,5 | 6.011,6 | |
| abzgl. darin enthaltene Kosten für ARTE | 28,6 | 32,0 | 31,7 | 36,1 | 37,8 | 39,2 | 40,7 | 42,2 | 43,7 | 134,5 | 165,8 | |
| nachrichtlich: Aufwendungen für Projekte | 27,0 | 41,8 | 40,1 | 46,6 | 58,2 | 56,1 | 57,4 | 58,7 | 60,1 | 173,4 | 232,3 | |
| Programmaufwand ohne Kosten für ARTE, mit Aufwendungen für Projekte | 1.102,8 | 1.250,3 | 1.211,8 | 1.197,8 | 1.351,2 | 1.368,5 | 1.480,1 | 1.443,2 | 1.554,1 | 4.902,0 | 5.845,9 | |
| Veränderung ggü. Vorjahr in % | 13,4 | 9,9 | - 4,2 | 12,8 | 1,3 | 8,2 | - 2,5 | 7,7 | 7,0 | 3,6 | ||
| Programmaufwand ohne Kosten für ARTE und Aufwendungen für Projekte | 1.105,3 | 1.075,8 | 1.208,5 | 1.171,7 | 1.151,2 | 1.293,0 | 1.312,4 | 1.422,7 | 1.384,4 | 1.494,0 | 4.728,5 | 5.613,5 |
| Veränderung ggü. Vorjahr ohne Gesond. Programmprojekte in % | - 2,7 | 12,3 | 8,9 | - 4,7 | 12,3 | 1,5 | 8,4 | - 2,7 | 7,9 | 4,0 | 3,7 | |
| Substanzerneuerung (in Programmaufwand enthalten) | 50,0 | 51,8 | 53,7 | 55,6 | 0,0 | 211,1 | ||||||
| Programmaufwand ohne Kosten für ARTE, ohne Projekte und ohne Substanzerneuerung | 1.105,3 | 1.075,8 | 1.208,5 | 1.171,2 | 1.151,2 | 1.293,0 | 1.262,4 | 1.370,9 | 1.330,8 | 1.438,4 | 5.900,2 | 5.402,5 |
| Veränderung ggü. dem Vorjahr ohne Gesond. Programmprojekte in % | - 2,7 | 12,3 | 8,9 | - 4,7 | 12,3 | - 2,4 | 8,6 | - 2,9 | 8,1 | 4,0 | 2,7 |
1 Summe enthält für 2002 die Planzahlen
| Aufwandskategorie | Ist 2000 | Ist 2001 | Plan 2002 | Plan 2003 | Vorschau 2004 | Vorschau 2005 | Vorschau 2006 | Vorschau 2007 | Vorschau 2008 | Summe 2001-2004 | Summe 2005-2008 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A: | Hauptprogramm* | |||||||||||
| Regelprogramm | 753,0 | 760,3 | 788,7 | 817,1 | 846,5 | 877,0 | 888,5 | 2.302,0 | 3.429,1 | |||
| Sportgroßereignisse | 88,5 | 17,5 | 118,0 | 36,5 | 120,3 | 22,3 | 118,8 | 224,0 | 297,8 | |||
| entfallendes Regelprogramm | - 15,6 | - 6,8 | - 21,6 | - 10,3 | - 24,4 | - 7,8 | - 24,4 | - 44,0 | - 66,9 | |||
| Substanzerneuerung | 50,0 | 51,8 | 53,7 | 55,6 | 211,1 | |||||||
| A: | Summe | 717,4 | 710,9 | 825,9 | 771,0 | 885,1 | 893,3 | 994,1 | 945,1 | 1.083,6 | 3.192,8 | 3.871,1 |
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | - 0,9 | 16,2 | - 6,6 | 14,8 | 0,9 | 11,3 | - 4,9 | 9,9 | 5,4 | 4,1 | ||
| B: | 3sat | 16,7 | 17,1 | 21,1 | 20,4 | 21,1 | 21,8 | 22,6 | 23,4 | 24,3 | 79,6 | 92,2 |
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | 2,7 | 23,2 | - 3,5 | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 6,0 | 3,6 | ||
| C: | ARTE | 25,3 | 28,6 | 32,0 | 36,1 | 37,4 | 39,2 | 40,7 | 42,2 | 43,7 | 134,1 | 165,8 |
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | 3,0 | 11,7 | 13,0 | 3,6 | 4,8 | 3,7 | 3,7 | 3,7 | 10,3 | 4,0 | ||
| D: | Kinderkanal** | 15,4 | 17,0 | 18,2 | 18,6 | 19,3 | 20,2 | 21,0 | 50,5 | 79,1 | ||
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | 10,2 | 7,1 | 2,2 | 4,2 | 4,2 | 4,2 | 8,6 | 3,7 | ||||
| E: | ZDFtheaterkanal*** | 2,2 | 4,1 | 3,8 | 3,9 | 4,1 | 4,2 | 4,4 | 4,5 | 14,0 | 17,2 | |
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | 88,2 | - 7,1 | 3,7 | 3,6 | 3,7 | 3,6 | 3,7 | 21,9 | 3,6 | |||
| F: | ZDFinfokanal**** | 0,8 | 1,1 | 1,1 | 1,1 | 1,2 | 1,2 | 1,3 | 3,0 | 4,7 | ||
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | 26,5 | 2,9 | 3,7 | 3,6 | 4,3 | 3,3 | 14,1 | 3,7 | ||||
| G: | ZDFdokukanal**** | 1,4 | 0,9 | 0,9 | 0,9 | 1,0 | 1,0 | 1,0 | 3,2 | 3,9 | ||
| Veränderung ggü. Vorjahr (%) | - 39,2 | 3,4 | 3,3 | 3,2 | 4,2 | 3,0 | - 20,7 | 3,4 | ||||
| Sendeaufwand gesamt | 759,4 | 758,8 | 900,7 | 850,2 | 967,6 | 979,0 | 1.083,1 | 1.037,5 | 1.134,4 | 3.477,2 | 4.234,0 | |
| Veränderung ggü. Vorjahr in % | - 0,1 | 18,7 | - 5,6 | 13,8 | 1,2 | 10,6 | - 4,2 | 9,3 | 6,2 | 4,1 |
* einschließlich Vormittagsprogramm und Frühinformationsprogramm, die seit 1998 nicht mehr separat geführt werden, sondern in die Programmdirektion und die Chefredaktion integriert sind.
** Ab 2002 ist der originäre ZDF-Beitrag zum Kinderkanal nicht mehr in den Gesonderten Programmprojekten enthalten, sondern wird im Sendeaufwand geführt.
*** Ab 2001 ist der ZDFtheaterkanal nicht mehr in den Gesonderten Programmprojekten enthalten, sondern wird im Sendeaufwand geführt.
**** Ab 2002 sind der ZDFinfokanal und der ZDFdokukanal nicht mehr in den Gesonderten Programmprojekten enthalten, sondern werden im Sendeaufwand geführt.
Tz. 64
Der Sendeaufwand stellt die wesentliche Position unter den Programmaufwendungen
dar. Er umfasst 79,4 % des Programmaufwands im Durchschnitt
der Jahre 2005-2008 (vgl. Tab. 10).
Deutschlandradio
Tz. 65
Die Programmaufwendungen des Deutschlandradios setzen sich aus
verschiedenen Aufwandspositionen zusammen. Der Prozentanteil, der
den Programmaufwendungen zuzurechnen ist, wird anhand der tatsächlichen
programmbezogenen Aufwendungen ermittelt.
| Urheber-, Leistungs- und Herstellervergütungen | 100,0 % |
|---|---|
| Programmgemeinschaftsaufgaben, Koproduktionen und programmbezogene Fremdleistungen | 100,0 % |
| Programmbezogener Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogener Waren (Anteil an den Materialaufwendungen) | 43,2 % |
| Technische Leistungen für die Rundfunkversorgung | 100,0 % |
| Programmbezogene Reise- und Fahrtkosten (Anteil an den übrigen betrieblichen Aufwendungen) | 3,4 % |
| Programmbezogene Mieten, Pachten und Leihgebühren (Anteil an den übrigen betrieblichen Aufwendungen) | 0,0 % |
Tz. 66
Die Programmaufwendungen des Deutschlandradios weisen nach der
Mittelfristigen Finanzplanung folgende Entwicklung auf:
| Programmaufwendungen (in Mio. EUR) | Veränderung gegenüber Vorjahr (in %) | |
|---|---|---|
| 2001 (Ist) | 57,4 | |
| 2002 (Plan) | 59,2 | 3,1 |
| 2003 (Plan) | 59,0 | - 0,3 |
| 2004 (Vorschau) | 62,0 | 5,1 |
| Summe 2001-2004 | 237,5 | Ø 2,6 |
| 2005 (Vorschau) | 62,3 | 0,5 |
| 2006 (Vorschau) | 63,3 | 1,6 |
| 2007 (Vorschau) | 64,3 | 1,6 |
| 2008 (Vorschau) | 65,5 | 1,9 |
| Summe 2005-2008 | 255,4 | Ø 1,4 |
| Summe 2001-2008 | 492,9 | Ø 1,9 |
1.2 Bewertung
Tz. 67
Wie oben (vgl. Tz. 58) erwähnt, liegen die von der ARD vorgesehenen
Steigerungsraten unterhalb der konsequent nach den Regeln des IIVF
ermittelten rundfunkspezifischen Steigerungsrate. Das gilt ebenso für
das ZDF. Das mag zum Teil auch Ausdruck besonderer Sparbemühungen
angesichts der derzeitig angespannten Gesamtsituation in vielen Bereichen
der Gesellschaft sein. Die Kommission ist allerdings der Auffassung,
dass die üblicherweise aus den jeweils letzten Jahren ermittelten Steigerungsraten
nach dem IIVF angesichts der abzusehenden und zum Teil
schon eingetretenen Preisentwicklung im Medienbereich derzeit nicht
repräsentativ sind für eine Prognose. Speziell bei den Programmpreisen
hat die veränderte Wettbewerbssituation schon jetzt zu einer
gewissen Entspannung (Beispiel: Sportrechte) geführt, die sich voraussichtlich
fortsetzen wird. In dieser Situation von hohen Steigerungsraten
auszugehen, wäre nicht nur unrealistisch, sondern auch kontraproduktiv.
Offensichtlich gründet die Zurückhaltung der Anstalten auch auf diesen
Überlegungen, auch wenn sie dies nicht explizit erklärt haben. Die
Kommission ist deshalb der Auffassung, dass von der im IIVF vorgesehenen
Möglichkeit Gebrauch gemacht werden muss, bei aktuell absehbar
niedrigerer Preissteigerung eine Korrektur vorzunehmen. Bei der Beurteilung
der Programmaufwendungen geht sie im Folgenden von Steigerungsraten
aus, die sie im Einzelnen für ermessensgerecht hält.
Tz. 68
Basis für die Bestandsfortschreibung des Programmaufwandes sind
grundsätzlich die Istwerte des Jahres 2001. Da der Wert der Ausgangsbasis
aufgrund seiner Folgewirkungen für die nächsten Jahre von beachtlicher
Bedeutung ist, muss er einer kritischen Prüfung unterzogen
werden.
ARD
Tz. 69
Die Programmaufwendungen für das Basisjahr 2001 belaufen sich auf
2.360,4 Mio. EUR bzw. 2.301,5 Mio. EUR, wenn man den Betrag um die in
den Bestand überführten Projekte (vgl. Tz. 56) korrigiert. Zum 13. Bericht
meldete die ARD einen Betrag von 2.274,6 Mio. EUR an, die KEF erkannte
einen Betrag von 2.211,4 Mio. EUR an. Die Differenz von 26,9 Mio.
EUR zwischen dem zum 13. Bericht angemeldeten Betrag und dem tatsächlichen
Ist des Jahres 2001 wird auf Anfrage unter anderem mit einer
vermehrten Berichterstattung einer einzelnen Rundfunkanstalt im Zusammenhang
mit den Ereignissen des 11. September 2001 begründet.
Da dieses Ereignis für alle Rundfunkanstalten von Bedeutung war und
außerdem einen außergewöhnlichen Charakter aufwies, geht die Kommission
- dem Grundsatz der Repräsentativität der Basis folgend - von
dem zum 13. Bericht angemeldeten Wert in Höhe von 2.274,6 Mio. EUR
aus. Da die Anmeldung zum 14. Bericht um die in den Bestand überführten
Projekte zu bereinigen ist, ergibt sich folgender Basiswert:
2.274,6 Mio. EUR + 58,9 Mio. EUR = 2.333,5 Mio. EUR
Tz. 70
Dieser Basiswert wird für 2001-2004 mit der von der ARD für diesen
Zeitraum angewandten Preissteigerungsrate in Höhe von 3,9 % fortgeschrieben.
Für die Periode 2005-2008 legt die Kommission eine Preissteigerungsrate
von 2,5 % zugrunde, die sie angesichts der oben dargestellten
Situation für ausreichend hält.
| KEF (in Mio. EUR) | ARD (in Mio. EUR) | Differenz ARD/KEF | ||
|---|---|---|---|---|
| 2001 | 2.333,5 | 2.360,4 | ||
| 2002 | 2.424,5 | (+ 3,9 %) | 2.505,9 | |
| 2003 | 2.519,1 | (+ 3,9 %) | 2.492,2 | |
| 2004 | 2.617,3 | (+ 3,9 %) | 2.644,2 | |
| 2001-2004 | 9.894,4 | 10.002,7 | - 108,3 | |
| 2005 | 2.682,7 | (+ 2,5 %) | 2.608,2 | |
| 2006 | 2.749,8 | (+ 2,5 %) | 2.823,7 | |
| 2007 | 2.818,5 | (+ 2,5 %) | 2.748,8 | |
| 2008 | 2.889,0 | (+ 2,5 %) | 2.980,5 | |
| 2005-2008 | 11.140,0 | 11.161,2 | - 21,2 |
Tz. 71
Der von der ARD angemeldete Programmaufwand ist um 21,2 Mio. EUR
zu kürzen.
Tz. 72
Mit Schreiben vom 1.7.2003 hat die ARD der Kommission mitgeteilt,
dass sie für die kommende Spielzeit der Fußball-Bundesliga die Erstrechte
der sieben Samstagsspiele sowie für zwei Live-Spiele pro Saison
erworben habe. Der zwischen den ARD-Werbetöchtern und dem Rechteinhaber
Infront geschlossene Vertrag beinhalte Optionen für zwei weitere
Jahre. Die Kosten für das Rechtepaket mit den sieben Samstagsspielen
betragen laut Angaben der ARD 45 Mio. EUR zzgl. 4 Mio. EUR Produktionskosten
(im ersten Jahr, in den Folgejahren je 3,5 Mio. EUR p.a.).
Nach den Berechnungen der ARD-Werbetöchter lassen sich die Anschaffungskosten "vollständig über Werbung, Sponsoring und Gewinnspiele sowie Einsparungen der Kosten für das derzeit auf diesem Programmplatz laufende Programm (z.B. "Praxis Bülowbogen") refinanzieren". Die Kommission hat deshalb keinen Finanzbedarf vorgesehen und erwartet zum 15. Bericht eine Stellungnahme, die eine Überprüfung der von der ARD zugesagten Kostenneutralität ermöglicht.
ZDF
Tz. 73
Der Programmaufwand für das Basisjahr 2001 liegt unter dem für den
13. Bericht angemeldeten Betrag (einschließlich der in den Bestand
überführten Projekte) und auch unter dem von der KEF genehmigten
Betrag, so dass eine Korrektur der Basis nicht erforderlich ist.
Tz. 74
Das ZDF hat für die kommende Gebührenperiode einen zusätzlichen
Bedarf von über 200 Mio. EUR für eine als dringend erforderlich angesehene
Substanzerneuerung geltend gemacht. Anhand eines Vergleichs
der Erstsendungen ausgewählter Formate hat es versucht darzulegen,
dass die notwendige "Frische" des Programms im Wettbewerb
mit der ARD ohne zusätzliche Mittel nicht gewährleistet werden könne.
Tz. 75
Ein derartiger Vergleich erscheint nicht zielführend und überschreitet
auch die Beurteilungsmöglichkeiten der Kommission. Allerdings entspricht
es den Erfahrungen der Kommission, dass Kostensteigerungen
beim Fernsehen stärker zu Buche schlagen als beim Hörfunk. Da die
Kommission in diesem Bericht - wie oben dargelegt - von einer der
aktuellen Situation angepassten Steigerungsrate ausgeht, erscheint es
ihr angemessen, aufgrund dieser Überlegung für die Periode 2001-2004
einen um 0,5 % gegenüber dem Fortschreibungssatz der ARD erhöhten
Satz, also eine Rate von 3,9 + 0,5 = 4,4 % anzusetzen. Für die Periode
2005-2008 wird analog verfahren, d.h. ein Satz von 2,5 + 0,5 =
3,0 %, festgelegt. Ein Abrücken von der grundsätzlich gemeinsamen
Steigerungsrate nach dem IIVF ist damit nicht verbunden.
Tz. 76
Schreibt man den Wert des Basisjahres 2001 mit den genannten Preissteigerungsraten
fort, ergeben sich die in Tab. 13 dargestellten Fortschreibungsraten.
| KEF (in Mio. EUR) | ZDF (in Mio. EUR) | Differenz ZDF/KEF | ||
|---|---|---|---|---|
| 2001 | 1.075,8 | 1.075,8 | ||
| 2002 | 1.123,1 | (+ 4,4 %) | 1.208,5 | |
| 2003 | 1.172,5 | (+ 4,4 %) | 1.151,2 | |
| 2004 | 1.224,1 | (+ 4,4 %) | 1.293,0 | |
| 2001-2004 | 4.595,5 | 4.728,5 | - 133,0 | |
| 2005 | 1.260,8 | (+ 3,0 %) | 1.312,4 | |
| 2006 | 1.298,6 | (+ 3,0 %) | 1.422,7 | |
| 2007 | 1.337,6 | (+ 3,0 %) | 1.384,4 | |
| 2008 | 1.377,7 | (+ 3,0 %) | 1.494,0 | |
| 2005-2008 | 5.274,7 | 5.613,5 | - 338,8 |
Tz. 77
Der vom ZDF angemeldete Finanzbedarf, in dem die oben genannte
Substanzerneuerung enthalten ist, ist um 338,8 Mio. EUR zu kürzen.
Deutschlandradio
Tz. 78
Das Deutschlandradio war für den 13. Bericht noch nicht in der Lage,
eine eigene Preissteigerungsrate vorzulegen. Die Kommission orientierte
sich bei der Finanzbedarfsfeststellung für die Periode 2001-2004
an der Darstellung des Deutschlandradios, wonach erste Ergebnisse der
Bemühungen um eine eigene Preissteigerungsrate ergeben hätten, dass
diese nicht erheblich von 2,4 % abweiche. Inzwischen hat das Deutschlandradio
mit Hilfe eines externen Gutachters eine eigene Erhebung
vorgelegt, die für die Periode 2005-2008 eine Preissteigerung von durchschnittlich
2,85 % vorsieht.
Tz. 79
Der Ist-Wert des Programmaufwands für das Basisjahr 2001 beträgt
57,4 Mio. EUR und liegt damit um 2,6 Mio. EUR unter den Vorgaben des
13. Berichts. Für die indexorientierte Fortschreibung setzt das Deutschlandradio
jedoch einen Wert von 58,0 Mio. EUR an, da das reale Ist um
GEMA-Nachzahlungen in Höhe von 0,6 Mio. EUR erhöht wird. Da diese
Nachzahlungen auf Grund veränderter Verträge mit der GEMA als repräsentativ
anzusehen sind, erkennt die Kommission diese Erhöhung
des Basiswertes an.
Tz. 80
Das Deutschlandradio schreibt die Programmaufwendungen für die
Periode 2001-2004 rückwirkend mit der in seinem Gutachten ermittelten
Rate von 2,85 % fort. Die Kommission geht dagegen bei ihrer Bewertung
von der realen Preissteigerungsrate sowie den Vorgaben des
13. Berichts aus, nach denen sich für diese Periode eine durchschnittliche
Preissteigerungsrate von 2,21 % ergibt. Da ARD und ZDF die allgemeine
Preissteigerungsrate in ihren Anmeldungen erheblich unterschreiten
und auch die Mittelfristige Finanzplanung des Deutschland-
Radios nicht auf der hohen Rate von 2,85 % basiert, geht die Kommission
davon aus, dass auch das Deutschlandradio die Projektionen des
IIVF unterschreiten wird. Sie setzt daher für die Periode 2005-2008 eine
durchschnittliche Steigerungsrate von 1,5 % an. Da die Anmeldungen
des Deutschlandradios unterhalb dieser Fortschreibung liegen, besteht
kein Anlass zu Korrekturen.
| KEF (in Mio. EUR) | DLR (in Mio. EUR) | Differenz DLR/KEF | ||
|---|---|---|---|---|
| 2001 | 58,0 | 57,4 | ||
| 2002 | 59,3 | (+ 2,21 %) | 59,2 | |
| 2003 | 60,6 | (+ 2,21 %) | 59,0 | |
| 2004 | 61,9 | (+ 2,21 %) | 62,0 | |
| 2001-2004 | 239,8 | 237,5 | 2,3 | |
| 2005 | 2,3 | (+ 1,5 %) | 62,3 | |
| 2006 | 63,8 | (+ 1,5 %) | 63,3 | |
| 2007 | 64,8 | (+ 1,5 %) | 64,3 | |
| 2008 | 65,7 | (+ 1,5 %) | 65,5 | |
| 2005-2008 | 257,1 | 255,4 | 1,7 |
Tz. 81
Das Deutschlandradio hat zum 14. Bericht zum ersten Mal alle Kosten
für eine Verbesserung der UKW-Verbreitung aus den Programmaufwendungen
herausgerechnet und als Entwicklungsbedarf angemeldet. Für
die Periode 2001-2004 sind das 19,9 Mio. EUR. Für die Periode 2005-
2008 meldet das Deutschlandradio 24,7 Mio. EUR an. Bisher waren als
Projektkosten nur die Aufwendungen gerechnet worden, die jeweils mit
der Aufschaltung neuer Sender entstanden. Die sich anschließenden
Betriebskosten dieser neuen Sender wurden dem Bestand zugeordnet,
was zu einem überproportionalen Anstieg des Anteils der Programmverteilungskosten
an den Programmkosten führt (von ca. 30 % auf über
40 %), und wurden durch die allgemeine Programmfortschreibung
abgedeckt.
Als Projektmittel werden von der Kommission lediglich 5,5 Mio. EUR anerkannt (vgl. Tz. 259). Die verbleibenden zusätzlichen Programmverteilungskosten von 19,2 Mio. EUR können nicht vollständig dem Bestand zugerechnet werden, da diese ja bereits im alten Bestand enthalten waren. Die Kommission erwartet, dass zumindest die Hälfte dieser Kosten durch Wirtschaftlichkeitsmaßnahmen erwirtschaftet werden und erkennt daher nur 50 % dieser Kosten als Bestandserhöhung an. Da bisher keine Überleitungsrechnung vorliegt, wird die Kommission diesen Betrag von 9,6 Mio. EUR jedoch nicht in den Bestand überführen, sondern auf die Gesamtprogrammaufwendungen addieren.
Tz. 82
Somit ergibt sich für die Periode 2005-2008 ein anerkannter Gesamtbedarf
für die Programmaufwendungen in Höhe von 255,4 Mio. EUR plus
9,6 Mio. EUR, also insgesamt 265 Mio. EUR.
1.3 Programmaufwand für ARTE
Tz. 83
Der Programmaufwand von ARTE setzt sich aus den Zulieferungen von
ARTE Deutschland und dem deutschen Hälfteanteil des Programmaufwands
von ARTE G.E.I.E. zusammen.
Tz. 84
Der für das Jahr 2001 angemeldete Betrag in Höhe von 115,4 Mio. EUR
bedarf unter dem Aspekt der Repräsentativität einer Korrektur. Eine
Umstellung der Zahlungsmodalitäten für die Programmzulieferungen
hat im Basisjahr 2001 zu einem beträchtlichen Anstieg der Anzahlungen
für Programmzulieferungen geführt. Da dieser Zuwachs in späteren
Jahren wieder ausgeglichen wird, ist für das Jahr 2001 eine Korrektur
vorzunehmen. Sie wird mit 5 Mio. EUR angesetzt. Als Basis für die Fortschreibung
wird daher ein Wert von 110,4 Mio. EUR gewählt. Als Steigerungssatz
wird eine Rate von 2,0 % angesetzt. Die Kommission hält
diese Rate für angemessen, da ARTE im Gegensatz zu ARD und ZDF
weder über verhältnismäßig teure Sportrechte verfügt noch aktuelle und
damit kostenträchtige Spielfilm-Highlights ausstrahlt.
| KEF (in Mio. EUR) | ARTE (in Mio. EUR) | Differenz ARTE/KEF | ||
|---|---|---|---|---|
| 2001 | 110,4 | 115,4 | ||
| 2002 | 112,6 | (+ 2,0 %) | 106,0 | |
| 2003 | 114,9 | (+ 2,0 %) | 116,1 | |
| 2004 | 117,2 | (+ 2,0 %) | 119,0 | |
| 2001-2004 | 455,1 | 456,3 | - 1,2 | |
| 2005 | 119,5 | (+ 2,0 %) | 124,3 | |
| 2006 | 121,9 | (+ 2,0 %) | 128,2 | |
| 2007 | 124,3 | (+ 2,0 %) | 132,2 | |
| 2008 | 126,8 | (+ 2,0 %) | 136,4 | |
| 2005-2008 | 492,5 | 521,1 | - 28,6 |
Tz. 85
In ihrem 12. Bericht hatte die Kommission das Projekt "Ausweitung der
Sendezeit" mit einem Betrag von 25,6 Mio. EUR anerkannt (Tz. 295).
ARTE hat aber das Nachmittagsprogramm bereits im Jahre 2001 gestartet;
das Projekt wurde nicht mehr als Entwicklungsbedarf, sondern im
Bestand geführt. Im Basisjahr 2001 entfielen aber lediglich 5,2 Mio. EUR
auf die Sendezeitausweitung, so dass bei Fortschreibung mit 2 % bis
zum Ende der Gebührenperiode lediglich 21,4 Mio. EUR erfasst würden.
Der Differenzbetrag von 4,2 Mio. EUR muss bei der Fortschreibung berücksichtigt
werden, so dass sich in der Gebührenperiode 2005-2008 insgesamt ein Betrag von 8,6 Mio. EUR als zusätzlicher Bestandsbedarf
ergibt. Damit ermäßigt sich die Kürzung des Programmaufwands auf
20,0 Mio. EUR.
1.4 Kosten der Programmverteilung
Tz. 86
Die detaillierte Analyse der im Folgenden in Kurzform dargestellten
Finanzbedarfe ist in den Tz. 663 ff. dokumentiert.
Tz. 87
Von den Landesrundfunkanstalten der ARD wurden in der Mittelfristigen
Finanzplanung die folgenden Kosten für Leistungen zur Rundfunkversorgung
genannt:
| Mio. EUR | |
|---|---|
| 2005 | 299,9 |
| 2006 | 302,2 |
| 2007 | 309,4 |
| 2008 | 311,3 |
| Summe | 1.222,8 |
Tz. 88
Die vom ZDF im Rahmen der Mittelfristigen Finanzplanung angemeldeten
Kosten sind in der folgenden Tabelle aufgelistet:
| Mio. EUR | |
|---|---|
| 2005 | 116,5 |
| 2006 | 116,6 |
| 2007 | 119,7 |
| 2008 | 122,9 |
| Summe | 475,7 |
In den genannten Summen sind die Kosten für das Projekt DVB-T mit 36,8 Mio. EUR für den Zeitraum 2005-2008 enthalten. Bereinigt ergibt sich damit eine Summe von 438,9 Mio. EUR.
Tz. 89
Das Deutschlandradio hat die Kosten der technischen Leistungen für
die Programmversorgung in der Mittelfristigen Finanzbedarfsplanung
wie folgt angemeldet:
| Mio. EUR | |
|---|---|
| 2005 | 20,0 |
| 2006 | 20,0 |
| 2007 | 20,3 |
| 2008 | 20,4 |
| Summe | 80,7 |
Die genannten Beträge beinhalten - anders als bei den Anmeldungen zum 13. Bericht - nicht mehr die Kosten des Betriebs von UKW-Sendern, welche im Rahmen des Entwicklungsprojektes "UKW-Ausstrahlungskosten" seit 1997 in Betrieb genommen worden waren bzw. in den Jahren 2005-2008 noch in Betrieb genommen werden sollen. Die Kommission sah sich nicht in der Lage, diese Verlagerung von Kosten der Programmverbreitung in Projektkosten in vollem Umfang anzuerkennen.
Die nachfolgende Tabelle stellt die von der Kommission entsprechend modifizierte Übersicht der Kosten der Programmverbreitung dar.
| Mio. EUR | |
|---|---|
| 2005 | 24,7 |
| 2006 | 24,7 |
| 2007 | 25,2 |
| 2008 | 25,3 |
| Summe | 99,9 |
Tz. 90
ARTE Deutschland hat die folgenden Kosten für die technischen Leistungen
zur Fernsehversorgung geltend gemacht:
| Mio. EUR | |
|---|---|
| 2005 | 8,1 |
| 2006 | 8,1 |
| 2007 | 8,1 |
| 2008 | 8,1 |
| Summe | 32,4 |
In diesen Summen sind die Mehrkosten für die Satellitenausstrahlung als direkte Folge der Sendezeitausweitung enthalten.
