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Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
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14. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

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Elftes Kapitel
Einzelne Prüfungsschwerpunkte der Kommission zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit

1. Erhebungen der KEF in Zusammenhang mit dem Vergleich einzelner Produktionen

Die Kommission hat ergänzend zu der Betrachtung der Kosten und Leistungen der Produktionsbetriebe erstmals versucht, den Kostenund Kapazitätseinsatz der Rundfunkanstalten bei einzelnen Produktionen festzustellen, um damit Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen. Sie sieht in ihrer Untersuchung eine wertvolle Grundlage für die Anstalten, Erkenntnisse für die weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu gewinnen. Eine genaue Analyse der erkennbar gewordenen Unterschiede könnte zu Anpassungen bei den Produktionsstrukturen und -abläufen, bei der Kapazitätsplanung und bei der Disposition führen.

1.1 Zielsetzung der Erhebung

Tz. 453
Ergänzend zu den Erhebungen zu den Kosten und Leistungen der Produktionsbetriebe Hörfunk und Fernsehen hat die Kommission - nicht zuletzt auch auf Anregungen aus den Reihen der Rundfunkanstalten hin - versucht, den Kosten- und Kapazitätseinsatz der Rundfunkanstalten in Zusammenhang mit einzelnen Produktionen festzustellen, um einen Vergleich auf dieser Ebene vorzunehmen.

1.2 Umfang und Grundlagen der Erhebung

Tz. 454
In Abstimmung mit den Anstalten wurden Produktionen aus den Bereichen Wirtschaftsmagazine, Kulturmagazine, Politikmagazine, Ratgebersendungen und die Tatort-Produktionen bzw. zwei Serien aus den Samstagskrimis des ZDF ausgewählt, die in ähnlicher Form von mehreren Anstalten hergestellt und ausgestrahlt werden. Es handelt sich dabei überwiegend um von den Anstalten im eigenen Produktionsbetrieb hergestellte, zu einem geringen Teil - hauptsächlich im Bereich der Krimi-Produktionen - auch um fremd produzierte Sendungen (Auftragsproduktionen). Die Sendungen wurden in den Jahren 1998 und 1999 im Gemeinschaftsprogramm der ARD bzw. im ZDF erstmals ausgestrahlt.

Tz. 455
Als primäre Vergleichsbasis wurden die Kosten je Sendeminute Erstsendung vorgesehen. Die Kommission ging zunächst davon aus, dass die Selbstkosten, die im Wesentlichen den Gesamtkosten (ohne Abspielund Ausstrahlungskosten) entsprechen, eine geeignete Grundlage bieten würden. Nach ersten Datenerhebungen zeigte sich, dass sowohl die von den Anstalten der ARD als auch die vom ZDF ermittelten Selbstkosten aufgrund der dabei angewandten Verfahren zur Zuordnung der Gemeinkosten in den meisten Fällen erheblich von den tatsächlich durch die Produktionen verursachten Kosten abweichen (siehe Tzn. 476 ff.).

Tz. 456
In Absprache mit den Anstalten wurde schließlich ein abgegrenzter Kostenbereich aus Einzel- und Redaktionskosten festgelegt, der als Basis für den Vergleich von allen Anstalten gemeldet werden konnte. Die Einzelkosten setzen sich zusammen aus den Fremdkosten bzw. den direkten Kosten und den anteiligen Betriebskosten oder indirekten Kosten. Beim ZDF wird ein Teil dieser Kosten über die interne Leistungsverrechnung bzw. ab 1998 im Rahmen der Verrechnung von Dienstleisterprodukten (DLP) erfasst. Die Redaktionskosten umfassen in Abstimmung mit den Anstalten die Personalkosten der festen und freien Redaktionsmitarbeiter, soweit diese nicht schon in den direkten Kosten enthalten sind. Dazu kommen Personalnebenkosten einschließlich Altersversorgung und sonstige Kosten der Redaktion. Bei Betrachtung der nachfolgend für den Vergleich herangezogenen Minutenkosten ist zu berücksichtigen, dass somit ein nicht unbeachtlicher Teil der durch die Produktionen verursachten Kosten, der im Rahmen der Gemeinkosten zu erfassen wäre, nicht einbezogen werden konnte.

Tz. 457
Ergänzend zum Kostenvergleich wurden die Anstalten gebeten, die durchschnittlich eingesetzten Personalkapazitäten in verschiedenen Aufgabenbereichen (Redaktion, Produktion Studio, Beitragsproduktion und Bearbeitung) zu melden, um etwas detailliertere Vergleichsmöglichkeiten zu erschließen.

Tz. 458
Während auch die Anstalten einen Vergleich von Einzelproduktionen auf Basis der von ihnen ermittelten Selbstkosten aufgrund der bereits angesprochenen Gemeinkostenproblematik für ungeeignet halten, stimmen sie mit der Kommission darin überein, dass die in Abstimmung mit ihnen in der oben angeführten Weise erhobenen Einzel- und Redaktionskosten grundsätzlich miteinander vergleichbar seien.

Tz. 459
Das ZDF ist allerdings der Auffassung, dass aufgrund der unterschiedlichen Kostenverrechnungssysteme und Buchungsweisen ein Kostenvergleich auch auf Basis dieses Teilkostenansatzes problembehaftet wäre. Es verweist speziell auf die von ihm praktizierte Verrechnung von Dienstleisterprodukten, die tendenziell zu einem umfassenderen und vollständigeren und damit im Vergleich zu den ARD-Anstalten zu einem höheren Kostenausweis führe.

1.3 Ergebnisse der Erhebung

Tz. 460
Ein ausführlicher Bericht über die Ergebnisse der Erhebung wurde den Anstalten zusammen mit umfangreichem, detailliertem Datenmaterial zur Verfügung gestellt.

Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse des Vergleichs zusammengefasst.

1.3.1 Wirtschaftsmagazine
1.3.1.1 Allgemeines

Tz. 461
In den Vergleich wurden das von verschiedenen Anstalten der ARD produzierte Wirtschaftsmagazin "plusminus" und die vom ZDF produzierte Sendung "WISO" einbezogen.

Bei plusminus handelt es sich um ein von sieben Anstalten der ARD abwechselnd produziertes Wirtschaftsmagazin, das im Untersuchungszeitraum in der Regel am Dienstag zwischen 22.00 Uhr und 22.30 Uhr ausgestrahlt wurde. Die einzelnen Anstalten produzierten in den Jahren 1998 und 1999 zwischen vier und sieben Sendungen jährlich. Die Produktion erfolgte im Studio. Die Sendungen wurden moderiert und zum Teil vorproduziert, zum Teil live ausgestrahlt. Die Sendungen enthielten gewöhnlich fünf bis sieben Beiträge zu unterschiedlichen, verbraucherrelevanten Themen aus dem Bereich der Wirtschaft.

WISO ist das Wirtschaftsfachmagazin des ZDF. Es handelt sich um eine wöchentlich am Montag zwischen 19.25 Uhr und 20.15 Uhr ausgestrahlte - einmal durch Werbung unterbrochene - Sendung von 45 Minuten Länge. 1998 wurden 42, 1999 46 Folgen gesendet. Die moderierten Sendungen wurden in der Regel live aus dem Studio übertragen. Aus besonderen Anlässen erfolgten auch Außenübertragungen. Die Sendungen setzten sich durchschnittlich aus 12 Beiträgen zusammen, die sich mit aktueller und Hintergrundberichterstattung zu Wirtschaftsthemen befassten. Dazu kamen häufig Interviews und Expertengespräche im Studio oder per Live-Schaltung.

1.3.1.2 Kosten

Abbildung 11: Kosten pro Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Wirtschaftsmagazine - vor Kürzung von Erlösen

Abbildung 11: Kosten pro Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Wirtschaftsmagazine - vor Kürzung von Erlösen

Tz. 462
Der Durchschnitt der Minutenkosten über alle sieben Anstalten der ARD und beide Jahre lag bei 2.432 EUR.

Bei den Anstalten der ARD betrugen die Kosten pro Sendeminute
1998 zwischen 2.054 EUR (NDR) und 3.338 EUR (MDR),
Durchschnitt 2.523 EUR;
1999 zwischen 1.763 EUR (NDR) und 3.133 EUR (WDR),
Durchschnitt 2.342 EUR;
beim ZDF lagen die Minutenkosten
1998 bei 2.686 EUR und
1999 bei 2.485 EUR.

Die hohen Minutenkosten bei MDR und WDR in beiden Jahren und die niedrigen Kosten bei HR und NDR im Jahre 1999 fallen ins Auge. Das ZDF lag mit seinen Minutenkosten etwa 6 % über dem ARD-Durchschnittswert.

Die Spanne bei den ARD-Anstalten beläuft sich auf 1.284 EUR (1998) bzw. 1.370 EUR (1999), das entspricht im Vergleich zu den niedrigsten Minutenkosten Mehrkosten von bis zu 62,5 % bzw. 77,7 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierenden Anstalt beträgt bezogen auf die Jahresleistung bei den ARD-Anstalten insgesamt 487 TEUR (1998) bzw. 703 TEUR (1999).

Die ZDF-Kosten lagen 1998 um 632 EUR (30,8 %) und 1999 um 722 EUR (40,9 %) über den Kosten des NDR. Bei einer Jahresleistung von 1.892 bzw. 1.996 Sendeminuten entspricht das Mehrkosten von 1,2 Mio. EUR bzw. 1,4 Mio. EUR.

1.3.1.3 Kapazitäten

Abbildung 12: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Wirtschaftsmagazine

Abbildung 12: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Wirtschaftsmagazine

Tz. 463
Der Durchschnitt der Einsatztage über alle sieben Anstalten der ARD und beide Jahre lag bei 127,3 Tagen. Auch beim Einsatz des Personals ergaben sich teilweise erhebliche Unterschiede.

Bei den Anstalten der ARD lag der durchschnittliche Personaleinsatz pro Sendung
1998 zwischen 85,2 Tagen (NDR) und 171,4 Tagen (HR),
Durchschnitt 126,1 Tage;
1999 zwischen 95,1 Tagen (NDR) und 189,7 Tagen (HR),
Durchschnitt 128,5 Tage;
beim ZDF lag der durchschnittliche Personaleinsatz
1998 und 1999 bei 128,9 Tagen,
das entspricht beim ZDF in etwa dem Durchschnittswert der ARD.

Die Spanne bei den sieben ARD-Anstalten beläuft sich auf 86,2 Tage (1998) bzw. 94,6 Tage (1999), das bedeutet im Vergleich zum niedrigsten Personaleinsatz ein Mehr von bis zu 101,2 % bzw. 99,5 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierenden Anstalt beträgt bei den ARD-Anstalten insgesamt 1.337 (1998) bzw. 1.486 Personaleinsatztage (1999).

Der durchschnittliche Personaleinsatz beim ZDF lag 1998 um 43,7 Tage (51,3 %) und 1999 um 33,8 Tage (35,5 %) über dem Personaleinsatz des NDR. Bei einer Jahresleistung von 42 bzw. 46 Sendungen ist dies ein Mehr von 1.835 bzw. 1.555 Personaleinsatztagen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei WISO um eine 45-Minuten-Sendung handelt, die teilweise einen höheren Personaleinsatz erforderlich macht.

1.3.2 Kulturmagazine
1.3.2.1 Allgemeines

Tz. 464
In den Vergleich wurden das von verschiedenen Anstalten der ARD produzierte Kulturmagazin "Kulturreport", der "Kulturweltspiegel" des WDR, die Sendung "titel, thesen, temperamente" vom HR und die ZDF-Produktion "aspekte" einbezogen.

Beim Kulturreport handelt es sich um ein von fünf Anstalten der ARD abwechselnd produziertes Kulturmagazin, das im Untersuchungszeitraum in der Regel am Sonntag zwischen 22.45 Uhr und 23.15 Uhr ausgestrahlt wurde. Die einzelnen Anstalten produzierten in den Jahren 1998 und 1999 zwischen zwei und acht Sendungen jährlich. Die Sendungen waren - außer beim MDR - unmoderiert und wurden vorab aufgezeichnet. Studiokapazitäten wurden nur beim MDR eingesetzt. Die Sendungen umfassten in der Regel vier bis fünf Beiträge zu unterschiedlichen Themen auf der Grundlage eines weit gefassten Kulturbegriffs. Dabei sollten Hintergründe und Zusammenhänge deutlich gemacht werden.

Der WDR produzierte für den sonntäglichen Kultur-Sendeplatz der ARD im Jahr 1998 acht und im Jahr 1999 zehn Sendungen unter dem Titel Kulturweltspiegel. Die Sendung wird moderiert und im Studio aufgezeichnet. Die durchschnittlich fünf Beiträge je Sendung befassen sich mit der gesamten Breite des kulturellen Spektrums.

Das vom HR produzierte Kulturmagazin titel, thesen, temperamente wurde im Jahr 1998 mit sieben Folgen und im Jahr 1999 mit acht Folgen auf dem gleichen Sendeplatz wie Kulturreport und Kulturweltspiegel ausgestrahlt. Diese Sendung wurde nicht moderiert. Die Themen - pro Sendung durchschnittlich vier Beiträge - stammten aus den Bereichen Kunst und Kulturpolitik. Im Zentrum stand dabei die Hintergrundberichterstattung.

aspekte, das Kulturmagazin des ZDF, wird regelmäßig freitags zwischen 22.15 Uhr und 22.45 Uhr ausgestrahlt. 1998 wurden 44, 1999 48 Folgen gesendet. Die moderierte Sendung wurde alternierend in drei verschiedenen Städten aufgezeichnet. Es handelt sich - mit Ausnahme einzelner Vor-Ort-Produktionen - um Studioproduktionen. Pro Sendung werden durchschnittlich vier bis fünf Beiträge gezeigt. aspekte beschäftigt sich gründlicher und aufwändiger, als das tägliche Nachrichtensendungen können, mit künstlerischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen und deren Hintergründen.

1.3.2.2 Kosten

Abbildung 13: Kosten je Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Kulturmagazine - vor Kürzung von Erlösen

Abbildung 13: Kosten je Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Kulturmagazine - vor Kürzung von Erlösen

Tz. 465
Der Durchschnitt der Minutenkosten über alle sieben Anstalten der ARD und beide Jahre lag bei 2.026 EUR.

Bei den Anstalten der ARD betrugen die Kosten pro Sendeminute
1998 zwischen 1.419 EUR (BR) und 3.234 EUR (WDR),
Durchschnitt 2.092 EUR;
1999 zwischen 1.511 EUR (HR) und 2.823 EUR (WDR),
Durchschnitt 1.961 EUR;
beim ZDF lagen die Minutenkosten
1998 bei 2.017 EUR und
1999 bei 2.163 EUR.

Auffällig sind die hohen Minutenkosten bei WDR, MDR (jeweils moderiert) und SFB (1998), das ZDF (moderiert) lag 1998 knapp 4 % unter, 1999 ca. 10 % über dem ARD-Durchschnittswert.

Die Spanne bei den ARD-Anstalten beläuft sich auf 1.815 EUR (1998) bzw. 1.312 EUR (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Minutenpreis Mehrkosten von bis zu 127,9 % bzw. 86,8 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierenden Anstalt beträgt bei den ARD-Anstalten insgesamt 911 TEUR (1998) bzw. 754 TEUR (1999).

Die ZDF-Kosten lagen 1998 um 598 EUR (42,1 %) über den Kosten des BR und 1999 um 652 EUR (43,2 %) über den Kosten des HR. Bei einer Jahresleistung von 1.322 bzw. 1.395 Sendeminuten bedeutet das Mehrkosten von 791 TEUR bzw. 910 TEUR.

1.3.2.3 Kapazitäten

Abbildung 14: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Kulturmagazine

Abbildung 14: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Kulturmagazine

Tz. 466
Der Durchschnitt der Einsatztage über alle sieben Anstalten der ARD und beide Jahre lag bei 115,2 Tagen. Auch hier ergeben sich teilweise erhebliche Unterschiede.

Bei den Anstalten der ARD lag der durchschnittliche Personaleinsatz pro Sendung
1998 zwischen 89,0 Tagen (HR) und 161,7 Tagen (MDR),
Durchschnitt 116,7 Tage;
1999 zwischen 89,0 Tagen (HR) und 154,0 Tagen (SFB),
Durchschnitt 113,8 Tage;
beim ZDF lag der durchschnittliche Personaleinsatz
1998 bei 121,8 Tagen,
1999 bei 125,1 Tagen.

Die Spanne bei den sieben ARD-Anstalten beläuft sich auf 72,7 Tage (1998) bzw. 65,0 Tage (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Personaleinsatz einem Mehraufwand von bis zu 81,7 % bzw. 73,0 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierenden Anstalt beträgt bei den ARD-Anstalten insgesamt 1.058 (1998) bzw. 971 Personaleinsatztage (1999).

Der durchschnittliche Personaleinsatz beim ZDF lag 1998 um 32,8 Tage (36,9 %) und 1999 um 36,1 Tage (40,6 %) über dem Personaleinsatz des HR. Bei einer Jahresleistung von 44 bzw. 48 Sendungen ist das ein Mehr von 1.443 bzw. 1.733 Personaleinsatztagen.

1.3.3 Politikmagazine
1.3.3.1 Allgemeines

Tz. 467
In den Vergleich wurden die politischen Magazine "Fakt" (MDR), "Kontraste" (SFB), "Monitor" (WDR), "Panorama" (NDR), "Report aus München" (BR) und "Report aus Mainz" (SWR) einbezogen.

Fakt, Report aus München und Report aus Mainz wurden abwechselnd am Montag, Kontraste, Monitor und Panorama am Donnerstag in der Zeit zwischen 21.00 Uhr und 21.45 Uhr ausgestrahlt.

Fakt war 1998 mit 14, 1999 mit 13 Sendungen auf dem Bildschirm vertreten. Es handelt sich um ein live moderiertes, im Studio produziertes Magazin mit durchschnittlich fünf Beiträgen pro Sendung. Es wurden alle politischen Themen von allgemein gesellschaftlichem Interesse aufgegriffen. Zu den Themen gab es exklusiv recherchierte, investigative Beiträge ebenso wie Hintergrundberichte zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen.

Report aus München wurde in den Jahren 1998 und 1999 elf- bzw. dreizehnmal gesendet. Die moderierten Sendungen wurden kurz vor der Ausstrahlung im Studio aufgezeichnet, in Einzelfällen auch live produziert. Die Sendungen setzten sich durchschnittlich aus 6 bis 7 Beiträgen zusammen. Ziel war es, kritisch über Themen und Trends, die unsere Gesellschaft berühren, zu berichten und dabei klare und zur Diskussion anregende Positionen zu vertreten.

Report aus Mainz (bis 1998 "Report Baden-Baden") wurde jährlich fünfzehnmal ausgestrahlt. Die Sendungen wurden live im Studio moderiert. Pro Folge wurden durchschnittlich fünf Beiträge eingespielt. Es handelt sich um ein überwiegend innenpolitisches Magazin, das mit eigenrecherchierten, möglichst investigativen Beiträgen zur Meinungsbildung der Zuschauer beitragen will und sich auf zeitgeschichtliche Themen spezialisiert hat.

Kontraste wurde 1998 vierzehn-, 1999 dreizehnmal gesendet. Die Sendungen wurden im Studio aufgezeichnet. Die durchschnittlich fünf Beiträge pro Sendung werden durch Moderationen verbunden. Das Hintergrundmagazin des SFB beschäftigt sich hauptsächlich mit Problemen des vereinigten Deutschland und mit Themen aus und über Berlin.

Monitor wurde 1998 fünfzehnmal und 1999 vierzehnmal live ausgestrahlt. Es handelt sich um eine moderierte Sendung mit fünf bis sechs Einspielfilmen. Monitor versteht sich als zeitkritisches Politikmagazin mit exklusiven, aufwändig recherchierten, investigativen Berichten, Reportagen und Hintergrundberichten zum aktuellen innenpolitischen Geschehen.

Panorama wurde 1998 und 1999 dreizehn- bzw. vierzehnmal gesendet. Die Live-Sendungen setzen sich aus durchschnittlich fünf Beiträgen mit Zwischenmoderationen zusammen. Das Themenspektrum reicht von der klassischen Politik über Gesellschaftskritik bis zu Zeitgeistgeschichten. Bei den Zuspielfilmen handelt es sich sowohl um exklusiv recherchierte, investigative Beiträge und Hintergrundberichte als auch um Reportagen, Porträts, Glossen, Trickfilme und Live-Interviews.

Das ZDF-Politikmagazin Frontal wurde in die Erhebung nicht aufgenommen, weil es während der Erhebungen eingestellt wurde. Für das Nachfolgeprojekt lagen noch keine verwertbaren Daten vor.

1.3.3.2 Kosten

Abbildung 15: Kosten pro Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Politikmagazine - vor Kürzung von Erlösen

Abbildung 15: Kosten pro Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Politikmagazine - vor Kürzung von Erlösen

Tz. 468
Der Durchschnitt der Minutenkosten über alle sechs Anstalten und beide Jahre lag bei 3.063 EUR.

Die Kosten pro Sendeminute lagen
1998 zwischen 1.639 EUR (NDR) und 5.152 EUR (WDR),
Durchschnitt 2.936 EUR;
1999 zwischen 1.775 EUR (NDR) und 5.241 EUR (WDR),
Durchschnitt 3.191 EUR.

Die hohen Minutenkosten bei WDR, SWR und BR (1999) und die niedrigen Kosten beim NDR fallen ins Auge.

Die Spanne beläuft sich auf 3.513 EUR (1998) bzw. 3.466 EUR (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Minutenpreis Mehrkosten von bis zu 214,3 % bzw. 195,3 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierenden Anstalt beträgt insgesamt 4,6 Mio. EUR (1998) bzw. 4,9 Mio. EUR (1999). Tage

1.3.3.3 Kapazitäten

Abbildung 16: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Politikmagazine

Abbildung 16: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Politikmagazine

Tz. 469
Der Durchschnitt der Einsatztage über alle sechs Anstalten und beide Jahre liegt bei 242,2 Tagen. Es ergaben sich teilweise erhebliche Unterschiede von Anstalt zu Anstalt.

Wie aus der Grafik ersichtlich wird, lag der durchschnittliche Personaleinsatz pro Sendung
1998 zwischen 155,6 Tagen (MDR) und 331,7 Tagen (WDR),
Durchschnitt 238,3 Tage;
1999 zwischen 167,3 Tagen (MDR) und 348,9 Tagen (WDR),
Durchschnitt 246,1 Tage.

Die Spanne bei den sechs Anstalten beläuft sich auf 176,1 Tage (1998) bzw. 181,6 Tage (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Personaleinsatz einem Mehraufwand von bis zu 113,2 % bzw. 108,5 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierenden Anstalt beträgt insgesamt 7.026 (1998) bzw. 6.563 Personaleinsatztage (1999).

1.3.4 Ratgebersendungen
1.3.4.1 Allgemeines

Tz. 470
Die in den Vergleich einbezogenen Ratgebersendungen der ARD beschäftigen sich mit den Themen "Auto und Verkehr" (SWR), "Bauen und Wohnen" (WDR), "Gesundheit" (BR/SFB), "Reise" (SR), "Geld" (BR), "Heim und Garten" (WDR), "Mode" (SR), "Recht" (WDR/SWR) und "Technik" (NDR).

Die Sendeplätze verteilen sich auf Samstag (Auto und Verkehr, Bauen und Wohnen, Gesundheit und Reise) und Sonntag (Geld, Heim und Garten, Mode, Recht und Technik). Sendezeit ist in der Regel von 17.00 bis 17.30 Uhr.

Der Ratgeber Auto und Verkehr wurde 1998 acht- und 1999 sechsmal gesendet. Es handelte sich meist um moderierte Studioaufzeichnungen mit sechs bis sieben Filmeinspielungen, in Ausnahmefällen erfolgte die Präsentation als Außenmoderation. Die Beiträge befassen sich mit allen Verkehrsmitteln, Testergebnissen, Themen zur Verkehrserziehung und allgemein interessierenden Ratschlägen.

Der Ratgeber Bauen und Wohnen erschien in den Jahren 1998 und 1999 sieben- bzw. sechsmal auf dem Bildschirm. Die Sendungen enthielten durchschnittlich sieben Beiträge, die sich mit allen Bereichen von Bauen und Wohnen (außer Garten) beschäftigten und die durch szenisch aufbereitete Moderationen an verschiedenen Orten verbunden wurden.

Der Ratgeber Gesundheit wurde 1998 zehnmal (je fünf BR und SFB) und 1999 elfmal (sechs BR, fünf SFB) ausgestrahlt. Die Sendungen bestanden aus durchschnittlich sechs bis sieben Beiträgen. Bei den vom SFB ausgestrahlten Sendungen handelt es sich um fremd produzierte Sendungen, bei den BR-Sendungen um Produktionen des eigenen Produktionsbetriebs.

Der vom SR produzierte Ratgeber Reise wurde 1998 sechsmal und 1999 achtmal gezeigt. Die Sendungen bestanden aus durchschnittlich vier bis fünf Beiträgen.

Der Ratgeber Geld wurde in den Jahren 1998 und 1999 je neunmal ausgestrahlt. Die Sendungen werden moderiert und im Studio aufgezeichnet. Durchschnittlich wurden sechs Beiträge je Sendung gezeigt, die sich mit Themen befassten, die für Verbraucher und Bürger relevant sind und von diesen im Alltag unmittelbar umgesetzt werden können.

Beim vom WDR ausgestrahlten Ratgeber Heim und Garten handelt es sich um eine in vollem Umfang fremd produzierte Ratgebersendung. 1998 und 1999 wurden sieben bzw. acht Produktionen mit durchschnittlich fünf Beiträgen gesendet. Moderation und Beiträge werden an wechselnden Orten innerhalb Deutschlands, gelegentlich auch im benachbarten Ausland aufgezeichnet. Der Ratgeber beschäftigt sich mit Themen rund um Haus und Garten.

Der Ratgeber Mode war in den Jahren 1998 und 1999 je sechsmal im Programm. Es handelt sich um fremd produzierte Sendungen. Die Ausstrahlung wurde 1999 eingestellt.

Der Ratgeber Recht wurde abwechselnd vom SWR und vom WDR produziert. Die Anstalten lieferten 1998 je fünf Sendungen, 1999 fünf (SWR) bzw. sechs Sendungen (WDR) für das Gemeinschaftsprogramm der ARD. Es handelt sich dabei um im Studio vorproduzierte Magazinsendungen mit sechs bis sieben Beiträgen pro Folge. Sie befassen sich mit Rechtsproblemen aus dem Alltag und versuchen, Gesetze, Bescheide und Urteile in eine allgemein verständliche Sprache zu übersetzen.

Der Ratgeber Technik wurde in den Jahren 1998 und 1999 acht- bzw. zehnmal ausgestrahlt. Die moderierten Sendungen beschäftigen sich in durchschnittlich drei Beiträgen mit Tipps und Tests von Industrieprodukten und Dienstleistungen im Interesse der Verbraucher.

1.3.4.2 Kosten

Abbildung 17: Kosten pro Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Ratgebersendungen - vor Kürzung von Erlösen

Abbildung 17: Kosten pro Sendeminute Erstsendung Einzel- und Redaktionskosten Ratgebersendungen - vor Kürzung von Erlösen

Tz. 471
Der Durchschnitt der Minutenkosten über alle Produktionen und beide Jahre lag bei 1.849 EUR (ohne "Reise" und "Technik" 1.804 EUR).

Bei den Ratgebersendungen ist zu erkennen, dass bei einem Großteil der Produktionen der Minutenpreis in einer Bandbreite von 250 EUR über und unter dem Mittelwert angesiedelt ist. Beim Ratgeber "Reise" und beim Ratgeber "Technik" ergeben sich allerdings deutliche Abweichungen. Auffallend ist auch der Unterschied in den Minutenpreisen 1998 bei den thematisch gleich liegenden, aber von unterschiedlichen Anstalten produzierten Ratgebern "Recht" (SWR und WDR). Dagegen liegen die beiden Ratgeber "Gesundheit" (BR und SFB) bezüglich der Minutenkosten nicht so weit auseinander, obwohl es sich hier in einem Fall um eine fremd (SFB), im anderen Fall um eine selbst produzierte Sendung (BR) handelt. Bemerkenswert erscheint auch, dass der Ratgeber "Geld", den der BR produziert, im Jahr 1999 um mehr als ein Drittel aufwändiger als im Vorjahr hergestellt wurde.

Lässt man die Ratgeber "Reise" und "Technik" außer Betracht, so ergibt sich folgendes Bild:

Die Kosten pro Sendeminute für die übrigen Produktionen lagen
1998 zwischen 1.323 EUR (SWR "Auto und Verkehr") und 2.393 EUR
(WDR "Recht"), Durchschnitt 1.754 EUR;
1999 zwischen 1.376 EUR (SWR "Auto und Verkehr") und 2.463 EUR (BR
"Geld"), Durchschnitt 1.854 EUR.

Die Spanne beläuft sich auf 1.070 EUR (1998) bzw. 1.087 EUR (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Minutenpreis Mehrkosten von bis zu 80,9 % bzw. 79,0 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierten Ratgebersendung (SWR Auto und Verkehr) beträgt ohne den Ratgeber Technik insgesamt 691 TEUR (1998) bzw. 805 TEUR (1999), incl. Ratgeber Technik 1,2 bzw. 1,4 Mio. EUR.

1.3.4.3 Kapazitäten

Abbildung 18: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Ratgebersendungen

Abbildung 18: Einsatz Personalkapazität pro Sendung Ratgebersendungen

Tz. 472
Bei Betrachtung der Grafik ist zu beachten, dass es sich bei den Ratgebersendungen "Gesundheit (SFB)" und "Heim und Garten (WDR)" um Auftragsproduktionen handelt, bei denen lediglich der Einsatz an anstaltseigenem Redaktionspersonal erfasst wurde. Für den Ratgeber "Mode" wurden vom SR keine Daten gemeldet. Es handelte sich hierbei nach Auskunft der Anstalt ebenfalls um eine Auftragsproduktion ohne Einsatz eigenen Produktionspersonals. Der Durchschnitt der Einsatztage bei den übrigen Anstalten über beide Jahre liegt bei 112,7 Tagen. Auch beim Einsatz des Personals ergeben sich teilweise erhebliche Unterschiede von Anstalt zu Anstalt.

Der durchschnittliche Personaleinsatz pro Sendung (ohne fremdproduzierte Sendungen) lag
1998 zwischen 71,5 Tagen ("Bauen und Wohnen", WDR) und 234,9
Tagen ("Technik", NDR), Durchschnitt 114,5 Tage;
1999 zwischen 72,6 Tagen ("Gesundheit" BR) und 234,9 Tagen
("Technik" NDR), Durchschnitt 110,9 Tage.

Die Spanne bei diesen Produktionen beläuft sich auf 163,4 Tage (1998) bzw. 162,3 Tage (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Personaleinsatz einem Mehraufwand von bis zu 228,5 % bzw. 223,6 %.

Der Mehraufwand gegenüber der am günstigsten produzierten Ratgebersendung beträgt insgesamt 2.514 (1998) bzw. 2.614 Personaleinsatztage (1999).

1.3.5 Tatort-Produktionen (ARD) und Samstagskrimis (ZDF)
1.3.5.1 Allgemeines

Tz. 473
In den Vergleich wurden die in den Jahren 1998 und 1999 von den ARD-Anstalten erstmals ausgestrahlten "Tatort-Sendungen" (inklusive von vier "Schimanski"-Folgen) einbezogen. Es handelt sich dabei um 17 im eigenen Produktionsbetrieb hergestellte (HR 6 Sendungen, RB 3, SWF/SDR/SWR 8) und um 37 Auftragsproduktionen (BR 6 Sendungen, MDR 6, NDR 5, SR 2, SFB 6, WDR 12). Die Erstausstrahlung erfolgte jeweils am Sonntag in der Zeit zwischen 20.15 und 21.45 Uhr. Das Konzept der Fernseh-Krimi-Reihe zielt darauf ab, die regionalen Besonderheiten des jeweiligen Sendegebiets vorzustellen und einen bestimmten Kommissar oder ein Team in die Geschichte einzubinden.

Vom ZDF wurden die Daten zu zwei Krimireihen gemeldet, die 1998 und 1999 im Rahmen der so genannten "Samstagskrimis" ausgestrahlt wurden. Es handelt sich dabei um je vier Folgen der Reihen "Stubbe" und "Die Verbrechen des Prof. Capellari", die sämtlich im Auftrag des ZDF fremd produziert wurden. Die Erstausstrahlung der in den Jahren 1997, 1998 und 1999 hergestellten Filme erfolgte in der Regel samstags oder sonntags zwischen 20.15 und 21.45 Uhr.

1.3.5.2 Kosten

Abbildung 19: Kosten pro Sendeminute Erstsendung 1998 und 1999 Einzel- und Redaktionskosten Tatortproduktionen (ARD) und Samstagskrimis (ZDF) - vor Kürzung von Erlösen

Abbildung 19: Kosten pro Sendeminute Erstsendung 1998 und 1999 Einzel- und Redaktionskosten Tatortproduktionen (ARD) und Samstagskrimis (ZDF) - vor Kürzung von Erlösen

Tz. 474
Beim HR ist zu beachten, dass dieser sich nicht in der Lage sah, die im Redaktionsbereich angefallenen Kosten nachträglich zu ermitteln. Die für den HR erhobenen Kosten pro Sendeminute umfassen deshalb nur die Einzelkosten, während bei den anderen Anstalten die Redaktionskosten mit 14,9 TEUR bis 169,6 TEUR pro Sendung (das sind rd. 150 EUR bis 1.950 EUR pro Sendeminute) enthalten sind. Bei der Ermittlung der Durchschnittskosten wird deshalb der HR nicht mit einbezogen.

Der Durchschnitt der Minutenkosten über alle Anstalten der ARD (ohne HR) und beide Jahre liegt bei 13.817 EUR. Dabei fielen für fremd produzierte Sendungen mit durchschnittlich 13.785 EUR und für selbst produzierte Folgen mit 13.926 EUR nahezu identische Beträge an. Die Durchschnittskosten bei den "Samstagskrimis" lagen über beide Jahre pro Minute bei 12.798 EUR (ausschließlich fremd produziert).

Die Kosten pro Sendeminute lagen bei der ARD (ohne HR)
1998 zwischen 9.039 EUR (SFB) und 19.622 EUR (WDR),
Durchschnitt 13.455 EUR;
1999 zwischen 11.154 EUR (SWR) und 18.836 EUR (BR),
Durchschnitt 14.179 EUR.
Beim ZDF lagen die Minutenkosten
1998 zwischen 12.056 EUR und 12.895 EUR, Durchschnitt 12.506 EUR
1999 zwischen 11.748 EUR und 13.570 EUR, Durchschnitt 12.973 EUR.

Es fällt auf, dass nicht nur die größeren Anstalten wie WDR (Schimanski) und BR, sondern auch RB und der SR ihre Tatort-Krimis zu Minutenpreisen produzierten, die deutlich über dem ARD-Durchschnitt lagen.

Der ZDF-Durchschnitt lag 1998 um 6,4 %, 1999 um 8,8 % unter dem ARD-Durchschnittswert für fremd produzierte Tatort-Folgen.

Die Spanne bei der ARD beläuft sich auf 10.583 EUR (1998) bzw. 7.682 EUR (1999), das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Minutenpreis Mehrkosten von bis zu 117,1 % bzw. 68,9 %.

Bezogen auf eine Sendezeit von ca. 90 Minuten bedeutet dies Mehrkosten gegenüber dem niedrigsten Minutenpreis von bis zu knapp 1 Million EUR pro Folge.

Beachtenswert erscheint auch die große Bandbreite zwischen 0,8 Mio. EUR (SFB) und 1,7 Mio. EUR (WDR) bei den Fremdkosten für die fremd produzierten Folgen.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass es sich bei den dargestellten Minutenkosten um die Kosten für einen extra für die Untersuchung abgegrenzten Bereich handelt und dass damit nicht sämtliche Kosten, die in den Anstalten in Zusammenhang mit den Produktionen anfielen, erfasst sind.

1.3.5.3 Kapazitäten

Tz. 475
Das folgende Schaubild zeigt den durchschnittlichen Einsatz an Personaltagen pro Produktion bei den Anstalten, die die Tatort-Folgen im eigenen Produktionsbetrieb hergestellt haben (HR, RB, SWR) bzw. auch die Personalkapazitäten gemeldet haben, die vom Auftragsproduzenten eingesetzt wurden (SR/Telefilm Saar).

Abbildung 20: Einsatz Personalkapazität pro Folge Tatort (eigen)

Abbildung 20: Einsatz Personalkapazität pro Folge Tatort (eigen)

Beim HR ist zu beachten, dass dieser sich nicht in der Lage sah, den durchschnittlichen Personaleinsatz im Redaktionsbereich nachträglich zu ermitteln. Die vom HR gemeldeten Personalkapazitäten umfassen deshalb nur den Bereich Produktion, während bei den anderen in die Grafik einbezogenen Anstalten der Redaktionsbereich mit 113 bis 448 Personaleinsatztagen pro Sendung enthalten ist.

Für den Produktionsbereich (ohne Redaktion) ergibt sich ein Durchschnitt über alle in der Grafik erfassten Produktionen von 1.695 Personaleinsatztagen pro Sendung.

Auch beim Einsatz des Personals ergeben sich teilweise erhebliche Unterschiede von Anstalt zu Anstalt.

Wie aus der Grafik ersichtlich wird, lag der Personaleinsatz bei diesen Sendungen im Produktionsbereich zwischen

1.198 Tagen ("Falle", SR) und 2.194 Tagen ("Kriegsspuren", SWR).

Die Spanne bei diesen Produktionen beläuft sich auf 996 Tage, das entspricht im Vergleich zum niedrigsten Personaleinsatz einem Mehraufwand von bis zu 83,1 %.

Im redaktionellen Bereich wurden bei den in der Grafik erfassten Produktionen Durchschnittswerte für den Personaleinsatz gemeldet, die zwischen

113 Tagen (RB) und 448 Tagen (SR) liegen.

Die Spanne von 335 Tagen entspricht einem Mehraufwand von bis zu 296,5 %.

Bei den fremd produzierten Sendungen (Auftragsproduktionen) wurden für den Personalaufwand im Redaktionsbereich von den Anstalten der ARD Durchschnittswerte für die von ihnen produzierten Folgen zwischen

22 Tagen (NDR) und 93 Tagen (BR),
vom ZDF von 24 Tagen

gemeldet.

Dies entspricht bei der ARD einer Spanne von 71 Tagen bzw. einem Mehraufwand von bis zu 322,7 %.

Daneben erfolgten bei den Auftragsproduktionen noch in verschiedenen Fällen Beistellungen im Bereich der Produktionskapazitäten.

Auffallend große Unterschiede ergeben sich auch bei den Drehtagen mit einer Bandbreite von 21 bis zu 32 Tagen.

1.4 Selbstkosten

Tz. 476
Wie bereits in Tz. 455 ausgeführt, war zunächst vorgesehen, für den Kostenvergleich die Selbstkosten der untersuchten Produktionen heranzuziehen.

Die Selbstkosten einer Produktion setzen sich nach der Kostenrechnungssystematik fast aller ARD-Anstalten (ohne WDR und ORB, die eine Teilkostenrechnung führen) aus den Einzelkosten und den Gemeinkosten zusammen. Die Einzelkosten umfassen die direkten Kosten und die anteiligen Betriebskosten. Die Gemeinkosten beinhalten die Gruppen Gemeinkosten der Programmdirektion, der Hauptabteilungen und Redaktionen, Produktionsgemeinkosten und Allgemeinkosten (u.a. Verwaltung, Technik, Allg. Betrieb, GEZ). Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Personalkosten der Direktionen, der Hauptabteilungen und der Redaktionen, die mangels Leistungsaufschreibungen nicht - wie die Kosten des Produktionspersonals - einzelnen Produktionen direkt zugerechnet werden können. Außerdem werden Abschreibungen, Raumkosten sowie Betriebs- und Geschäftskosten als Gemeinkosten erfasst.

Die Gesamtkosten des ZDF setzen sich zusammen aus den direkten Kostenträgerkosten, den maschinellen Umlagen und den Umlagen laut Kostenträgerrechnung. Bei den direkten Kostenträgerkosten sind die Fremdkosten (direkte Kosten) und die Kosten für die Dienstleisterprodukte erfasst. Bei den Dienstleisterprodukten handelt es sich um die Verrechnung der mit Marktpreisen bewerteten innerbetrieblichen Leistungen, die z.T. durch Fremdanmietungen ergänzt werden. Die Umlagen laut Kostenträgerrechnung betreffen insbesondere die Gemeinkosten (z.B. Redaktionsgemeinkosten, Verwaltungskosten usw.).

Tz. 477
Die Gemeinkosten machen einen erheblichen Teil der Selbstkosten einer Produktion aus. So lag der Anteil der Gemeinkosten an den Selbstkosten bei den untersuchten Produktionen der ARD-Anstalten bei bis zu 65,8 % (SR), mit Schwerpunkt im Bereich zwischen 45 und 58 %. Beim ZDF lag er bei den untersuchten eigenproduzierten Erstsendungen bei ca. 30 %, wobei dieser Anteil durch die überproportionale Zuordnung zu Wiederholungssendungen verringert wurde (siehe auch unten). Dieser verhältnismäßig große Kostenblock wird bei der ARD und beim ZDF auf unterschiedliche Weise auf die einzelnen Produktionen umgelegt.

Tz. 478
Bei den ARD-Anstalten werden die Gemeinkosten im Verhältnis der Einzelkosten zueinander den einzelnen Produktionen zugeschlüsselt, wobei einzelne Anstalten für die Umlage der verschiedenen Gemeinkostengruppen ein mehrstufiges Verfahren anwenden. Die Anstalten unterscheiden bei der Verteilung der Gemeinkosten nicht zwischen Eigenproduktionen und Kauf- und Auftragsproduktionen. Diese Methode führt dazu, dass den Produktionen mit hohen Einzelkosten hohe Gemeinkosten zugeordnet werden, unabhängig davon, in welchem Umfang sie tatsächlich Gemeinkosten ausgelöst haben. Daraus resultiert eine nicht verursachungsgerechte, überproportionale Zurechnung von Gemeinkosten zu den Fremdproduktionen und zu den Eigenproduktionen, die im redaktionellen Bereich in hohem Maße unter Inanspruchnahme von Fremdleistungen erstellt werden, bei einer entsprechenden Entlastung der übrigen Eigenproduktionen.

Am Beispiel von fremd produzierten Tatort-Sendungen zeigt sich diese nicht sachgerechte Kostenzuordnung besonders deutlich. Aufgrund der Fremdvergabe werden nur in geringem Umfang hausinterne Ressourcen beansprucht. Tatsächlich fallen nur geringe Gemeinkosten an. Nach dem Kostenrechnungssystem der ARD-Anstalten werden aber beispielsweise den fremdproduzierten Tatort-Sendungen von BR und NDR bei Einzelkosten zwischen 1,0 und 1,5 Mio. EUR je Sendung Gemeinkosten von 0,8 bis 1,1 Mio. EUR zugeschlüsselt. Die Gemeinkosten lägen demnach fast so hoch wie die Fremdkosten. Während sich nach dem für die Untersuchung entwickelten Kostenmodell Minutenkosten zwischen 13,5 und 18,8 TEUR ergaben, denen nur noch in geringem Umfang Gemeinkosten zuzurechnen wären, beliefen sich die Selbstkosten nach der Kostenrechnung der Anstalten auf 21,8 und 30,4 TEUR je Minute.

Beim ZDF werden die Gemeinkosten mittels des Schlüssels "Sendeminuten" auf alle ZDF-Produktionen, also auch auf die Wiederholungssendungen, verteilt. Diese Gleichgewichtung von Erst- und Wiederholungssendungen entspricht nicht der tatsächlichen Verursachung. Den Wiederholungssendungen werden dadurch in erheblichem Maße Gemeinkosten zugeordnet, die tatsächlich durch die Produktion von Erstsendungen entstanden sind. Außerdem unterscheidet das ZDF bei der Verteilung der Gemeinkosten auf die einzelnen Produktionen ebenfalls nicht zwischen Eigen- oder Fremdproduktion. Damit ergibt sich beim ZDF eine nicht verursachungsgerechte Verlagerung der Gemeinkosten von Erstauf Wiederholungssendungen sowie von Eigen- auf Fremdproduktionen.

Tz. 479
Aufgrund der nicht verursachungsgerechten Verteilung der Gemeinkosten entsprechen sowohl die von den ARD-Anstalten als auch die vom ZDF gemeldeten Selbstkosten nicht den tatsächlich für die hier untersuchten Produktionen angefallenen Kosten. Augenscheinlich wird dies auch bei einigen Produktionen, bei denen die nach dem Selbstkostenmodell ermittelten Minutenkosten unter den Kosten liegen, die im Rahmen der Untersuchung für den abgegrenzten Kosten(teil)bereich ermittelt wurden (BR Plusminus 1999, ZDF Aspekte 1998 und 1999, ZDF Samstagskrimis). Ein Kostenvergleich auf Basis der "Selbstkosten" der Anstalten wäre daher nach Auffassung der Kommission und der Anstalten nur sehr eingeschränkt aussagefähig. Die Kommission hat deshalb für diese Untersuchung gemeinsam mit den Anstalten das oben beschriebene, für Kostenvergleiche besser geeignete Kostenerfassungsmodell gewählt.

1.5 Stellungnahmen der Anstalten

1.5.1 ARD

Tz. 480
Die ARD führt in ihrer Stellungnahme als Ursachen für die teilweise gravierenden Unterschiede beim Einsatz von finanziellen Mitteln und Ressourcen zunächst allgemein die bereits von der Kommission angesprochenen Faktoren wie den Programmauftrag und die damit zusammenhängende Programmhoheit sowie die Standortbedingungen an.

In weiteren Einzeläußerungen werden von BR, HR, SWR und WDR im Wesentlichen noch folgende Punkte angesprochen:

  • Programmliche Entscheidungen wie Einsatz von Moderatoren, Ausstrahlung einer größeren Anzahl kürzerer Beiträge pro Sendung, bewusste Produktion qualitativ hochwertiger, aufwändiger Sendungen aufgrund der finanziellen Möglichkeiten;
  • spezielle Faktoren wie Folgewirkungen der Fusion beim SWR.

Außerdem weist der WDR auf seine besondere Situation bei der Meldung der Vergleichsdaten aufgrund der von ihm praktizierten Teilkostenrechnung hin. Er geht davon aus, dass aufgrund unterschiedlicher Erfassungsund Bewertungsmethoden die von ihm ermittelten Kosten sowohl im Bereich der anteiligen Betriebskosten als auch bei den Redaktionskosten tendenziell über den Vergleichswerten der meisten anderen Anstalten lägen.

Gleichzeitig werden in den Stellungnahmen Ansätze zu einer wirtschaftlicheren Verfahrensweise aufgezeigt: Verbesserungen in Produktionsstrukturen und -abläufen, Einsatz angepasster Studioeinheiten (Größe, Zeit), Verringerung des Einsatzes von Personal hinsichtlich Anzahl und Einsatzzeit (Kamera, Requisite), Mengenreduzierung bei besonders teueren Produktionen, verstärkte Nutzung von Synergieeffekten.

Der WDR räumt ein, dass trotz der methodischen Unterschiede der Kostenrechnungssysteme der "Vergleich den Anstalten eine weitere verwertbare Erkenntnisquelle bieten kann, um die Bemühungen nach weiterer Steigerung der Effizienz zu unterstützen". Er kündigt an, dass insbesondere die Mengenauswertungen (Kapazitäten) einer weiteren intensiven Betrachtung unterzogen werden.

Die von der Kommission aufgezeigten Probleme hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Selbstkosten der Produktionen wurden von den Anstalten bestätigt. Sie wiesen darauf hin, dass die Kostenrechnungen nicht primär auf die Vergleichbarkeit mit anderen ausgerichtet seien, sondern vorrangig der innerbetrieblichen Kosteninformation und Ressourcenallokation dienten. Außerdem hätte die Gemeinkostenzuordnung bisher auch den steuerlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen gehabt. Die nunmehr eingetretenen steuerlichen Änderungen gäben Anlass, die bisherigen Gemeinkostenzuordnungen zu überdenken und die Kostenrechungsproblematik gemeinsam mit der Kommission zu erörtern.

1.5.2 ZDF

Tz. 481
Das ZDF wiederholt in seiner Stellungnahme seine Bedenken bezüglich der Vergleichbarkeit der gewonnenen Daten. Es verweist hierzu nochmals auf die Unterschiede bei den Kostenrechnungssystemen der einzelnen Anstalten. Das ZDF hält die DLP-Kosten für nicht vergleichbar mit den anteiligen Betriebskosten bei den ARD-Anstalten. Die Kostenrechnung des ZDF würde tendenziell zu einer vollständigeren Kostenerfassung führen. Weitere Gründe, die einem Vergleich entgegenstünden, ergäben sich aus programmlich-konzeptionellen Überlegungen, wie z.B. der Entscheidung für eine moderierte Sendung oder für eine größere Anzahl kürzerer Beiträge. Bei WISO bestätige sich zum Beispiel diese programmliche Entscheidung in einem sehr guten durchschnittlichen Marktanteil von 12,3 % im Jahre 1998 und 12,2 % 1999, der jeweils deutlich über der entsprechenden Einschaltquote für plusminus liege. Außerdem seien die von den ARD-Anstalten gemeldeten Daten "vielfach als nicht stimmig anzusehen".

Zur Selbstkostenproblematik teilt das ZDF mit, dass es die Anregungen der Kommission konstruktiv aufnehmen werde. Bereits ab dem Jahresabschluss 2002 würde die Gemeinkostenzuordnung durch geänderte Gewichtungen und Schlüsselungen mit dem Ziel einer verursachungsgerechteren Erfassung umgestaltet werden.

1.6 Abschließende Anmerkung der Kommission

Tz. 482
Die Kommission sieht in den erhobenen Daten eine wertvolle Grundlage, Erkenntnisse für die von den Anstalten immer wieder bekundeten Bemühungen um eine weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu gewinnen. Die in die Untersuchung einbezogenen Sendungen erscheinen von Sendeplatz und Themenstellung her durchaus vergleichbar. Wenn auch - trotz intensiver Abstimmungen - in Einzelfällen gewisse Ungenauigkeiten bei den Meldungen nicht völlig ausgeschlossen werden können, ist die Kommission der Meinung, dass die Daten mit einer für die Zwecke der Erhebung ausreichenden Genauigkeit erfasst werden konnten. Sie stellen zunächst eine Zahlenbasis dar, die die Grundlage und den Anstoß für die Analyse der aufgezeigten Unterschiede bieten soll. Nach Ansicht der Kommission ermöglicht die Vielzahl der gewonnenen Daten den einzelnen Anstalten, sich des betriebenen Aufwands zu vergegenwärtigen und ihn anhand eines Quervergleiches mit den anderen Anstalten einzuordnen.

Tz. 483
Wie die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, unterscheiden sich die eingesetzten finanziellen Mittel und Personal- und Sachkapazitäten von Anstalt zu Anstalt teilweise deutlich. Die Kommission stimmt mit den Anstalten überein, dass es hierfür eine Reihe von Gründen und Ursachen gibt. Diese sind u.a. im Bereich der Umsetzung des Programmauftrages und damit der den Anstalten eingeräumten Programmhoheit und in den Standortbedingungen zu suchen. Die Kommission sieht allerdings den Grad der wirtschaftlichen Umsetzung als weitere wesentliche Ursache für unterschiedliche Ergebnisse. Sie geht aber auch und vor allem davon aus, dass es für die Verantwortlichen in den Anstalten von erheblichem Interesse sein muss, wie sich programmliche Entscheidungen auf die Höhe der Kosten und den Kapazitätsbedarf auswirken. Es wurde deshalb bewusst darauf verzichtet, die untersuchten Produktionsgruppen von vornherein aufgrund von qualitativ-konzeptionellen Faktoren (moderiert/ unmoderiert, Länge der Beiträge, Einsatz von Studiokapazität) noch weiter zu untergliedern und dadurch die Vergleichsbreite unnötig einzuschränken.

Tz. 484
Inwieweit diese Vergleichsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, hängt in wesentlichem Maße von der Bereitschaft der Anstalten ab, das Zahlenwerk eingehend zu analysieren. Die Kommission legt den Anstalten deshalb nahe, die dem ausführlichen Bericht beigefügten umfangreichen Übersichten zum Kapazitätseinsatz in den Bereichen Redaktion, Produktion Studio, Beitragsproduktion und Bearbeitung einer genauen Betrachtung zu unterziehen und diese Gelegenheit des Quervergleiches über eine Reihe von Anstalten hinweg und auch zwischen ARD und ZDF zu nutzen. Dabei sollten auffällige Abweichungen zwischen den Anstalten erörtert werden.

Tz. 485
Die in der Erhebung erkennbar gewordenen Unterschiede und die von den Anstalten in den Stellungnahmen angesprochenen Verbesserungen durch Anpassungen bei den Produktionsstrukturen und -abläufen, bei der Kapazitätsplanung und im Bereich der Disposition zeigen auf, dass nach wie vor Wirtschaftlichkeitspotentiale vorhanden sind.

Die Kommission begrüßt deshalb die in den Stellungnahmen enthaltenen Ankündigungen der Anstalten, sich mit den Ergebnissen der Erhebung auseinander zu setzen. Sie behält sich vor, diese Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt durch erneute Erhebungen zu aktualisieren und dabei weitere Sendungen einzubeziehen.

Tz. 486
In Zusammenhang mit der Frage der Verbesserung der Verfahren zur Ermittlung aussagekräftiger Selbstkosten bittet die Kommission die Anstalten der ARD, über die Ergebnisse der angekündigten Beratungen zu berichten. Das ZDF wird gebeten, die aus der beabsichtigten Umstellung der Gemeinkostenzuordnung gewonnenen Erkenntnisse unter Darstellung der sich daraus im Vergleich zum alten Verfahren ergebenden Veränderungen mitzuteilen. Die beiden Berichte sollten der Kommission bis Ende 2004 vorgelegt werden.


Letzte Aktualisierung 11.10.2005